Archiv für März 2014

Der Vatikan kann fast alles.

Warum wundert mich das eigentlich nicht mehr?

Der Vatikan kann fast alles.

„Es wäre eine Sünde, ein so köstliches Getränk den Ungläubigen zu überlassen.“ (Papst Clemens VIII. über den sogenannten Trank des Satans, als er Kaffee mit einem Kirchenbann belegen sollte.)

Gut, Kaffe soll sogar gesund sein, will man den Wissenschaftlern glauben. Bei drei bis vier Tassen pro Tag mindere diese Konsum-Menge das Risiko von Typ-2-Diabetes, Alzheimer-Erkrankungen, sowie bestimmten Krebsarten – Darm- oder Prostata-Krebs. „Die Betonung liegt aber auf vermindertem Risiko. Kaffee bietet keinen Schutz vor derartigem Erkranken. Man kann aber nicht pauschal sagen, dass Kaffeekonsum immer gesund ist“, warnt Univ.-Prof. Dr. Veronika Somoza von der Universität Wien.

Das aber wusste die Kurie unter Papst Clemens VIII um 1560 bestimmt noch nicht, als das schwarze Gesöff Einzug bei Hofe hielt und damals dachten die „Verklärten“ eher, dass es ein Trunk des Teufels wäre, dass die Seefahrer aus den fremden Ländern der „Ungläubigen“ mitgebracht hatte und rein spekulativ, und weil der Clemens und die Medici damals im Clinch waren, ist geschichtlich betrachtet dieser päpstliche Erlass eher als Trotzreaktion, als eine medizinische Vorsorge zu betrachten.

Heute kommt es dann sehr gelegen, dass Clemens damals sehr weise entschieden hat sicher hat man in dieser oder ähnlichen Entscheidungen auch aktuell immer noch die Wahl alles gut zu heißen, wenn es denn nicht vom Satan kommt.

So einfach macht man es sich wohl immer noch im Vatikan, wenn man eine „Volksdroge“ vor dem Zugriff des Teufels retten will. Sicher hat man für den Messwein ebenso ein Rezept parat und ich will gar nicht erst wissen, was die Herren im Brüsseler Spitzengewand in ihren „Handtäschchen“ verbrennen. Vielleicht fällt die ein oder andere Ingredienz schon in einigen Ländern unter das Drogengesetz. In Kalifornien allerdings nicht mehr, aber weiß man es?

Nun wurde bekannt, dass der deutsche Zoll offenbar eine an den Vatikan adressierte Drogenlieferung abgefangen hat. Beamte hätten am 19. Januar am Leipziger Flughafen 340 Gramm Kokain mit einem Schwarzmarktwert von 40.000 Euro aus Südamerika sichergestellt, berichtet die „Bild am Sonntag“ (von der NTV wiederum berichtet, weil die vielleicht nicht den Belzebub nich an den Hacken haben möchte). Laut Zollbericht sei das Rauschgift in verflüssigter Form in 14 Kondome verpackt gewesen. Und in Südamerika sind die Gläubigen noch gläubiger als in Rom, wie man sicher weiß.

Gut, angeblich soll, nachdem man der Vatikanpolizei diese Lieferung übergeben hatte, sich niemand gemeldet haben, um das Paket abzuholen. Ich erlaube mir hier einmal die dumme Frage, wer wirklich dümmer ist, als die Polizei? Bild am Sonntag oder NTV? Natürlich wird das niemand abgeholt haben, weil es ja dem richtigen Adressaten schon zugestellt worden ist. Oder denkt wirklich jemand, dass in einem freien Staat, in dem es kein Drogengesetz gibt, man die Kondome voll Nasenelexier nicht längst ausgetauscht hat und das notwendigerweise noch nicht einmal in einer Nacht- und Nebelaktion?

Um wenigstens so zu tun, als ob man mit aller Härte des Polizeigesetzes nun den bösen Popen findet, der das bestellt hat, fügt NTV gleich noch eine Kostprobe ihres unerschütterlichen investigativen Journalismus hinzu: „Es ist nicht das erste Mal in der Geschichte des Vatikans, dass im Kirchenstaat wegen eines Drogendeliktes ermittelt wird: Bereits 2007 wurde ein Vatikan-Mitarbeiter angeklagt, in dessen Arbeitszimmer 87 Gramm Kokain entdeckt worden waren.

