Archiv für September 2018

Rosentot

 

Wenn der große Garten friert 

in dem gestern noch die Rose blühte

fallen Schuppen aus der Gänsehaut

mischen sich drängend in den Dünger.

 

In der Rinde der Bäume stirbt

der Ast, der voller Knospen war.

Das Karussell verliert den Schwung

und die Freude der Kinder wird tonlos.

 

Morgen werde ich wieder Brötchen kaufen

So, wie jeden Tag, ohne zu fragen

Ich werde wieder in den Garten laufen

weil ich Rosen so friedlich finde, wie alle sagen.

 

©  Kariologiker 9/18

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Tetris

Der tägliche Einkauf gestaltet sich immer mehr zum Stapelwettbewerb. Viereckige, runde oder gar ovale Verpackungen, neben individuell verpackten Wurst- und Käseaufschnitt müssen in einem viereckigen Einkaufskorb verstaut werden. Ganz schwierig wird es bei frischem Obst oder Gemüse, die sich fast keiner Ordnung unterordnen wollen, egal, wie gut man stapeln kann. 

Einfach in den Korb rein schmeißen wäre eine Lösung, zugegeben, es ist ein recht  kleiner Korb, denn bei einem großen kauft man immer mehr ein, als man möchte. Also einfach alles in den Korb ohne System hinein zu werfen ginge, aber das würde logischerweise bedeuten, dass einige Teile nicht mehr hineinpassen und der Weg zum Auto zum Jonglierakt werden würde, was mir gar nicht gefällt. Allein der Umstand dann nicht an den Autoschlüssel zu kommen, wenn man die vielen Einzelteile unterm Arm und in den Händen halten muss, nicht auszudenken, welches Chaos sich darin verbergen könnte. Ich lebe gerne sortiert und gut organisiert. Das spart Zeit und ist bequem. Und bequem ist es etwas schnell erledigt zu haben und dann freie Zeit für andere Dinge zu haben. 

Durch jahrelanges Tetris spielen, und das ist nun schon Jahrzehnte her, sortieren sich die Waren schon auf dem Laufband zur Kasse so in meinem Kopf, dass jede Lücke im Korb effizient genutzt wird und ausgefüllt wird, wenn ich dann den Einkauf verstauen muss. Wie beim Computerspiel Tetris ist die Verstauungseffinzienz (oder eben die Gewinnchance beim Spiel) dann größer, wenn man die Waren vorsortiert. Beim Spiel ist es gut, wenn man versteht das nächste Modul, neben dem Einsortieren des just im Fallen befindlichen gedanklich so justiert wird, dass eine damit geschlossenen Reihe sich auflöst, denn das erst bringt richtig Punkte. Beim Verstauen ist es wichtig die Einkäufe auf dem Laufband so hinzulegen, dass man sie in der fast schon richtigen Reihenfolge nach dem Einscannen fast achtlos von der Kassiererin in meine Richtung gefischt wird und  zu meinem Korb rutscht. 

Tetris übt für solche Arbeitsabläufe ungemein und es bleibt tatsächlich davon etwas im Kopf. Eine recht nützliche Konditionierung, die jedem Lademeister die Arbeit erleichtern würde und natürlich mir beim Einkaufen hilft. Ich gehe meist gut sortiert mit einem Korb, in dem alles schön eingeordnet worden ist zum Auto und habe noch eine Hand frei zum Bedienen des Autoschlüssels.

Das ist schon derart Routine geworden, das meine Frau nur noch Tetris zu sagen braucht und schon sortiere ich los und verstaue alles nach meinem gewohnten Tetris-System und das sowohl virtuell als auch konkret.

Und jetzt sage noch einer Videospiele seien schlecht fürs Leben. Gut, bei meinem  Büro klappt das noch nicht. Aber, ich arbeite dran.

Euer Kariologiker

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Sinnesblind

 

Ein Traum von Vanille zieht über den Balkon

Der Wind ist wie in Lenor gedämpft

Ein in Buddha gegossener Hosenanzug

Kräuselt sich in meine Wahrnehmung.

