Archiv für Januar 2013

Katjas Babydoll

Dieses dolle Doll, geschrieben von Conrad Cortin, gelesen von seiner Frau Katja und von mir musikalisch untermalt, kann man sich unter folgendem Link anhören, also direkt auf dieser Seite, hier … nur klicken. (Habe es gerade eben erst herausgefunden und bin ganz stolz auf mich.)

Und hier ist es: KATJAS Babydoll

 

 

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Das wurde aber auch langsam mal Zeit

Ja, ehrlisch, is doch wahr. Aber jetzt, wo es den neuen Aston Martin Rapide S gibt … gut, bis der Martin endlich zu Potte kam, das hat schon watt jedauert. Hab mir gleich mal einen bestellt.

Jetzt kann ich wohl endlich wieder ne Straßenbahn überholen, denn die neue Karre hat 81 PS mehr. Das war aber auch nötig. Mit der alten Dreckskarre kam man ja nicht vom Fleck. Nur 588 PS. Ja, wie soll man denn damit auskommen? Haben sie mal in so einem Rollstuhl gesessen? Ich sach et sie … unmöschlisch.

Quelle: http://www.n-tv.de/auto/Ein-S-fuer-den-Aston-Martin-Rapide-article10023491.html

© Kariologiker

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Ein Kommentar

Das mit den „Pfaffen“ – Relative Gedanken

Wie schnell wird aus der Verurteilung einzelner eine Vorverurteilung für alle? Dass sich die Kirche mit ihren aktuellen Entscheidungen zu den Vorfällen an kirchlich geführten Schulen kein Krönchen aufgesetzt hat, ist für den Leumund der vielen aktiven, ehrlichen und engagierten Mitarbeitern an der Basis eher ein Schlag ins Gesicht, als dass es etwas Positives für die Glaubwürdigkeit dieser Institution erreichen konnte.

Ich möchte hier einmal eine Lanze für die Priester und Pfarrer brechen, die nicht zu den Päderasten und Homosexuelle gehören, zumindest einmal versuchen das Gros der Pastoren und Priester aus einer anderen Sicht darzustellen, nämlich aus der Sicht ihrer Verpflichtungen und Arbeit.

Mittlerweile haben die amtlich verpflichteten Gottesdiener nun schlicht weg die Pest am Hintern. Denn wenn diese erst einmal medial einer Verunglimpfung anheim gefallen sind, egal ob sie wahr oder falsch ist, die über allen Geistlichen christlicher Konfession ausgesprochen worden ist, sind mit einem Mal alle gleich schlecht, haftet ihnen unisono ein modernes Stigma an.

Kennt man jedoch einige privat und erlebt ihren Alltag der mannigfaltigen Verpflichtungen, kommt man nicht umhin sie so zu behandeln, wie jeden x-beliebigen Bekannten auch. Dabei habe ich die Erfahrung gemacht, dass diese von der Führung des Klerus im Rom geforderten Einhaltung eines gottähnlichen Habitus – ähnlich dem der Ärzte – wenig halten und sie ganz privat und und auch meist öffentlich Menschen sind wie Du und Ich. In vielen Fällen sogar mehr als das, denn ihre aufopferungsvolle Arbeit macht aus ihnen schon etwas Besonders.

Wer die Aufgaben der hauptamtlich bestallten Geistlichen, und besonders jene auf dem Lande kennt, weiß, dass sie Tag und Nacht im Einsatz sind. Neben der allgemein bekannten Gottesdienstordnung – wie im Islam – müssen sie fünf mal am Tag eine Messe abhalten, haben sie jede Menge zu tun. Das mit der frühen Messe allein ist schon eine Herausforderung, der ich nicht standhalten würde. Von morgen um sechs bis nachts um zehn kann man sie in der Kirche zu den großen und kleinen Gottesdienstveranstaltungen antreffen. Zumindest in unserem Dorf. Zwischen den Messen nehmen die katholischen Pastoren ihren anvertrauten „Schäfchen“ die Beichte ab. Hinzu kommen Altersheime und Krankenhäuser, in denen sie neben der Seelsorge auch noch ortsgebundene Messen abhalten. Dazwischen sind Pastoren und Pfarrer in der privaten Seelsorge abrufbar, wo sie sich nicht nur die Sorgen der Menschen zuhause anhören, sondern ihnen eventuell die letzte Ölung geben oder die Pflegenden wieder mental aufbauen. Hinzu kommen Kindergottesdienste, und sei es nur einmal in der Woche, dass die Kinder in Kindergartenstärke die Kirche „überfallen“. Sie müssen Hochzeiten mit Würde für das junge Paar ausrichten – egal ob hetero- oder homosexuelle und zudem auf Beerdigungen den letzten Weg eines Gemeindemitglieds begleiten.

Die ehrenamtlichen, nicht kirchlichen Verpflichtungen, wie ihr Einsatz bei Feuerwehr (unser letzter Pfarrer hat sich wie ein Schneekönig über den Führerschein für Feuerwehrzüge gefreut), dem DRK oder in Vereinen möchte dabei nur am Rande erwähnen.

Neben all diesen Verpflichtungen müssen sie Predigten vorbereiten, Essen und Trinken und Schlafen. Und das alles in der zeitlichen Enge eines 24 Stunden-Tages. Wer würde das mit einem normalen, tarifgebunden Job in acht Stunden stemmen? Wo bleibt die Freizeit für den Pfarrer oder Pastor?

Ich bin gewiss das schlechteste Beispiel für den Befürworter der Institution katholische Kirche und wer mich kennt weiß, dass ich ein eingefleischter Agnostiker bin. Doch bei aller Kritik zum System Kirche und Religion möchte ich diesen Arbeitsaufwand einmal ins rechte Licht rücken und meinen ganzen Respekt für diese Menschen zollen. Denn neben der reinen Aufzählung ihrer vielen Aufgaben sollte man nicht vergessen, dass die Amtsträger im Zweifelsfalle von einer Beerdigungen zur einer Hochzeit hetzen, sich minutenschnell von einem Thema dem anderen wenden und widmen und jedem Fall individuell gerecht werden müssen. Man kann eben nicht die gleiche Rede und Rituale für alle Fälle aus Tasche ziehen, sondern muss sich Gedanken über den Verstorben machen und sich mit den Hinterbliebenen austauschen, sowie in vielen Vorgesprächen sich den zu Trauenden widmen. Nicht selten soll es vorkommen, dass der Geistliche von den Hochzeitsvorbereitungen zu einem Sterbefall gerufen wird. Da muss man nicht nur flexibel sein, dafür muss durch und durch Pfarrer sein.

Fasse ich diesen Arbeitsaufwand zusammen, frage ich mich nicht selten, wann Menschen mit dieser Profession noch Zeit für sittliche Entartung haben? Welche Pflicht kommt bei diesen Geistlichen dann zu kurz?

Dies soll einfach nur einmal ein Gedankenanstoß sein, der vielleicht wieder etwas mehr Verständnis für das verantwortungsvolle Amt eines aktiven „Pfaffen“ ist.

© Kariologiker

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Kaugummi

Ich benutze regelmäßig Zahnpflegekaugummis. In meiner Profession betrachte ich mich als Vorkauer dieses Naschwerks und bin mir natürlich darüber im Klaren, dass Informationssuchende eine klare Aussage darüber haben wollen, was es denn mit dem Kaugummi auf sich hat.

Ganz vordergründig fällt mir immer wieder auf, wie schnell diese Kaumasse meinen Mund verlassen möchte, wenn ich diesen einmal selbst kaue. Aber nicht, in dem ich ihn mit dem Herunterschlucken einfach verschwinden lasse, sondern ich muss ihn ausspucken. Mir ist diese zähe Masse schon nach ein oder zwei Minuten derart zuwider, dass ich ihn, so schnell es irgendwie geht, entfernen muss. Ich muss einen Kaugummi immer ausspucken. Etwas anderes kommt nicht in Betracht. Aber warum?

Diese Tatsache führte mich schließlich zu der Betrachtung, warum man einen Kaugummi gar nicht oder nur sehr schwer herunterschlucken kann oder möchte. Oder etwas dynamischer gefragt: Wieso schluckt er sich eigentlich nicht selbst runter? Also rein reflektorisch? Dazu sind mir zwei Recherchewege über den Weg gekommen, die ich genau studiert habe und trotz aller Details mir nicht den Hauch einer Erklärung lieferte.

Betrachtet man die „Plaste und Elaste“ aus pharmakologischer Sicht, kauen wir schlicht und wenig ergreifend auf Erdöl herum. Das Polyisobotylen ist ein Produkt der Petroindustrie und scheint schier unzerstörbar. Egal, wie lange man diesen undynamischen Klumpen auch mit den Zähnen bearbeitet, er wird weder weniger, noch ändert sich die Bearbeitbarkeit. Vielleicht haben wir noch unbekannte Rezeptoren, die sich denken: „Oh, ein Kaugummi“, oder besser: „Oh, ein Polyisobutylen, den (oder das) schlucken wir besser mal nicht hinunter, sondern speicheln ihn lieber noch etwas ein. (Und für kölsche Mägen der Zusatz: „… mer weiß et jo nit?“)

Aus der anatomischen Sicht bin ich jedes Mal erstaunt, dass alles, was ich esse ohne jeden erkennbaren Grund plötzlich heruntergeschlungen wird. Dabei gebe ich mir schon alle erdenkliche Mühe, den Schluckakt genau in dem Moment zu erwischen, wenn der Reflex einsetzt. Vergeblich. Ich erwische ihn nicht. Das kann niemand. Der Nutritionsreflex lässt sich nicht in die Karten schauen.

Will man auch nur einen Bissen vom ersten Moment an verfolgen, ab den man ihn in den Mund schiebt bis zum Wegflutschen in den Rachen, stolpern wir sehr wahrscheinlich über genau den selben und bekommt ihn dann als Dank für den Forschergeist auch noch in den falschen Hals – falls man denn einen hat. Ich habe immer nur meinen eigenen Hals und wenn etwas falsch verläuft, dann, dass der Speisebolus in die Luftröhre gelangt. Dort kommt er jedoch meist nicht weit, denn unter heftigem Niesen wird er sofort wieder dahin befördert, wo er her gekommen ist, bis auf eine Ausnahme. Manchmal kommt man eben vom Regen in die Traufe, wie eine andere, viel schönere Floskel sehr illustriert eine Unglückskette beschreibt und der Bissen, eine Nuss oder wie in meinem Fall der Kaugummi landet in der Nase. Von hinten in die Nase. Dann sitzt die weich geknetete Masse in den harten Falten der respiratorischen Anteile der Nase und das birgt ein Erlebnis, an dessen Eruptionen selbst weit entfernt wohnende Nachbarn Anteil haben werden. Aber soweit kommt es zum Glück selten.

Der Kaugummi wurde mittlerweile von allen Süßwarenherstellern als das Geschäft schlechthin entdeckt. Und das nur, weil die Firma Wrigles es geschafft hat, das Marketing auf eine Ebene zu bringen, die allen, die schon immer Kaugummi gekaut haben suggeriert, dass er gesund ist. Und weil die Gesundheit heute alles sanktioniert, was auch nur im Entferntesten den Anschein erweckt, man könne seinen Körper damit gesund erhalten, greifen heute mehr Menschen denn je zu den Kaugummis.

Zahnpflegekaugummis haben heute schon eine eigenartige Logik. Nimmt man nach dem Essen einen solchen Kaugummi in den Mund, dann ist er nach weniger als einer Minute schon ausgekaut und damit auch der pflegende Aspekt vorbei. Dann ist die Masse weich geknetet, der Geschmack weg und mit ihm die Pflegzusätze, die ihn so wertvoll machen sollen, dass man schon scheltende Blicke bekommt, wenn man ihn nicht benutzt.

Statt weiterhin die Zahnhartsubstanz zu pflegen oder zu schützen, machen sich die Milliarden Bakterien nun bereit, diese Kaumasse als Vehikel zu benutzen, um endlich mal in die andere Ecke des Mundes zu kommen, in dem bestimmt viel mehr los ist, als dort, wo man gerade verweilt. Das ist dann gar nicht so verschieden von den Bedient-werden-Verhalten derer, die ihn ununterbrochen kneten. Da sind alle, da ist etwas los. Man trifft neue Freunde, erobert neue Pfründe und wird endlich mal wieder satt. Denn was sich so zwischen den Zähnen an Essen sammelt, macht dieser Kaugummi niemals weg. Im Gegenteil, er arbeitet alles weiter in die unerreichbaren Tiefen und Nischen des Brutkasten Mund (feucht, dunkel und 37°C in Schatten) und bringt der Wirtsbewohner stets im Schlepptau mit.

Das alles würde dafür sprechen, dass wir nach nur kurzer Zeit den Kaugummi runterschlucken. Doch wir schaffen es nicht. Der Amerikaner hat es mit diesem Kaugummi geschafft, dass wir etwas kauend bearbeiten, was eigentlich als unnatürlich gelten muss. Und jetzt ist Schluss.

Nur eins noch. Meine Mutter hat mir, als ich noch sehr klein war, immer gesagt: „Schluck den Kaugummi nicht runter, sonst verklebt Dein Magen.“ Wenn die gewusst hätte? Und somit wirft dieses Produkt der Petrochemie eine weitere Frage auf. Was passiert in unserem Verdauungstrakt mit den ollen, Bakterien beladenen Kaugummis?

© Kariologiker

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…dann macht es Bumm und Du bist weg – oder…

 

P yrotechnik

 

 

Pyrotechniker – allgemein

Grell, laut, bunt, glitzernd, schillernd und voller Überraschungen explodiert, den ganzen Horizont ausfüllend, ein Feuerwerk am Himmel, das durch lautes „Ah“ und „Oh“ begleitet, die Zustimmung derer bekommt, die sich mit offenen Mund alles ansehen und das ganze Können des Fachmannes bestaunen, der diesen gefährlichen Beruf zur Kunst machen kann, dem Pyrotechniker.
Auch wenn Feuerwerk schon seit den Chinesen eine bekannte Belustigung für Menschen jeder Bildungs- und Sozialschicht ist, muss man sich in der Ausbildung zum Pyrotechniker durch das deutsche Vorschriftenwerk quälen und viele Gesetzesauflagen erfüllen, um auch nur annähernd die einzigartige Feuerpracht an einen Abendhimmel  zaubern zu dürfen.
In der 1. SprengV (Wer weiß, wie viele es wirklich sind …) sind etliche Paragraphen aufgeführt, die sich nicht nur auf die Ausbildung beziehen, sondern auch auf die Ausübung des Berufes. Schon die Unterteilung der Gefahrenklassen: I, II, III, IV, T1, T2 und pyrotechnische Sätze (Schwarzpulver) bis hin zu der Durchführungsanweisung zum § 28 Abs. 3 der Unfallverhütungsvorschrift „Veranstaltungs- und Produktionsstätten für szenische Darstellung“ GUV-I 810, gültig ab 1. April 1998 (für die Verwendung pyrotechnischer Gegenstände der Klasse III und IV bei Produktionen im Freien und bei Bühnenpyrotechnik), zeigt, wie sehr man sich um die Gesunderhaltung seiner Feuerwerker bemüht. <hüstel>
Wo auch immer ein Feuerwerk stattfindet, ist es allererste Bürgerpflicht, sich im gebührenden Abstand (auch in der 1, SprengV nachzulesen) zum Feuerwerk aufzuhalten, um sich so wenig, wie irgend möglich der Gefahr auszusetzen, die Bomben eben haben. Sonst macht es irgendwann „Bum“ und dann bist’e weg.

