Archiv für April 2017

Da haben wir es schon wieder

Und wieder habe ich es geschafft so lange zu denken, bis ich zur ultimativem Erkenntnis kam. Die Lösung ohne ein Problem.
Es mag etwas seltsam klingen, aber immer häufiger werde ich mit Lösungen belästigt, die kein Problem gefordert hat. Das Problem wird schlicht überflüssig. Wir nehmen gleich die Lösung. Ein schlichter Satz soll hier als Beispiel dienen: „Da haben wir es wieder.“ Und jedesmal erstarre ich und frage: „Was haben wir? Und warum schon wieder?“
Die Antworten sind so verquer, dass ich einfach nicht mehr dazu komme, das Grundproblem zu erkennen und so komme ich ungewollt zu der Erkenntnis, dass es entweder niemand interessiert oder gar niemand weiß. Wäre uns ein Problem bekannt, sähe die Lösung bestimmt anders aus, als nur: „Da haben wir es wieder.“
Es müsste also scheinbar eine kausale Kette voraus gegangen sein, die durch eine mehrfache Wiederholung zu dem Satz führte, dessen Ursprung entweder schon vergessen worden ist oder gar nicht bestanden hat. So wird der Satz zu einem Problem, das sicher nicht das Problem kennt, womit wir in einer Floskel drauf hinweisen wollen. Ich suche keine Lösung mehr, denn die kennen offensichtlich schon alle, sondern ein Problem. Das Problem dabei aber ist, dass ich nicht von einem Problem ausgehen kann und so bleibe ich dabei im Kreis meine Synapsen zu animieren und hoffe, dass mir irgendwann ein Problem in den Schoß fällt, zu dem genau dieser Satz passt.
Da haben wir es schon wieder und so denke ich einfach weiter.

© Kariologiker

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Ostern … und so.

Ohne lange mit der Copy&Paste Taste zu jonglieren, verlinken ich mich einfach mal selbst. Denn „Ostern und das mit dem Ei“ ist und bleibt mir ein Rätsel. Auch wenn mir ständig jemand ganz logisch erklärt warum was mit wem und weshalb das so sein muss … nein, ich bekomme das nicht übereinander. Deswegen bleibt es bei meiner Recherche, an der sich bis heute nichts geändert hat.

https://kariologiker.wordpress.com/2012/04/03/ostern-und-das-mit-dem-ei/

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Akustischer Moment 

Ich habe vor einigen Tagen eine Hommage an die akustische Gitarre gelesen, von einem Musiker, der durch alle Genres gegangen ist und sehr respektvoll von seine Rückkehr zur akustischen Gitarre beschreibt und besonderes zu der mit Nylonsaiten bespannten.Als ich diese Zeilen las, kam ich nicht umhin, an meine Erfahrung mit all den elektronischen Hürden zu denken, die ich bei meinen kurzen Ausflügen in das Rockgenre gemacht habe. Vielleicht ist es eine Frage des Typs, aber ich war in dieser Zeit weniger mit Harmonien beschäftigt, als mehr mit den kleinen Rädchen und Schiebern, die es an den Verstärkern und Effektgeräten in solchen Mengen gibt, dass man sich ständig genötigt fühlt daran herum zu spielen, in der Hoffnung seinen Sound zu optimieren oder bekannte Sounds zu finden. Ich habe mich immer in diesem WirrWarr verirrt und bin stets weiter weg von dem gedriftet, was ich eigentlich wollte und weswegen ich mich dem elektronischen Überbau gewidmet hatte. Letztendlich habe ich es ganz gelassen und arbeite, wie in alten Zeiten mit sechs akustischen Saiten, in denen mich heute nur noch die Suche nach neuen harmonischen Gerüsten leitet.

Dann und wann legen sich heute die Finger auf die Saiten und es erklingen, ohne dass ich auch nur annähernd bewusst mache, neue Harmonien, wie ich sie wissend nicht gefunden hätte. Dann überraschen sie mich, die akustischen Momente.
© Kariologiker 

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Disklussion

Wollen die Menschen Frieden

führen sie immer erst Krieg.

Erst wenn alles zerstört worden ist

werden sie schmerzlich feststellen,

dass Krieg keinen Frieden gibt.

 

© Kariologiker

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Determiniert

Wenn wir wissen, welche Variationen uns offen gestanden haben,

werden wir enttäuscht sein darüber,

wie wenig man uns zugetraut hat

 

Wenn wir wissen, wie viel man uns zugemutet hat,

erstaunt es uns nicht,

wenn uns wenig Potential eingeräumt wurde.

 

Wenn wir wissen, was man uns vorenthalten hat,

erstaunt es doch schon sehr,

dass wir nicht zum Mörder geworden sind.

 

Und immer werden wir uns dankbar zeigen.

Immer!

©  Kariologiker

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Barock

ICH bin das Schicksal, sagte der Tod

und meinte, dass nicht einmal das Glück

ihm den Rang streitig machen könne.

© Kariologiker

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Musik ist Kunst

Musikalische Begriffe – eine Auswahl

adagio – langsam
affretando – rascher, eilend
agitato – unruhig, erregt
allargando – langsamer werdend munter, lustig, schnell
allegro – gehend, schreitend
animato – lebhaft
appassinato – leidenschaftlich
arpeggio – wie eine Harfe
bravum – kühn, virtuos
con brio – Schwung, Ausdruckskraft
con anima – mit Empfindung
deciso – entschlossen, entschieden
dolce – süß, zart, sanft
dolcissimo – überaus sanft, lieblich
dolente – schmerzerfüllt, auch bezeichnet als
doloroso – klagend, traurig
energico – energisch, entschlossen
forte-piano – laut, dann leise
fugato – fugenartig
grave- schwer, sehr langsam
impetuoso – stürmisch, ungestüm
lacrimoso – traurig, klagend
largo – breit, langsam
legato- gebunden
leggiero – flink, feinfühlig
l’istesso tempo – Tempo haltend
lontano – aus der Ferne
lusingando – schmeichelnd
ma non troppo – aber nicht zu sehr
mancando – leise verhauchend
martellato – gehämmert
morenado – ersterbend
nobilmente – edel
parlando -nSprechgesang
passionato – leidenschaftlich
patetico – pathetisch
piacevole – gefällig
pizzicato – angezupft
prestissimo – sehr schnell
rallentando – langsamer werdend
rigoroso – streng, rigoros
risvegliato – lebhaft werdend
ritardando – verzögernd
scherzando – spielerisch
sforzando – plötzlich betont
slargando – breiter werdend
smorzanado – ersterbend
staccato – kurz, gestoßen
strepitoso – lärmend
suave – lieblich, schmeichelnd
tacet – schweigt
tempo primo – Originaltempo
teneramente- zärtlich
tranquillo – ruhig

 
Musik ist nicht nur Kunst

Nun, zum einen sprechen die meisten Musiker nur noch englisch und eher kein italienisch – außer den Italienern unter den Musikern – und zum anderen lesen sie keine Noten, sondern nur noch Knöpfe. Denn neben ihrem Instrument steht immer ein Gerät mit vielen, meist viel zu vielen Knöpfen.
Knöpfe sind auch nicht gerade vergleichbar mit dem Lesestoff, wie man ihn von den Noten her kennt, weil Noten lesen zu können meist im Zusammenhang mit dem Erlernen eines Instrument Spielens einher geht, wobei das Erlernen von Schaltern eher ein deduktiver Prozess ist. Man dreht solange, bis man meint, dass es einem gefällt.
Zugegeben, auch ich habe einst diese Geräte mit den vielen Knöpfen bedient. Es ist total langweilig und zeitraubend. In dieser Zeit, die ich mit Drehen und Einstellen verbracht habe, hätte ich ein ganzes Mittagessen kochen können, aber da ich nicht kochen kann, hätte ich nacheinander lieber Gitarre, Kontrabass und Tenorhorn üben können und noch Zeit gehabt mir das kochen beizubringen. Denn wenn man sieht, wer alles im TV kochen darf … da spiele ich doch lieber ein Instrument.

Spielen nun ausnahmsweise einmal zwei Musiker, oder noch mehr, zusammen, und damit meine ich auch jene Musiker, die nur Knöpfe gelernt haben, bedarf es einer Konvention, man muss sich absprechen, sonst wird datt nix. Es sei denn, es soll keiner zu hören bekommen.
Der Vortragende jedoch muss sich stets dann, wenn er andere Vortragende zur Seite hat, sich in den Regeln zum Vortrag auskennen und ganz besonders dann, wenn ein Dritter, nicht Vortragender, das Stück der Vortragenden geschrieben, also komponiert hat. Dazu benutzt der Komponist in der Regel ein Form von Hieroglyphen, die als kleine Punkte, hohl oder ausgefüllt, mit oder ohne Hals und Fähnchen, in einem fünfzeiligen System nach allgemein gültigen Regeln so aufgemalt hat, dass jeder, der diese Regeln kennt, die Komposition oder das Arrangement so wiedergeben kann, wie es sich der Erfinder wohl gedacht hat.
Damit es auch mit der Wiedergabe der Gefühlswelt des Komponisten zum Zeitpunkt des Komponierens oder die für den Komponisten richtige Stimmung zu Wiedergabe seiner Idee klappt, bedarf es einiger dynamischer Wiedergaberegeln, die sowohl geschrieben, als auch gezeichnet einer Hieroglyphenaneinanderreihung beigefügt, sicherstellen sollen, dass jeder Musiker, der des Dechiffrierens dieser Anmerkungen mächtig ist, es so spielt, wie der Komponist es meint.
Ja, ich gebe es zu, das hört sich kompliziert an. Und ja, das ist es auch. Denn der Komponist philharmonischer Orchesterwerke muss sich besonders dann in allen Einzelheiten seiner musikalischen Idee korrekt organisieren, wenn sein Werk auch nach seinem Ableben noch weiterleben soll.
In aller Regel übernimmt das Einüben eines solch komplexen Werkes ein Übungs- und Vortragsleiter, der gerne auch Dirigent genannt wird, weil es das dirigiert, was hieroglyphisch notiert wurde. Dabei legt es besonders Wert darauf, dass insbesondere die Dynamik neben den, in allen erdenklichen Tonarten notierten Werken, umgesetzt wird. Das ist, neben der variablen Tempi, sein großes Anliegen, um dem Werk eine interpretatorische Note zu geben.
Viel Spielraum dafür sind ihm bei reinen Blasorchestern mit Arrangements von Popmusik nicht gegeben. Nimmt man z.B. Peter Maffey, den ich mir erst letztens anhören durfte, dann ist das Ergebnis eher dürftig, bedürftig an arrangementtauglichem Basismaterial. Große Meister jedoch, wie z.B. Rob de Haan, schaffen es hingegen ein Orchester richtig zu fordern. Dann muss jeder. Musiker eines Orchesters über sieben Brücken gehen.

Tja, so kann Musik sein, muss sie aber nicht. Ich habe mich nie dafür begeistern können, etwas zur Schau zu stellen, was ich nicht kann und deswegen begebe ich mich in das disziplinarische Korsett eines Orchesters zu begeben, ein Erlebnis, das nicht nur davon lebt Simplifizierungen zu produzieren. Denn es erstaunt nun wirklich, was sich der gemeine Popkünstler dabei denkt, wenn er eine Melodie mit dem musikalischen Gerüst von Kinderliedern vorträgt und nur, weil Millionen von bildungsfernen, aggressionsverirrten Fans in alkoholisiertem Zustand in einer Regression sich pöbelnd von ebenso pöbelnden Musiker animiert fühlen, dieser Vergewaltigung für Ohr und Hirn ihren Zuspruch zu geben meinen, sie würden gute Musik machen. Nein, das ist alles so sinnarm, wie es uninteressanter nicht sein kann.

Musik ist Kunst. Und ich werde es nie verstehen, was Pop ist.

© Kariologiker

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