 

Beschwingt geht eine fremde Melodie

Um meinen Bart und macht einen Tangoschritt

Heute Abend schlafe ich sicher zart

Und wünsche mir das Einhorn als Gehhilfe.

 

Wenn ich morgen den Tau essen darf,

Den die Nacht schon verzehrt hat,

Dann greife ich zur Harfe und singe

Ein Lied das niemand stört.

 

© Kariologiker 8/18

 

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Mistzellen

Mehr und mehr sieht man allerorts in den Kosmetikabteilungen der Discounter Pflegeartikel die, und explizit beworben, Micellen enthalten. Allein diese nackte Information ist für viele kaufentscheidend und stellt diese Produkte anderen voraus. Dementsprechend betitelt sind diese Produkte selbstredend etwas teurer und allen anderen gegenüber ”leuchtend hervorgehoben” beworben.

Mir ist dieser neuerliche Hype selbstverständlich nicht entgangen und ich habe mich natürlich gefragt, was es mit diesen Micellen auf sich hat, dass sie nicht nur in besonderer Weise in den Produkten hervorgehoben werden und das im Besonderen beworben wird. In einer recht schnellen Recherche bin ich fündig geworden und habe etwas gestaunt.

So erklärt Wikipedia sehr detailliert:
”In einem Dispersionsmedium (meist Wasser) binden die amphiphilen Moleküle aufgrund des hydrophoben Effekts aneinander. Dieser Vorgang wird Selbstassemblierung genannt. Mizellen bilden sich ab einer bestimmten Massenkonzentration, der kritischen Mizellbildungskonzentration (CMC), aufgrund der Neigung der Tenside zur Phasentrennung. Das bedeutet, die hydrophilen Teile (Köpfe) der Tensidmoleküle richten sich zu den angrenzenden Wassermolekülen aus, wogegen die hydrophoben Teile (Schwänze) sich zusammenlagern und somit eine eigene Phase bilden. Eine solche Mizelle hat typischerweise eine Größe von wenigen Nanometern, zum Beispiel zirka 4 nm für eine SDS-Mizelle in Wasser.” [Zitatende]

Ohne weitere Details auszuführen, da sie mit Leichtigkeit selbst zu eruieren sind, muss man schon eine klassische Ausbildung wie z.B. in der Pharmazie oder Medizin oder Biologie besitzen, um auf des Pudels Kern zu kommen. Und das Ergebnis?

…es ist einfach nur, und bitte nicht erschrecken,

S E I F E.

Ja, das verwundert, oder?

Euer Kariologiker

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Clara

Ein kleines Mädchen, Tochter meiner Bekannten Yvonne, befand die Rohfassung so gut, dass diese Komposition nun ihren Namen trägt. Danke, Clara, für Dein Lob.

 

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Bewegungen

Bewegungen kommen in Bewegung, aber bewegen nichts. Metoo ist leider alles andere als das, was man sich davon erhoffte. Bis auf die profitorientierten Rechtsanwälte in Amerika, die einen Reibach witterten und auch gemacht haben, interessiert es eigentlich niemanden. Da es sich langsam ausgemetoot hat, gibt es jetzt shetoo. Und weil das ja so rischtisch toll ist, gibt es bei uns diese Portale wo man etwas unterschreiben kann. Man setzt dafür etwas in Bewegung und anschließend überschüttet man die Menschen mit der Aufforderung mitzumachen. Ob allerdings atac, change org oder wie sie alle heißen wirklich etwas bewegen …?

So sollen wir jetzt aufstehen. Und um alle so richtig heiß zu machen und mit Verlustängsten zu ködern, dass man ja noch gar nicht aufgestanden ist, werden einem Zahlen vor die Nase gehalten, die, egal ob richtig oder falsch, einen aufrütteln sollen. Also, ich glaube weder, dass die olle Wagenknecht 50.000 auf die Beine bringt, geschweige denn mehr. Noch so eine heiße Luft?

So, das Sommerloch ist vorbei. Die Temperaturen passen sich langsam wieder der Normalität an und jetzt wäre es schön, wenn mal wieder richtige Themen gewälzt werden würden.

©  Kariologiker

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Sabia

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