Hobbypyrotechniker 

oder

Pyrotechniker, temporär

Allen Vorschriften und Gesetzen zum Trotze kommt es einmal im Jahr zu einem Chaos von ungeahntem Ausmaß. Während der gemeine Feuerwerker einem strikten Alkoholverbot unterliegt, stellt sich der deutsche Hobbypyromane, nach mehr oder weniger starkem Alkoholgenuss, in Folge dessen er sich in einem Zustand befindet, mit dem er nicht einmal Fahrrad fahren dürfte, irgendwo vor seine Haustüre oder auf einen Balkon, um sein eigenes Feuerwerksvergnügen abzubrennen zu lassen.
Das allein wäre schon bedenklich, doch kommt zu allem Übel noch der Großprotz aus den meisten Menschen, gerade bei diesem Spektakel zu Tage (Nacht) und der Feuerwerkspass entpuppt sich schnell zu einem Wettknallen und Feuerwerksgrößenwahn. Gerade an einem Silvesterabend wird die sonst so beherrschte Alkoholkontrolle, allein schon wegen der verschiedenen Getränke, hinfällig. Sicherlich begünstigt durch die alljährliche Ausstrahlung des „Dinners for one“, bei dem die älteren Anhänger mittlerweile nicht nur den Text auswendig nachsprechen können, sondern auch noch die Getränkefolge originalgetreu und zeitgleich mit James nachgetrunken wird. Und das in ungezählten Wiederholungen.
Mit dieser Grundkonditionierung schreitet man nach dem obligatorischen Neujahrswunsch und einem weiteren Glas Sekt zur Tat. Die Kiste mit den Sylvesterarsenal – es ist immer mindestens eine Kiste voll – wird auf den Platz gebracht, auf dem nun der Event stattfinden soll. Meist haben Kinder, die der Vorfreude nicht standhalten konnten, ihren Teil des bombastischen Vergnügens schon eingeleitet und es knallt in allen Lagen. Vom Höhenfeuer bis zum bodennahen Heuler ist bereits die ganze Nachbarschaft im Einsatz und so heißt es nun keine Zeit mehr zu verlieren.
Notdürftig werden auf rutschigem Untergrund – denn normalerweise ist es eisig – die Abschussrampen vorbereitet, die weder der Kontrolle eines alkoholisierten, geschweige denn eines nüchternen Menschen standhalten würde und sofort in schneller Abfolge die Feuerwerkskörper gezündet, kaum dass sie halbwegs aufrecht stehen. Der ersten Rakete wird noch ein Blick hinterher geschickt, doch lässt man schnell von diesen Beobachtungen ab, weil das eigene Wohlbefinden stark zu schwanken beginnt und so bleibt man, um Haltung bemüht, in einer, dem Zünden begünstigenden Stellung stehen und versucht innerhalb von ca. 20 Minuten den Himmel voll erleuchten zu lassen. Sollen die Nachbarn doch neidisch werden.
Eine Batterie nach der anderen wird in die unendliche Weite des Himmels geschickt. Um des Wettrüstens Willen nimmt man billigend in Kauf, dass die allgemeine Luftverschmutzung innerhalb von Minuten das Kyoto-Protokoll um ein 100faches überschreitet und eine ganz Nation in nur einer einzigen Nacht dem Bestreben um ein sauberes Klima um Jahre zurückgeworfen wird.
Wäre man auch nur ein bisschen kritisch, man legte schon nach einer Rakete eine Sauerstoffmaske an, doch der Zustand absoluten Einklangs mit seiner Umgebung verbietet wettbewerbsverzerrende Maßnahmen und man nimmt sich lieber noch ein Bier oder gar ein weiteres Glas Sekt eines Discounters, der neben dem Alkohol in seiner Vergärung den bevorstehenden „lieblichen“ Schmerz einer durchzechten Nacht noch während des Trinkens erahnen lässt.
Die letzten Knaller werden gezündet und man achtet schon gar nicht mehr darauf, wie viel Finger und Haare angesengt sind oder gar ernsthaft Verbrennungen 2. Grades haben, weil man sich um die Gestürzten kümmern muss, die einmal zu viel nach oben in die illustere Verpuffung schauen mussten und flößt ihnen schnell einen weiteren Sekt ein, was meist einer Wiederbelebung gleichkommt. Ein medizinisches Wunder, das wirklich nur Sylvester wirkt und dessen Nebenwirkungen jedoch für den Moment niemand wahr haben will.
Geht man am nächsten Morgen vor die Tür, glaubt niemand so recht, dass man an dem Chaos, was nun auf den Straßen vorzufinden ist, beteiligt war und selbst der ehrliche Versuch, nun tatkräftig den Besen zu bemühen scheitert an dem kleinen Teufel im Schädel, der auch mit zwei Aspirin nicht ganz zu besänftigen ist.
Das in diesen Silvesternächten nicht mehr passiert, ist wohl dem Schutzengel der Kinder und der Alkoholtrinker zu verdanken, denn in dieser Nacht müssen beide in einer Art Allianz der Unvernunft Augen und Ohren verschlossen halten.

© Kariologiker

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