Wege gehen

Wir gehen Wege,

wohl wissend,

dass es keinen Weg gibt,

der endlos ist.

Ist der Weg wirklich das Ziel?

Sind vielleicht gerade Ziele

die Endlichkeiten unserer Wege?

Welchen Weg auch immer wir wählen,

er verpflichtet.

Kein Weg ist steinig genug,

als dass er unbegehbar ist

und kein Stein ist nur ein Hindernis.

Er kann schmücken, 

er mag den Weg glätten 

oder den Weg führen. 

Wir kennen sie alle,

diese Steine

und wir gehen sie ständig,

diese Wege.

Sie mögen uns vor Gefahren mahnen 

und doch ständig

den Reiz in uns wecken

wissen zu wollen,

was hinter diesen Steinen ruht, droht.

© Kariologiker

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Penelope von Saltimbocca

Penelope von Saltimbocca ist tot

Aktennotiz: PvS/Wol/Tee-06.102009-815763.1-wol Bitte bei allen

Schreiben bitte mit angeben.

Höchste Priorität – Zur Vorlage Frau Ministerin U. Schmidt persönlich.

Der Tatbestandnach Anwenderaussage:

Der Trauermarsch erklang eher zufällig im Radio und es entstand ein

tief betroffenes Schweigen. Penelope ist tot. Die 1,276 cm große, adelige

Springspinne, Penelope von Saltimbocca, die seit 2 Tagen im rechten

Waschbeckenwinkels des linken Behandlungszimmers im zweiten Stock

eines dreistöckigen Büro- und Wohngebäudes immer brav und

angenehm unaufdringlich, ja geradezu höflich, distinguiert den

Waschungen beigewohnt hatte, war durch höhere Gewalt abrupt in den

Tod gerissen worden.

Eine noch 13jährige mimikreduzierte Botox Patientin hatte gerade die

Leitungsanästhesie im Unterkiefer rechts gesetzt bekommen, als sie

entsetzt, mit zu Berge stehenden Haaren (Dreiwettertaft) im rechten

Augenwinkel, durch die Winkelwirkung und der damit, in ihrer myopen

Fehlsichtigkeit verbunden vergrößernden Verzerrung der Darstellung,

gesehen hatte, wie sich Penelope, die gerade aufgestanden war und sich

nun umdrehen wollte, damit sie ordentlich den Hintern versohlt

bekommt – was ihr während ihres langen, unbemerkten Aufenthaltes

immer gefallen hatte – also genau in diesem Augenblick, jedenfalls,

erblickte die 13jährige Botox benebelte sie, die Springspinne Penelope,

und mit einer tai-chi-chuan-ähnlichen, reflexartigen Bewegung landete

ihre unschuldige, vom Beten und Beichten noch reine, weiße und

makelfreie Hand aus nicht unerheblicher Höhe in der ganzen Länge und

Breite auf Penelope.

Alle Wiederbelebungsversuche waren vergebens. Ein eigens, eilig

herbeigerufenes Arachno-Rescue-Team der Schweizer Spezial-

Cavumwacht kam nur wenige Minuten zu spät. Penelope erlag den

Folgen ihrer Schlafsucht.

Penelope ist tot. Keiner konnte die Angehörigen rechtzeitig unterrichten

und so landete Penelope nach großen Ach und Weh, nach sorgfältiger

Enthaarung und vonhagenscher Plastifikation, mit anschließender,

intensiver alkoholischer Sterilisation im Papierkorb der nahen, nicht

ortsgebundenen Bedürfnisanstalt. Ihrem Andenken wurde im Dixi-Klo

Nr.: 12462357,7 mit einem goldenem, dokumententauglichen Edding

die letzte Ehre erwiesen.

Keiner trauert um Penelope … wann gibt es endlich Kaffee und

Streuselkuchen?

Der Leichenschmaus fiel leider aus und das war durchaus

nachvollziehbar, wenn auch strittig. Liegt doch mittlerweile dieser

Vorgang als Begründung für einen Verfahrensanweisungsvorschlag einer

Arbeitsgruppe des unteren Vorschlagsgremiums des

Gesundheitsministeriums unter der federführenden Leitung des

ehemaligen Patienten und Ressortleiter, Dr. rer.pol. Willi Wolverast, vor,

den er persönlich mit der höchster Wichtigkeitsstufe versehen hatte, er,

Dr. Wolverast, persönlich!

Was war passiert, dass es ihn, Dr. Wolverast, immer wieder in einer,

für sein Ressort eher unverhältnismäßigen, ja, fast hartnäckigen

Intensität und Beharrlichkeit, mit seinem Antragsvorschlag vor Trullalas

Türe trieb?