Der vom rechten Pfad abgekommene Diener Gottes war damals nur zu milden vier Monaten Haft verurteilt worden – weil zu dieser Zeit spezifische Regeln zu Drogenbesitz oder -handel im veralteten Strafrecht des Vatikans überhaupt nicht existierten. Erst nach dem Prozess wurde diese Gesetzeslücke geschlossen.“ [Zitat: NTV]

Kariologiker

Advertisements

, , , , , , , , , , , ,

2 Kommentare

Denke nie gedacht zu haben

Das mit dem

Denken

Nun, dass mit dem Denken, übrigens, ist nicht so einfach wie man denkt. Niemand denkt natürlich, dass er nicht denke, was zur Folge hat, dass das Denken eine denkwürdige Angelegenheit ist. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Denken schon als Gedanke eine geistige Leistung voraussetzt, etwas in Erfahrung gebracht zu haben und es als Erfahrungen gesammelt zu haben, um … die als Grundlage des Denkens unabdingbar ist. In dieser Zeit des Sammelns und Jagen nach Informationen ist die synaptische Verknüpfung der Zeitraum, in dem Denken wohl in seiner reinsten Form vorkommt.

Ich behaupte von mir eher, dass ich die Informationen in einem, mir zur Verfügung stehenden Maß an Verstand, dazu benutze, meine Schlüsse zu ziehen. Man könnte es Denken nennen. Aber es ist nicht immer das gleiche Denken, dass den Gedanken, die man meint zu denken, auch entspricht. Vielmehr erweckt es immer häufiger den Eindruckt, dass Gedanken, die reflektiv einem Geschehen zugeordnet werden, für viele schon Denken bedeutet. Wenn es denn so sein soll, könnte ich es auch nicht ändern. Aber bevor man meint, Denkergüsse in öffentlicher Form zu „Gehör“ zu bringen, ist es vielleicht ratsam, das Denken zu überdenken. Niemand ist unfehlbar. Vielmehr aber sind wir fehlbar. Ist man sich dessen erst bewusst, wird Denken zu dem, was wir denken, das es etwas mit Denken zu tun haben könnte.

Leider gibt es eine Form von Denken, deren Gedanken scheinbar einer gezielten Desinformation dienend, eher dazu verleiten, dass man ‚das Richtige’ denkt. Denn wo kein Kläger, da auch kein Richter ist und so wird denen, die das denken, von dem wir denken, dass es Denken ist, von jenen genutzt, die denken, dass unser Denken ein Denken ist, dass sie erdacht haben. Wir denken in konditionierten Gedanken uns in eine Denkweise, das sich der Konvention entsprechend mit dem beschäftigt, was wir denken dürfen, was wir denken sollen. Doch ist das dann noch Denken?

Gäbe es noch den reinen Ansatz der Aufklärung, also jene hehren Worte von Descartes, „Ich bin, als denke ich.“, es bliebe uns einiges erspart. Vieles wäre denkbar einfacher, wenn wir wieder so denken würden, wie sich Denken als Mittel zum Zweck benutzen ließe und nicht als Gebetsmühle vorgedachter Gedanken. Dabei dürfen wir ruhig fehlbar sein und sollten uns unseres Informationsmangels nicht schämen, wenn wir denn konsequent an das Glauben, was wir bedenken.

Selbst wenn wir Gedanken anderer übernehmen, so sollte es gestattet sein, auch wenn diese Personen über jeden Zweifel erhaben sind, dass diese Gedanken nicht propagandistischen Natur zuzuordnen werden könnten und einen populistischen Zweck erfüllen, dem dieser dann gerecht wird, wenn wir ihn denn dann als kritiklos übernehmen und mit damit versuchen weiter zu denken, ihn in unsere kausale Kette aufnehmen. Scheinbar ein Falle, in die man besonders heute, in der medialen Vielfalt an Informationen unweigerlich tappen kann, wie in jedes andere beliebige Fettnäpfchen.


Ich bin fehlbar und ich weiß das sehr genau. Zumindest denke ich es von mir. Da hilft es auch wenig sich beständig zu informieren, sich sowohl eine als auch die Gegenseite zu betrachten, das Für und Wieder abzuwägen. Doch Vorsicht. Schon der nächste Gedanke sollte auf das Denken überprüft werden und sollte er unbedacht den Hauch eines Gedankens erkennen lassen, den man vermeintlich schon kennt, ist spätestens dann die Frage berechtigt, wer diesen Gedanken zuerst gedacht hat und was er uns damit sagen will.

© Kariologiker

, , , , , , , , , , , , , ,

4 Kommentare

Was lohnst Du?

Ich flöge gerne nach Afrika
einmal schon war ich da
Ich wäre gern ganz weit weg
frei von all dem Alltagsdreck

Statt dessen fliege ich nach München
einem großen Koffer voll mit Wünschen
bleibe sicher ein paar lange Tage
und meide immer bang die Frage

Lohnst Du Dich?

© Kariologiker

, , , , , ,

6 Kommentare

%d Bloggern gefällt das: