Archiv für Januar 2012

Salto Wortale

Fünf tolle Drabbels von meinem Freund und Lyriker Conrad Cortin.

Falls ich es immer noch nicht hin bekomme werde, die Verlinkung umzusetzen, stelle ich vorsichtshalber den Link für die „Handarbeit“ ein:

http://www.bookrix.de/_title-de-conrad-cortin-salto-wortale

Salto Wortale

Drabbels speziale a la Conrad

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Fisch, geruchsfrei

Wenn es um Kulinarisches geht, bei dem Fisch die Grundlage der Hauptspeise ist, begnügt sich der Rheinländer normalerweise mit Heringsstipp. Also Hering in Mayonnaise, viel Zwiebel und Äpfel untereinander gemengt … Hauptsache man schmeckt den Hering nicht heraus. Liegt dieser lange genug in dem „Sud“, schmeckt der Stipp auch jut.

Diese Form des Heringsgerichts muss es seit dem Mittelalter geben, denn damals hatten „windige“ Kaufleute die Heringe, die rheinaufwärts getreidelt worden waren, in Köln für fünf Tage konfisziert und in dieser Zeit versucht die faulenden Salzheringe zu verkaufen, bis weiter transportiert wurden. (Stapelrecht)

Der letzte Hering war der billigste und vielleicht auch oder sogar der faulste und so muss eine geschickte kölsche Hausfrau zu diesem wertsteigernden Trick gegriffen haben, so dass wir bis heute dieses leckere Gericht als eines der urkölschen bezeichnen dürfen.

*

Ulrich Roski – wer kennt den noch? – einer der großen Liedermacher meiner Jugend, hatte zu diesem Thema einen netten Blues geschrieben:

Fishy-Blues

Komm nach Hause und was riech ich schon im Hausflur?

’s gibt schon wieder Fisch.

Hab schon tausend Mal gesagt,

Ach Mutter mach nicht immer Fisch für misch.

Ja, den Fisch – an sisch – den find ich ja so widerlich,

kann ich vielleicht ma‘ Fleisch ha’m mit Tomaten oder Morscheln oder nich‘?

Oder stopf mich mit Eiern,

nur bei Fisch muss ich reiern

I ask you Mama is there realy no other dish vor misch, but fish?…

*

Heute esse ich auch gerne anderen Fisch. Doch, ehrlich. Zum Beispiel rohen Fisch, wie Thunfisch, auf Sushi oder auch so seltsames Fanggut aus unbekannten Ländern, wie den Victoriabarsch.  Wo kommt nur die Dorade her? Gut, sie schmeckt … manchmal, aber Hand aufs Herz, da is doch nix dran, davon muss man mindestens fünf essen, um satt zu werden und wer schafft das schon? So gut schmecken sie nun auch wieder nicht. Oder?

Na, ja … jetzt, jedenfalls, folgen Fische. Frische Fische, die ich direkt nach dem Fang und gerade in die Auslage gelegt mit einem Fotogerät festgehalten habe:

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Schuppige Schuppen

Nachdem man der Meinung ist, dass meine Plaudereien eine gute Form für Blogs und Stammtische im Allgemeinen ist und man sich an meiner Art der „Der Mensch an sich“ Beobachtungen ergötzen konnte, folgt nun in der Reihe „An sich – Heute die Werbung“ etwas, von dem ich glaube, dass wieder ein ganz fieser Trick der Marketingabteilungen führender Pharmaprodukte uns Männer mehr und mehr zu Messies macht.

 

  Schuppen. Wer kennt Schuppen? Oder wer kennt überhaupt jemanden, der Schuppen hat? Sie nicht? Ich auch nicht. Aber es muss sie geben, wollen wir der medialen, professoral gehaltenen Darstellung jener Männer im weißen Kittel Glauben schenken, die mit dieser Qual auf der Mattscheibe unser Interesse wecken wollen. Denn in dieser Präsentation haben nicht nur alle Männer immer Schuppen, sondern Frauen auch immer mattes und stumpfes Haar, ja, wenn man denn der Werbung glaubt. Welch ein Makel, der uns Menschen angehängt wird und von dem die meisten Menschen dann auch glauben, dass es so ist. Erst recht dann, wenn kurzsichtige Frauen einem immer suchend auf die Schultern schauen und, wenn auch schwerlich und äußerst selten, dann endlich eine, vielleicht zwei Schuppen finden, die sie meist mit einem kleinen Wisch unauffällig bis beiläufig entfernen.

