Beiträge getaggt mit Musik

Akustischer Moment 

Ich habe vor einigen Tagen eine Hommage an die akustische Gitarre gelesen, von einem Musiker, der durch alle Genres gegangen ist und sehr respektvoll von seine Rückkehr zur akustischen Gitarre beschreibt und besonderes zu der mit Nylonsaiten bespannten.Als ich diese Zeilen las, kam ich nicht umhin, an meine Erfahrung mit all den elektronischen Hürden zu denken, die ich bei meinen kurzen Ausflügen in das Rockgenre gemacht habe. Vielleicht ist es eine Frage des Typs, aber ich war in dieser Zeit weniger mit Harmonien beschäftigt, als mehr mit den kleinen Rädchen und Schiebern, die es an den Verstärkern und Effektgeräten in solchen Mengen gibt, dass man sich ständig genötigt fühlt daran herum zu spielen, in der Hoffnung seinen Sound zu optimieren oder bekannte Sounds zu finden. Ich habe mich immer in diesem WirrWarr verirrt und bin stets weiter weg von dem gedriftet, was ich eigentlich wollte und weswegen ich mich dem elektronischen Überbau gewidmet hatte. Letztendlich habe ich es ganz gelassen und arbeite, wie in alten Zeiten mit sechs akustischen Saiten, in denen mich heute nur noch die Suche nach neuen harmonischen Gerüsten leitet.

Dann und wann legen sich heute die Finger auf die Saiten und es erklingen, ohne dass ich auch nur annähernd bewusst mache, neue Harmonien, wie ich sie wissend nicht gefunden hätte. Dann überraschen sie mich, die akustischen Momente.
© Kariologiker 

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Für Sissi

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Jour Fixe

Nach langem habe ich mich dazu entschlossen wieder auf meinem Blog aktiv zu werden. Und womit könnte man eine neue Serie beginnen? Mit einem Stück, dass ich für meinen Freund Conrad Cortin aus München geschrieben habe, anläßlich seiner literarischen Abende, die den gleichen Namen tragen, wie de Titel des Stückes, „Jour fixe“. Komponiert 2011 anäßlich eines meiner Besuche bei Conrad.

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Demokratische Kunst

Wer sich mit Kunst beschäftigt, Kunst lebt, der muss im Grunde seines Herzens ein Demokrat sein. Für den Künstler in mir beschränkt sich Kunst nicht nur aufs Musizieren oder aufs Schreiben, nein, mich animiert jede Form des Sinnlichen zu einer musischen Betrachtung.

Einen großen Anteil für jede Form der kreativen Assoziation sind gustatorische Erlebnisse. Ich liebe es mich von guten Weinen betören zu lassen, von einem Calvados entrücken zu lassen, einem Grappa verzaubern zu lassen und von einer italienischen Salami gierig zu werden. Dazu Oliven, die jede Geschmackskomponente bedienen und sich im Zusammenspiel der Zutaten neu erfinden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gut gereifte Früchte sind wahre Glücksspender und kommen manchmal Gedichten gleich, die ich nicht zu schreiben wage und ein exzellentes Filetsteak fordert mich in dem Bestreben nach Klarheit. Jede Form von Sushi, Sashimi und besonders die Zubereitung eines Teppanyaki, das vor Deinen Augen von einem Artisten nur mit einem Messer und einem Schaber auf einer heißen Platte Köstlichkeiten zaubert, sind für mich reine Kunst.

 

Doch auch Pflanzen, von denen ich ausnahmsweise mal wenig weiß, können mich begeistern und zum musischen Assoziieren anregen. Selbst die Naturereignisse haben immer einen Charme, wenn man es versteht sich ihnen zu öffnen. Ein Gewitter ängstigt mich nicht, sondern kann ein Form von Musik ebenso sein, wie ein Gedicht, so wie der Regenbogen oder der Regen vor dem Bogen in dessen Übergang zum Sonnenschein sich eine musische Verknüpfung finden lässt, wenn man es denn zulässt.

