Archiv für November 2014

Die zehn Gebote eines Pessimisten

Heute darf ich noch einmal einen Text von Ignaz Zwirngiebel einstellen, einen Autor, den ich auf meinem Blog schon begrüßen durfte. Auch wenn er sich in diesem Text als Pessimist darstellt, so sehe ich den Inhalt als solchem positiv. Nur wer beide Seiten einer Medaille kennt, weiß letztlich besser den Realismus zu begegnen, der uns umgibt.

Nachdem die offizielle Staatsräson, Religionsdoktrin und Philosophiemaxime der Optimismus ist (ich sag nur Leibniz, dieser Keksbäcker), haben es wackere Pessimisten schwer in diesen Zeiten. Zwar gibt es Bestätigung für ihre Weltsicht in Permanenz und erdrückender Evidenz, man muß nur das Weltgeschehen zur Kenntnis nehmen, doch darum soll es hier nicht gehen. Es geht nicht um den alltäglichen, banalen Pessimismus als Conclusio der Erfahrung, also die Mieselsucht a posteriori, es soll hier um den philosophischen Pessimismus a priori gehen. Den Ekel vor dem Sein an sich.

In Analogie zum den 10 Geboten des Jahwe vom Berg Sinai, könnten die 10 Gebote des philosophischen Pessimisten so aussehen.

1. Du sollst dich töten. Denn jede Existenz ist Qual und von vornherein völlig sinnlos.

2. Trotzdem weiter leben ist inkonsequent und eines anständigen Menschen unwürdig.

3. Die Angst vor dem Tod ist Kennzeichen ausgeprägten Schwachsinns und von Realitätsverweigerung.

4. Die Existenz, das Sein und Dasein, sind absurd, leidvoll und immer ein Irrtum, der so rasch wie möglich zu beenden ist.

5. Die Natur ist eine Höllenmaschine, nur dazu da, dich zu quälen.

6. Die Fortpflanzung ist Werk des Teufels und dient nur der Perpetuierung des Leidens.

7. Tötung auf Verlangen ist die höchste Form der Barmherzigkeit.

8. Gott ist tot. Sollte es ihn dennoch geben, ist er die Ursache alles Bösen.

9. Gottesmord ist die höchste Tugend.

10. Das Nichtsein ist die größte Glückseligkeit.

Amen.

Wer meint, das sei total krank, hat natürlich Recht. Betonung auf natürlich. Er ist noch voll gefangen im Wahn von der Güte in der Welt, in der Verhaftung im ‚Alles-ist-gut-Irrsinn‘, in dem vom sadistischen Schöpfer allem Kreatürlichen eingeprägten Selbsterhaltungstrieb.

Ja, so oder so ähnlich könnte er aussehen, der Dekalog des konsequenten Pessimisten.

© Ignaz Zwirngiebel

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Nicht_Nach_Richten

 

An manchen Tagen, und vielleicht ist es nur ein Novembertag typisches Phänomen, klappen die Augenlider einfach weg, wenn ich der Tagesaktualität folge. Dann bekomme ich putinophoben Ausschlag, IStaatliche Erschlaffung meiner kompletten Stützmuskulatur, verrenkte mir bei der von der Leyenischen Kontemplation in Inkompetenz die Hüfte und habe nicht einmal einen Rollator für das EuroGe-Junkere.
Ob vielleicht ein Aspirin hilft oder besser … noch ein Bier? Aber genau das wollen die doch, oder? Allein der Jauch muss doch … ich habe ihn noch nicht gerochen, aber ich denke nicht, dass er irgend etwas an Geruch produziert, dem man Stand halten kann. Ob seine Gäste vielleicht deswegen immer so wirres Zeugs reden? Ich weiß es nicht … und ich will es auch nicht wissen. Eigentlich nicht … nein, wirklich nicht. Doch jedes Mal ist es das gleiche. Wie ein Süchtiger wartet man darauf, dass endlich mal … und dann hängst Du schon wieder hinter dem Lappen und krabbelst auf dem Boden herum, um die Kotze aufzuwischen.

© Kariologiker

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Fleischfest

Alles wird irgendwann durch die eigene Dekadenz impotent, wie eine Heimsuchung und durch sich selbst ad absurdum geführt.

In den Straßen Kölns spricht niemand mehr Dialekt, werden Kostüme verkauft, die nichts mit Karneval zu tun haben und eine Musik gesungen, die kaum noch von einer „Birne Helene“ Fischer getoppt werden kann.

Stringenter Frohsinn ist so unlustisch, datt keiner mehr lacht, außer, wenn ein anderer kotzt, weil er beim Flätträit Saufen verloren hat.

Die Medien lassen nur Bands zu, die „Hühner“ sind oder „Räuber“ und der gemeine Brauchtums-Kölsche geht in den Keller, um mal rischtisch zu weinen.

Minge Fastelovend isset nitt und wed et och nie weede… Isch jläuf, isch john in’t Kloster.

De drüje „Clown“
Kariologiker

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Stundenglas

Das letzte Mal,
dass ich das Stundenglas
umgedreht habe,
es muss Jahre her sein.

Doch irgendjemand muss
am Chronograph des Lebens
gedreht haben,
dieser elendige Verräter.

© Kariologiker

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Gerüchte

Gerüchte kommen irgendwo her und setzten sich hartnäckig fest, dass man sie nicht mehr aus dem Ohr bekommt.

[Zitat: Hawaii 05 – alte Serie!]

 

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Hände

Hände, die leben, repräsentieren den Geist, der sie bewegt.

© Kariologiker

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