 

   Gut, eines ist ganz sicher, alle Menschen schuppen sich, am ganzen Körper, weil sich bei allen Menschen zeitlebens die Zellen erneuern. Dementsprechend fällt ein gewisser Zellmüll an, den der Körper dann von sich abfallen lässt. Dieses Fallgut sammelt sich dann auf und in der Kleidung und kann dann und wann auch mal für eine Geruchskomponente sorgen, die der Anvertraute meist als individuell liebenswert erachtet.

 

   Seit wir uns jedoch in ein waschzwangähnlichem Korsett eingeschnürt haben und oft gar mehrmals täglich duschen, sollte man davon ausgehen können, dass niemand mehr Schuppen oder mattes Haar hat. Weit gefehlt, wenn man denn der Werbung Glauben schenken will. Und so gehen wir dann beim Einkaufen auch gezielt auf jene Produkte zu, die diese uns angedachten Makel nehmen.

 

   Ich habe jetzt ein Haarwaschmittel mit Coffein. Nun, es gibt Tabletten gegen Schmerzen mit Coffein oder ganz simpel: Wir Kaffeetrinker nehmen täglich soviel Coffein zu uns, dass wir von innen heraus gesättigt sind. Mir kann man soviel Coffein in irgendwas geben … ich habe es schon intus. Und dementsprechend kann mein Körper keine weiteren Dosen dieses Zellgiftes mehr aufnehmen. Ich bin schon satt.

 

Doch ist es natürlich unredlich ohne jeden Selbstversuch hier auf Produkte herum zu hacken. Also habe ich mir gedacht, mach’s mal mit Kaffee pur, ohne die lästige Seifenlauge drumherum. Ich bekam sofort Schuppen. Das hat mich an eine altes Hausrezept erinnert, das zu den Hochzeiten der 5. Jahreszeit immer hilft: Bier, speziell Obergärisches. Man hat gleich mehere Wirkungen in einem. Einen herrlichen Glanz, keine Schuppen mehr und einen natürlich dezenten Duft, der dem des 4711 nicht weit entfernt ist.

 

© Kariologiker

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Karneval steht vor der Tür

Eine Einladung zu einem "Scheunen"ball der "Ahl Säu"

 

Wie kommt man an Karten zu diesen Events? Man fragt einfach formvollendet Freunde in einer Mail:

 

Liebste Frau Schwaadlappe, verehrter Angetrauter,

 

in einer erst kürzlich gewellnessigen, besinnlichen Stunde, der Nebel stieg auf und ab, nicht ein Sonnenstrahl drang durch, kam mir eine schwache Erinnerung an eine Feierlichkeit in der Hüpfburg der Altenbegnungsstätte Ehrenfeld Nord/Süd/Mitten-drin in den Sinn und ein furchtbarer Schlag durchfuhr mein in Kontemplation ruhendes Gehirn wie ein Blitz –

Isch han noch kein Kaart!

 

Nur schwach tröstete mich die Melodie eines der schönsten deutschen Themenlieder der 5. Jahreszeit und ich schaute sofort auf die Uhr: Es war halb vier. Hastig wühlte ich im Sediment unserer Medikamentenbox und fand dann doch tatsächlich noch ein Emetikum, dass es mir nun, fast erlösend, ausreichend Kraft gegeben hatte und mich davor bewahrte diese Mail au’m Klo zu schreiben und diese eine schlichte Frage an Sie, Moncherie, zu senden –

Häst’e noch en Kaart für misch?

 

Bunte Bilder des Frohsinns, begleitet von der Erinnerung an meine unbeschreibliche Regentschaft als „Könisch von Kölle“, durchzogen die schleichend zunehmend durchblutende Synapsen meiner,  sich aus der Kontemplation reißenden Gehirnmasse (heute in grau), als der nächste Schreck mein motorisches Nervensystem in tonisch-klonische Zuckungen versetzte:

Watt is denn dies Johr dat Thema?

 

Isch bitte Ihnen, lassen Sie einen zeitlebens vom Alzheimer begleitenden alternden Mann nitt’e su lang waade und schrief mer ne Mehl oder irjensjett … irgendwie … oder so, nä!

 

Ein hungriger Gruß aus dem beschissenen Sauerland

Dinge

Trötekopp

 

Bei allem Schweiß, der mir in dieser Stunde der Muße aus den Poren geschossen war, ich habe doch noch rechtzeitig Karten bekommen. Wer kann bei dieser holden Schmeichelei schon nein sagen?

 

© Kariologiker

 

 

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Wunder

   Es gibt Begriffe, da weiß man direkt was sie bedeuten, wie z.B. Schuhanzieher. Das einzige, was man sich darunter vorzustellen wagt, ist ein Gerät, welches einem hilft in die Schuhe zu kommen. Anders ist bei so mehrdeutigen Worten, wie z.B. Wunder.

  Da ist mir ein Gedanke gekommen, der erklären könnte, warum der sprachlose Vertreter Gottes auf Erden, so wild selig und heilig gesprochen hat. Heilig wird man nur gesprochen, wenn man ein Wunder erbracht hat. Doch was meint man mit Wunder und was bedeutet Wunder? Vielleicht kommt Wunder gar nicht von „Zauberei“, sondern schlicht von der Substantivierung von wund. Wenn man also eine Wunde hatte, die an der falschen Stelle zur falschen Zeit an einem falschen Ort … ne, an dem richtigen Ort öffentlich zu sehen war, dann haben alle gesagt, „Sieh mal, ein Wunder“. Sie meinten damit bestimmt, „Schau mal, der ist verwundet“. Aber weil der Gläubige, und es gab damals ausschließlich nur Gläubige, also der Verwundete dann gebetet hatte, dass ihm geholfen werden würde … oder wie auch immer, weil es eben noch keine Handys gab, keine zehn Euro hatte und er keinen Arzt rufen konnte, haben alle geglaubt, DAS sei ein Wunder, eben nur ein Mensch, der eine Wunde hat, also ein Verwunderter ist.

Ich höre sie noch, wie sie um ihn ihr Mitleid heuchelnd herum geschlichen sind und sich gegenseitig zu geflüstert haben: “ Der Arme, der wird nicht mehr.“

„Ja, der sieht schlimm aus, ob der das überlebt … ?“

„Ja, hast Du sein Bein gesehen? Und all das Blut, also ich weiß nicht, der ist hin, das überlebt er nicht mehr.“

Wenn er dann doch überlebt, gibt es noch einmal das gleiche „Aaahhhh“ und „Ooohhh“. Wie verwunderlich Verwundungen doch Wunder bewirken können. Ob das vielleicht jemand mal dem Oberpopen gesagt hat?


Übrigens, der Ratzinger, Ex-Kardinal und Ex-Großinquisitor der heiligen katholischen römischen Kirche, hat Angst vorm Zahnarzt. – Schenkel klopf – Der soll mir mal mit seinen mittelalterlichen Kneifzangen das „Gelübde“ abnehmen. „Gestehst Du, dass Du Luzifers Gehilfe bist?“ Ja, würde ich sagen und den Fußanlasser meiner Turbine betätigen. Na, ja, ich will mal nicht so sein. Sonst wird noch seine „weiße Weste“ schmutzig, jetzt, wo er selbst zusehen muss, dass er schnell mal ein Wunder vollbringt, um verwundert fest zu stellen, dass er schon als Wunder ein Wunder ist, dass er, so wunderlich es auch sein mag, jetzt der „wunderbare“ Papst ist.

Misch wundert nix mehr.

© Kariologiker

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Moderne trifft auf Historie – Das Schokoladenmuseum in Köln

Vor einiger Zeit war ich im Schokoladenmuseum in Köln. Ein wahrlich tolles Gebäude, sehr modern, mit historischem Inhalt. Der stete Wechsel aus moderner Architektur, Regenwald-Biotop und alten, liebevoll gesammelten, meist kölschen“ Histörchen ist immer wieder eine Augenweide. Nur mit meinem iPhone (das ist keine Werbung!) habe ich diese Aufnahmen gemacht und sage mir ständig, dass ich mal mit der Spiegelreflex dort hin muss, um die versteckten „Schmankerl“ besser auf die digitale Platte zu bannen.

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Schnee. Der Winter ist da.

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