Antragsausführungsbegründung: nach Anwenderaussage

Erst letztes Jahr, es war ebenso traurig, wie unerwartet, denn wir

wollten gerade um etwas trauern, ist die Teerraupe „Blacky“ direkt vom

vorderen Rand der Behandlungslampe – wohl wegen der erheblichen

Zunahme der Wärmeentfaltung – nach verzweifelten Versuchen doch

noch irgendeinen Halt zu erhalten, wohl eher versehentlich abgerutscht

und von dort aus ungebremst in den Mund von Manfred Wolverast, dem

Bruder von Dr. rer.pol. Willi Wolverast, seines Zeichens Oberstudienrates

und Lehrer für Biologie und angewandte Thermodynamik, derart

ungünstig hinein gefallen, dass dieser, M. Wolverast, unmittelbar an den

Folgen eines Teerraupenbronchialkarzinoms brachial sich seiner

Bronchien, noch vor den Augen der Aufsicht führenden Ziehschwester

seiner Mutter Hildegard entledigt hatte, war während der nun auch für

diesen außergewöhnlichen und zutiefst bedauernswerten Zwischenfall

bei der, mit großer Anteilnahme besuchten Trauerfeierlichkeiten, die

hauseigene Kaffeemaschine schon nach den ersten zwei Kondolierenden

nur noch bereit, Tee zu kochen.

Tja, watt so alles kaputt gehen kann … traue keiner Kaffeemaschine vor

13.64 Uhr.

Anmerkung des Verfassers:

Nach unbestätigten Informationen soll der Antrag „Kaffeemaschinen bei

Trauerfeierlichkeiten“ noch morgen dem TÜV Rheinland vorgelegt

werden, der seinerseits in einer Vorankündigung schon einer

gutachterlichen Vorprüfung stattgegeben hatte, wohl dem Papier keine

Zustimmung erteilen werden, weil in den Augen der juristischen

Oberinstanz des Fachnebenressorts „Maschinen in öffentlichen

Veranstaltungsstätten“ des TÜVs, nach erster Voreinschätzung, ganz

entscheidend für eine weitere Prüfung es sich nicht um eine

Teemaschine handeln würde und in der gleichen gutachterlichen

Vorabstellungnahme dem Ansinnen von Dr. rer.pol. W. Wolverast

obendrein vorzuwerfen wäre, dass eine klar heraus lesbare, rassistische

Einstellung den Teetrinkern gegenüber mit den geltenden, gesetzlichen

Bestimmungen derzeit nicht vereinbar wäre.

© Kariologiker

PS Saltimbocca bedeutet auf Deutsch: Spring in den Mund

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Schneller Fußgänger

 

Es kam plötzlich einfach so über mich. Der elendige Ischias macht mir lang schon kein’ Spass und da dachte ich so unbedarft und eigentlich gar nicht ganz ernst, vielleicht jogge ich mal um unsere Talsperre.

Keine Angst, man hat sie nicht leer gepumpt als man mich kommen sah, denn heute morgen habe ich nach dem ersten, zart erkennbaren Sonnenstrahl mich dann sportiv bekleidet und bin los gelaufen.

 

Zum Glück gibt es nette Freunde, die einem in solch „weltfremden“ Ansinnen mit guten Ratschlägen zur Seite stehen und nachdem ich auf einem sozialen Netzwerk mich dazu unsozial geäußert hatte, bekam ich postwendend die ultimative Gebrauchsanweisung für den schnellen Fußgänger gepostet. Vorweg möchte ich nicht vergessen zu erwähnen, dass eine schnöde Trinkflasche nicht reicht … ausgerüstet mit einer Minibar, zwei 1000 Watt-Lautsprechern, die mich mit Heinos „Hoch auf dem gelben Wagen“ motivierten läuft es sich gleich viel besser.

 

 

Eike Caren hat geschrieben: „Die Erstausstattung für den ungeübten Läufer: Dress mit Vor- und Rückstrahlern, so wie eingebauter Klimaanlage. Der Aufdruck auf der Brust sollte die komplette Adresse sein, auf der Rückseite günstigstenfalls eine Anfahrskizze zum nächsten Krankenhaus. Erste- Hilfe- Pack mit mindestens einer behelfsmäßigen Schiene (man läuft ja nicht immer durch den Wald). Eine Kappe oder ein Hut mit Schweißband und kombiniertem Regenschirm- Ventilator oben drauf. Die dafür nötigen Batterien trägt man praktischerweise am Hosenbund, n dem auch eine Trinkflasche (mind. 1 Liter) und ein fotofähiges Handy befestigt sein sollten. Auch die Schuhe sollten mit Vor- und Rückstrahlern ausgestattet sein. Mit einem Edding vermerkt man darauf die Blutgruppe und eine kurze Patientenverfügung. Selbige tätowiert man sich, mitsamt Anfahrtsskizze, Adresse, heimischer Telefonnummer und dem Namen der nächsten zu informierenden Person (und deren Telefonnummer, falls nicht mit der eigenen identisch) an eine gut sichtbare Körperstelle. nun kann nix mehr schief gehen – auf zum ersten Run!!!“

 

 

Natürlich habe ich keinen der gute Ratschläge Folge geleistet, was man sich nur leisten kann, wenn man die Folgen kennt. Morgen kaufe ich mir einen Runmeter, so eine App für mein iPhone, um jeden Lauf-Meter über das wichtigste Netzwerk unserer Zeit GPS gesteuert simultan allen Menschen die es wissen sollen, ob sie wollen oder nicht mitzuteilen. Nein, diese Anwendung gibt es noch nicht für Amokläufer!

 

 

© Kariologiker / Eike Caren Handtrack

 

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Ein neues Hilfsmittel Ein neues Hilfsmittel

Ich benutze jetzt ein Tool … ehmmmm … APP, das PixelPumper heißt.

Ich benutze jetzt ein Tool … ehmmmm … APP, das PixelPumper heißt.

Das Foto, das ich einfüge, kennt ja jeder … oder? Jaaa, da war ich noch jung und schön … jetzt sind wir nur noch jung … aber es ist ja nur ein Versuch.

© ha … sogar das Copyright kann es…

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Synchronschwimmen

Synchronschwimmen

Eine Sportart, die man vielleicht mögen kann, zu der man aber zumindest schon eine gleichwertige Einstellung haben muss, wie zum Eiskunstlaufen, denn das Schwimmen an sich ist kein Schwimmen, wie man es langläufig als Schwimmen kennt, da man mit derartigen Verrenkungen noch nicht einmal das Seepferdchen bekäme, ist das Sychronschwimmen. Und weil es bei dieser Sportart Schiedsrichter gibt, die nicht nur darüber entscheiden müssen, ob die Schwimmanstrengungen synchron waren, sondern auch noch benoten, ob das schön war, was der Wassersportler erschwommen hat, ist es eher ein Wettkampf, den nicht der Sportler gewinnt, sondern ein Richter gewinnen lässt. Wobei Schwimmen in dieser Sportart sehr wenig mit synchron zu tun hat, es sei denn man definiert Schwimmen einzig als die Fähigkeit, nicht zu ertrinken.


Eine ganz spezielle und von mir überaus begierig verfolgte Disziplin des Synchronschwimmens ist das

Einzelsynchronschwimmen.

Schon die Wahl des Begriffes lässt mich stark an dem Gesinnungszustand der Sportartenbezeichner zweifeln, denn wenn synchron etwas damit zu tun haben könnte, dass zwei Individuen etwas Identisches gleichzeitig und parallel ausführen, dann hat das Einzelsynchronschwimmen schlicht einen Schwimmer zu wenig, um auch nur annähernd definitionsgerecht als Bezeichnung erklärbar zu machen, was wirklich damit gemeint ist.

Das Einzelsynchronschwimmen wird, wie alle anderen Synchronschwimmendisziplinen, als offizielle Wettkampfdisziplin ausschließlich von Frauen ausgeübt. Undenkbar, und wodurch es zu einem direkten Ausschluss einer Synchronschwimmerstaffel kam, ist die Teilnahme eines männlichen Synchronschwimmers. Männer können das nicht und damit dürfen Männer das nicht, entschied das IOC vor nicht all zu langer Zeit und damit basta. – Und der Mann konnte vielleicht synchron … also ehrlich, ich kenne mich darin vielleicht nicht so gut aus … doch wenn der nicht synchron war … aber lassen wir das -

Eine grazile, dem Hungertod nah erscheinende, blonde Zierlichkeit – alle Synchronschwimmerinnen sind blond … bis auf die dunklen – grell und wasserfest geschminkt, die Haare kunstvoll in Form gebracht und noch kunstvoller festgesteckt, mit einer überdimensionalen Nasenklammer im Gesicht, steht nun in ihrem Glitterbadeanzügleinchen, schielend ( wegen der Nasenklammer schielen fast alle Synchronschwimmerinnen ) am Beckenrand, verbeugt sich gekünstelt wie eine Ballettratte, schwingt ihre spargeldünnen Ärmchen in ‚pas-de-deux Stellung’ und wartet.


Plärrend laut und scheppernd setzt plötzlich Musik ein, die, schon allein durch die ureigene Schwimmbad-Akustik in unendlicher Doppelung durch reflektierende Kachelwände entstanden Echoeffekte, frühestens nach der Hälfte der Darbietung erst erkennen lässt, dass es sich um ein klassisches Stück handelt. Dieser Musikeinsatz nun provoziert reflektorisch bei der Einzelsynchronschwimmerin eine kaum merkliche Bewegung. Sie hupft vom Beckenrand ins Wasser und ist weg. Untergetaucht. Sie bleibt abgetaucht und fast schon haben sich die Wellen verlaufen und die Wasseroberfläche sich geglättet, da taucht etwas auf. Beine. Mit durchgestreckten Füßen voran bohren sich diese Beine aus dem Wasser.


Nun kommt die Kür, die fast ausschließlich, wie eine Ente beim Essen sammeln, mit dem Kopf unter Wasser stattfindet. Die langen, ebenfalls spargeldünnen Beine ragen in anstrengend aussehender Verrenkung aus dem Wasser heraus und versuchen nicht nur eine grazile Bewegung durch kreuz und quer schwingen zu vollziehen, sowie in wechselseitig rasanten Drehungen ihre Extremitäten ein und abzuknicken, sondern lösen bei jedem unbedarften Besucher und Zuschauer einen unvermeidbaren Rettungsinstinkt wach, so dass man sie alle, fast körperlich schon rufen hört: „Mädchen, komm, nun hol doch endlich mal Luft.“ Die Tauchphase ist oft so lange, dass niemand daran glaubt, dass es ohne Unterwasserbeatmung durchführbar ist, was diese Synchronschwimmerinnen leisten. Ich kenne keinen, der es solange unter Wasser, ohne Luft nachzutanken, aushielte, besonders dann nicht, wenn er unentwegt zappelt. Bei mir zu Hause in der Badewanne schaffe ich es keine Minute lang unter Wasser zu bleiben und das bei völlig entspannter Badelage.


Die kakophone, echoverstärkte Musik läuft unerbittlich weiter und das arme Mädchen muss sich immer weiter abstrampeln. Plötzlich verstummt die Musik. Die Kacheln geben die restlichen, reflektierten Töne noch zaghaft abklingend wieder und genau mit diesem finalen Ton reißt die Einzelsynchronschwimmerin den Kopf aus dem Wasser, giert unendlich beherrscht nach Luft und setzt, während sie in einer Schlusspirouette den Spargel über den Kopf wirft, eine Lächeln auf, als ob sie so eben erfolgreich einen weiteren Abschnitt ihres einsamen Sexuallebens absolviert hat. Tosender Applaus soll nun die Schiedsrichter beeindrucken, die alles scharf beobachten haben,  – weswegen sie noch lange nicht Scharfrichter genannt werden… -  und nach den Höchstnoten greifen lassen.
Die Ente ist aufgetaucht und wer nun meint, sie watschelte völlig entkräftet aus der Schwimmhalle, der hat sich getäuscht. Mit der zweiten Luft, denn mehr hatte sie bisher nicht, stolziert sie nun im Zehenspitzengang und ballerinahafter Körperstreckung am Beckenrand entlang, als ob sie damit einen der strammen Turmspringer für den Abend aufwärmen wollte und das mit unvermindertem, wie fest gefrorenem Lächeln.
Der Wettkampf ist für diese Teilnehmerin des Einzelsynchronschwimmens zu Ende.
Nach der Leistungseinteilungsentscheidung, deren Begutachtungskriterien mir völlig schleierhaft sind, klappt das Klappergestell dann endlich doch noch auf Normalgröße zusammen und schlendert so, wie man es von einem normalen Menschen kennt, aus der Schwimmhalle heraus.

Doch bevor die Nächste, quasi die Zwillingsschwester auftritt, denn alle Einzelsynchronschwimmerinnen sehen gleich aus – fast gleich aus – stellt sich mir dringlicher den je die Frage, warum ertrinken diese Hungerstangen nicht und warum heißt es Einzelsynchronschwimmen? Müsste es nicht Einzelsynchrontauchen heißen oder gar Einzelsynchronextremtauchen? Denn das diese bulämiebetonte Sportart von jeder Akteuresse synchron war, sollte nicht die Frage sein. Schließlich gab es ja keine störende Einzelsynchron-mit-schwimmerin.


Doch so ist der Sport eben. Fair? Hauptsache Wettkampf, doch für welchen Preis?

© Kariologiker

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Anrufversager

Mein Beispiel für kölsches Monologisieren im neuen Kleid.

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MyCriminellIllness

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