Archiv für die Kategorie Musik und mehr

Musik ist Kunst

Musikalische Begriffe – eine Auswahl

adagio – langsam
affretando – rascher, eilend
agitato – unruhig, erregt
allargando – langsamer werdend munter, lustig, schnell
allegro – gehend, schreitend
animato – lebhaft
appassinato – leidenschaftlich
arpeggio – wie eine Harfe
bravum – kühn, virtuos
con brio – Schwung, Ausdruckskraft
con anima – mit Empfindung
deciso – entschlossen, entschieden
dolce – süß, zart, sanft
dolcissimo – überaus sanft, lieblich
dolente – schmerzerfüllt, auch bezeichnet als
doloroso – klagend, traurig
energico – energisch, entschlossen
forte-piano – laut, dann leise
fugato – fugenartig
grave- schwer, sehr langsam
impetuoso – stürmisch, ungestüm
lacrimoso – traurig, klagend
largo – breit, langsam
legato- gebunden
leggiero – flink, feinfühlig
l’istesso tempo – Tempo haltend
lontano – aus der Ferne
lusingando – schmeichelnd
ma non troppo – aber nicht zu sehr
mancando – leise verhauchend
martellato – gehämmert
morenado – ersterbend
nobilmente – edel
parlando -nSprechgesang
passionato – leidenschaftlich
patetico – pathetisch
piacevole – gefällig
pizzicato – angezupft
prestissimo – sehr schnell
rallentando – langsamer werdend
rigoroso – streng, rigoros
risvegliato – lebhaft werdend
ritardando – verzögernd
scherzando – spielerisch
sforzando – plötzlich betont
slargando – breiter werdend
smorzanado – ersterbend
staccato – kurz, gestoßen
strepitoso – lärmend
suave – lieblich, schmeichelnd
tacet – schweigt
tempo primo – Originaltempo
teneramente- zärtlich
tranquillo – ruhig

 
Musik ist nicht nur Kunst

Nun, zum einen sprechen die meisten Musiker nur noch englisch und eher kein italienisch – außer den Italienern unter den Musikern – und zum anderen lesen sie keine Noten, sondern nur noch Knöpfe. Denn neben ihrem Instrument steht immer ein Gerät mit vielen, meist viel zu vielen Knöpfen.
Knöpfe sind auch nicht gerade vergleichbar mit dem Lesestoff, wie man ihn von den Noten her kennt, weil Noten lesen zu können meist im Zusammenhang mit dem Erlernen eines Instrument Spielens einher geht, wobei das Erlernen von Schaltern eher ein deduktiver Prozess ist. Man dreht solange, bis man meint, dass es einem gefällt.
Zugegeben, auch ich habe einst diese Geräte mit den vielen Knöpfen bedient. Es ist total langweilig und zeitraubend. In dieser Zeit, die ich mit Drehen und Einstellen verbracht habe, hätte ich ein ganzes Mittagessen kochen können, aber da ich nicht kochen kann, hätte ich nacheinander lieber Gitarre, Kontrabass und Tenorhorn üben können und noch Zeit gehabt mir das kochen beizubringen. Denn wenn man sieht, wer alles im TV kochen darf … da spiele ich doch lieber ein Instrument.

Spielen nun ausnahmsweise einmal zwei Musiker, oder noch mehr, zusammen, und damit meine ich auch jene Musiker, die nur Knöpfe gelernt haben, bedarf es einer Konvention, man muss sich absprechen, sonst wird datt nix. Es sei denn, es soll keiner zu hören bekommen.
Der Vortragende jedoch muss sich stets dann, wenn er andere Vortragende zur Seite hat, sich in den Regeln zum Vortrag auskennen und ganz besonders dann, wenn ein Dritter, nicht Vortragender, das Stück der Vortragenden geschrieben, also komponiert hat. Dazu benutzt der Komponist in der Regel ein Form von Hieroglyphen, die als kleine Punkte, hohl oder ausgefüllt, mit oder ohne Hals und Fähnchen, in einem fünfzeiligen System nach allgemein gültigen Regeln so aufgemalt hat, dass jeder, der diese Regeln kennt, die Komposition oder das Arrangement so wiedergeben kann, wie es sich der Erfinder wohl gedacht hat.
Damit es auch mit der Wiedergabe der Gefühlswelt des Komponisten zum Zeitpunkt des Komponierens oder die für den Komponisten richtige Stimmung zu Wiedergabe seiner Idee klappt, bedarf es einiger dynamischer Wiedergaberegeln, die sowohl geschrieben, als auch gezeichnet einer Hieroglyphenaneinanderreihung beigefügt, sicherstellen sollen, dass jeder Musiker, der des Dechiffrierens dieser Anmerkungen mächtig ist, es so spielt, wie der Komponist es meint.
Ja, ich gebe es zu, das hört sich kompliziert an. Und ja, das ist es auch. Denn der Komponist philharmonischer Orchesterwerke muss sich besonders dann in allen Einzelheiten seiner musikalischen Idee korrekt organisieren, wenn sein Werk auch nach seinem Ableben noch weiterleben soll.
In aller Regel übernimmt das Einüben eines solch komplexen Werkes ein Übungs- und Vortragsleiter, der gerne auch Dirigent genannt wird, weil es das dirigiert, was hieroglyphisch notiert wurde. Dabei legt es besonders Wert darauf, dass insbesondere die Dynamik neben den, in allen erdenklichen Tonarten notierten Werken, umgesetzt wird. Das ist, neben der variablen Tempi, sein großes Anliegen, um dem Werk eine interpretatorische Note zu geben.
Viel Spielraum dafür sind ihm bei reinen Blasorchestern mit Arrangements von Popmusik nicht gegeben. Nimmt man z.B. Peter Maffey, den ich mir erst letztens anhören durfte, dann ist das Ergebnis eher dürftig, bedürftig an arrangementtauglichem Basismaterial. Große Meister jedoch, wie z.B. Rob de Haan, schaffen es hingegen ein Orchester richtig zu fordern. Dann muss jeder. Musiker eines Orchesters über sieben Brücken gehen.