 

Es gäbe noch viele Beispiele für demokratische Kunst, doch wenn man nur für die aufgeführten Werte jeweils einen Charakter setzte, man würde erkennen, wie sich das demokratische Modell auf alle Genres, alle Werte übertragen ließe. Dabei sind nicht die Ergüsse das Maß des demokratischen, sondern seine reine Form.

So, wie es gute und schlechte Politiker gibt, so gibt es gute und schlechte Künstler. Gerade Kunst ist im Wesentlichen davon geprägt, dass man danach strebt und bestrebt bleiben muss, das Klare, das Eindeutige zu erreichen.

 

So muss es m. E. rechtens sein, sich derer kritisch zu bemächtigen, die sich in einer bescheidenen Form an dieser wahren Kunst mit unfertigem Handwerkzeug üben, ihnen aufzeigen, welche Werte sich wirklich in der Kunst verbergen und welche Potential die Kunst in sich trägt. Da Kunst immer von Menschen gemacht wird oder durch Menschen betrachtet einen Wert bekommt, ist gerade eine eigene Wertigkeit die Grundlage sich kritisch allen Werken zu stellen. Denn was ist Kunst wert, wenn der Künstler nichts von Kunst weiß? Was ist eine Demokratie wert, wenn niemand sie kennt?

So sehe ich gerade die Kunst als eine demokratische Form an kritisch dem Zeitgeist zu begegnen.

 

© Kariologiker

 

 

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Musik, Text – Beides ein Instrument?

Text und Musik

oder

Text gleich Musik?

Die Besonderheit vieler Deiner Texte, Kariologiker, liegt nicht nur in Deiner herausragend feinen Beobachtungsgabe und der oft lakonischen, meist humoristischen Ausdrucksweise, mit der Du immer treffsicher abschlägst und punktgenau einlochst, sondern vor allem anderen an der Musikalität Deiner Sprache.

Der Jazzer und frei improvisierende Gitarrist in Dir bahnt sich mittels Deiner Diktion einen (zusätzlichen) Weg nach außen. Dein Kopf und/oder Herz müssten sonst wahrscheinlich platzen bei dieser Anzahl von Ideen und Eingebungen.
Die angestaute Kreativität muss einfach raus, egal welches Ventil sie dabei nutzt, wie jener berühmte Affe, der uns alle gelegentlich juckt.

Da nun die Musik Dein eigentliches Steckenpferd und Deine besondere Berufung ist, singst und musizierst Du einfach mittels Deiner Sprache, wenn gerade kein geeignetes Instrument (und das ist bei Dir schwierig) zur Verfügung steht. Die wohlgesetzten Worte klingen immer dynamisch, die darin mitschwingenden Harmonien klingen regelmäßig nach.

Es ist wirklich interessant, wie sehr man Deiner Sprach- und Ausdrucksweise den Jazzmusiker anmerkt. So enthalten sämtliche Deiner Texte unerwartete Rhythmen- oder Wechsel der Tempi. Die "Brüche" in Deinen Erzählungen wirken dann wie Taktsprünge - als Leser meint man, fast wie in einem Lied, zu hören, wenn Du das Tempo der Erzählung einmal plötzlich anziehst, dann wieder maximal entschleunigst. Und immer finden sich mehrere Stimmen in Deinen Texten, sogar ein Basso Continuo liest man deutlich heraus, der dunkelrote Faden, der - kaum sichtbar - doch alles zusammenhält mit seiner tiefen Harmonie.

Besonders angetan aber haben es mir Deine "blue notes", diese leisen, jazzigen Zwischentöne, die Deinen Texten eine ungeheure Tiefe geben. Der jeweilige Handlungsstrang Deiner Schriften ist ohnehin bereits mehrschichtig angelegt, durch die Verwendung emotionaler Klangbilder und "schräger" Töne werden sie dann noch zusätzlich aufgefächert. Einfach wunderbar...