Tja, so kann Musik sein, muss sie aber nicht. Ich habe mich nie dafür begeistern können, etwas zur Schau zu stellen, was ich nicht kann und deswegen begebe ich mich in das disziplinarische Korsett eines Orchesters zu begeben, ein Erlebnis, das nicht nur davon lebt Simplifizierungen zu produzieren. Denn es erstaunt nun wirklich, was sich der gemeine Popkünstler dabei denkt, wenn er eine Melodie mit dem musikalischen Gerüst von Kinderliedern vorträgt und nur, weil Millionen von bildungsfernen, aggressionsverirrten Fans in alkoholisiertem Zustand in einer Regression sich pöbelnd von ebenso pöbelnden Musiker animiert fühlen, dieser Vergewaltigung für Ohr und Hirn ihren Zuspruch zu geben meinen, sie würden gute Musik machen. Nein, das ist alles so sinnarm, wie es uninteressanter nicht sein kann.

Musik ist Kunst. Und ich werde es nie verstehen, was Pop ist.

© Kariologiker

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-Ich- Denk an Dich

 

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MyCriminellIllness

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Die Bilder des Fred Rauch

Ein befreundeter Maler aus München hat diese Zeichnungen für unser Buch „In aller Kürze“ gemalt.    ISBN 978-3-8448-0500-0

Sie allein sind schon einen Augenweide, abgesehen von den Texten…

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Alle Rechte zu den Zeichnungen liegen bei Fred Rauch. Kopieren ist nicht erlaubt und bedürfen der vorherigen Erlaubnis.

Vielen Dank.

Kariologiker

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Musik, Text – Beides ein Instrument?

Text und Musik

oder

Text gleich Musik?

Die Besonderheit vieler Deiner Texte, Kariologiker, liegt nicht nur in Deiner herausragend feinen Beobachtungsgabe und der oft lakonischen, meist humoristischen Ausdrucksweise, mit der Du immer treffsicher abschlägst und punktgenau einlochst, sondern vor allem anderen an der Musikalität Deiner Sprache.

Der Jazzer und frei improvisierende Gitarrist in Dir bahnt sich mittels Deiner Diktion einen (zusätzlichen) Weg nach außen. Dein Kopf und/oder Herz müssten sonst wahrscheinlich platzen bei dieser Anzahl von Ideen und Eingebungen.
Die angestaute Kreativität muss einfach raus, egal welches Ventil sie dabei nutzt, wie jener berühmte Affe, der uns alle gelegentlich juckt.

Da nun die Musik Dein eigentliches Steckenpferd und Deine besondere Berufung ist, singst und musizierst Du einfach mittels Deiner Sprache, wenn gerade kein geeignetes Instrument (und das ist bei Dir schwierig) zur Verfügung steht. Die wohlgesetzten Worte klingen immer dynamisch, die darin mitschwingenden Harmonien klingen regelmäßig nach.

Es ist wirklich interessant, wie sehr man Deiner Sprach- und Ausdrucksweise den Jazzmusiker anmerkt. So enthalten sämtliche Deiner Texte unerwartete Rhythmen- oder Wechsel der Tempi. Die "Brüche" in Deinen Erzählungen wirken dann wie Taktsprünge - als Leser meint man, fast wie in einem Lied, zu hören, wenn Du das Tempo der Erzählung einmal plötzlich anziehst, dann wieder maximal entschleunigst. Und immer finden sich mehrere Stimmen in Deinen Texten, sogar ein Basso Continuo liest man deutlich heraus, der dunkelrote Faden, der - kaum sichtbar - doch alles zusammenhält mit seiner tiefen Harmonie.

Besonders angetan aber haben es mir Deine "blue notes", diese leisen, jazzigen Zwischentöne, die Deinen Texten eine ungeheure Tiefe geben. Der jeweilige Handlungsstrang Deiner Schriften ist ohnehin bereits mehrschichtig angelegt, durch die Verwendung emotionaler Klangbilder und "schräger" Töne werden sie dann noch zusätzlich aufgefächert. Einfach wunderbar...

Diese "blauen" Töne zwischen den Tönen, die sonst nur im Blues und Jazz bekannt sind, jenen Genres, denen gemeinhin attestiert wird, die emotionalsten aller Musikarten zu sein, lassen Deine Texte immer genau an der Grenze zwischen dur und moll pendeln. Jede Erzählung eine Gradwanderung der Gefühle. Die Musik eines traurigen Clowns geschrieben mit den Worten der Poesie.

Jetzt wo ich ihn kennen lernen durfte, den Musiker und engagierten Arzt und erfahren durfte, woher der Autor diese Energien schöpft, jetzt erst weiß ich diese vollkommen harmonischen Dissonanzen und leisen Crescendos wirklich zu deuten.

Deine Texte sind pure Musik, voller unerwarteter Harmonien und gewaltiger Akkorde, mal vielstimmig wie der Kanon, mal einstimmig für den rheinischen Monologisten. Und manchmal - nur ganz selten - komponierst Du einen Text als "Pas de deux".

© Ge.Sa.-Voir


Musikschreibender

Hatte ich schon erwähnt, dass ich eigentlich Musiker bin? Ja, ich komponiere sogar Musik und spiele sie auch, auf mehreren Instrumenten sogar.

Ja, und warum schreiben sie dann?

Nun, es ist sicher seltsam, aber immer wenn ich schreibe, fällt mir ein, was ich komponieren möchte und kaum dass ich komponiere oder z.B. Klavier spiele, müsste ich sofort an die Tasten des Rechners und noch spielend zu schreiben, was ich schreibend noch gedacht habe spielen zu müssen.“

Sie spielen also um zu schreiben und ebenso schreiben sie um zu spielen?“

So könnte man es nennen.“

Warum schreiben Sie denn nicht einfach während sie ein Musikstück hören, also sich eine CD oder Schallplatte auflegen?“

Das ist unmöglich. Jedes Musikstück, das mir gefällt, nötigt mich analytisch zu hören und dabei erkenne ich nicht selten, dass ein Grundgerüst eines früheren Meisters missbraucht wurde, ja, abgekupfert wurde. Dann muss ich unwillkürlich darüber nachdenken und verliere den Faden zu dem, was ich gerade schreibe, weil ich dann spielend nachfühlen möchte, was der Komponist vielleicht meinte.“

Also wäre es am besten, sie würden nur Musikkritiker werden und schrieben über das, was sie wissen?“

Ja, das wäre logisch, aber wenn ich dies wiederum genau betrachte, dann müsste ich große Abstriche machen, weil ich nicht gerne Musik höre und deswegen auch selten Musik als gut befinde, die populär ist.“

Und wie ist es bei den alten Meistern?“

Alte Meister sind mein Vorbild. Sie stellen für mich die Wahrheit in der Musik dar. Obwohl ich erkennen muss, dass auch sie sich nicht frei davon sind, sich eines Älteren zu bedienen und den Zuhörer versuchen in die Irre zu führen, indem sie nur den Rhythmus und vielleicht die Melodie etwas verändern.“

Dann sind sie sicher der Meinung, dass es nichts mehr zu komponieren gibt und alles, was heute an Musik auf dem Markt ist, schon komponiert worden ist?“

Ja, genauso, wie ich der Meinung bin, dass es nichts neues mehr zu schreiben gibt, weil alle Themen schon geschrieben oder beschrieben wurden. Und das ist schließlich wohl auch der Grund, warum ich stets ans Schreiben denke, wenn ich spiele. Denn das Spiel der Gedanken benutzt kein bestimmtes Medium und weil diese Gedanken mit der Vielfalt des Ausdrucks arbeiten und dieser Eindruck immer wechselt, bin ich immer auf dem Sprung vom Schreibgerät zum Spielgerät und umgekehrt.“

Haben sie den schon mal etwas komponiert?“

Natürlich! Einen Liedtext von einer Liedmaschine, die von einer Gitarre begleitet wird, mit der man einen Text schreibt.“

Ahhh, ha!“

© Kariologiker

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