Diese "blauen" Töne zwischen den Tönen, die sonst nur im Blues und Jazz bekannt sind, jenen Genres, denen gemeinhin attestiert wird, die emotionalsten aller Musikarten zu sein, lassen Deine Texte immer genau an der Grenze zwischen dur und moll pendeln. Jede Erzählung eine Gradwanderung der Gefühle. Die Musik eines traurigen Clowns geschrieben mit den Worten der Poesie.

Jetzt wo ich ihn kennen lernen durfte, den Musiker und engagierten Arzt und erfahren durfte, woher der Autor diese Energien schöpft, jetzt erst weiß ich diese vollkommen harmonischen Dissonanzen und leisen Crescendos wirklich zu deuten.

Deine Texte sind pure Musik, voller unerwarteter Harmonien und gewaltiger Akkorde, mal vielstimmig wie der Kanon, mal einstimmig für den rheinischen Monologisten. Und manchmal - nur ganz selten - komponierst Du einen Text als "Pas de deux".

© Ge.Sa.-Voir


Musikschreibender

Hatte ich schon erwähnt, dass ich eigentlich Musiker bin? Ja, ich komponiere sogar Musik und spiele sie auch, auf mehreren Instrumenten sogar.

Ja, und warum schreiben sie dann?

Nun, es ist sicher seltsam, aber immer wenn ich schreibe, fällt mir ein, was ich komponieren möchte und kaum dass ich komponiere oder z.B. Klavier spiele, müsste ich sofort an die Tasten des Rechners und noch spielend zu schreiben, was ich schreibend noch gedacht habe spielen zu müssen.“

Sie spielen also um zu schreiben und ebenso schreiben sie um zu spielen?“

So könnte man es nennen.“

Warum schreiben Sie denn nicht einfach während sie ein Musikstück hören, also sich eine CD oder Schallplatte auflegen?“

Das ist unmöglich. Jedes Musikstück, das mir gefällt, nötigt mich analytisch zu hören und dabei erkenne ich nicht selten, dass ein Grundgerüst eines früheren Meisters missbraucht wurde, ja, abgekupfert wurde. Dann muss ich unwillkürlich darüber nachdenken und verliere den Faden zu dem, was ich gerade schreibe, weil ich dann spielend nachfühlen möchte, was der Komponist vielleicht meinte.“

Also wäre es am besten, sie würden nur Musikkritiker werden und schrieben über das, was sie wissen?“

Ja, das wäre logisch, aber wenn ich dies wiederum genau betrachte, dann müsste ich große Abstriche machen, weil ich nicht gerne Musik höre und deswegen auch selten Musik als gut befinde, die populär ist.“

Und wie ist es bei den alten Meistern?“

Alte Meister sind mein Vorbild. Sie stellen für mich die Wahrheit in der Musik dar. Obwohl ich erkennen muss, dass auch sie sich nicht frei davon sind, sich eines Älteren zu bedienen und den Zuhörer versuchen in die Irre zu führen, indem sie nur den Rhythmus und vielleicht die Melodie etwas verändern.“

Dann sind sie sicher der Meinung, dass es nichts mehr zu komponieren gibt und alles, was heute an Musik auf dem Markt ist, schon komponiert worden ist?“

Ja, genauso, wie ich der Meinung bin, dass es nichts neues mehr zu schreiben gibt, weil alle Themen schon geschrieben oder beschrieben wurden. Und das ist schließlich wohl auch der Grund, warum ich stets ans Schreiben denke, wenn ich spiele. Denn das Spiel der Gedanken benutzt kein bestimmtes Medium und weil diese Gedanken mit der Vielfalt des Ausdrucks arbeiten und dieser Eindruck immer wechselt, bin ich immer auf dem Sprung vom Schreibgerät zum Spielgerät und umgekehrt.“

Haben sie den schon mal etwas komponiert?“

Natürlich! Einen Liedtext von einer Liedmaschine, die von einer Gitarre begleitet wird, mit der man einen Text schreibt.“

Ahhh, ha!“

© Kariologiker

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