Beiträge getaggt mit Gedanken

Jour fixe

Diese Stück habe ich für Conrad Cortin geschriebenen trägt den gleichen Titel, wie ihn Conrad für seine literarischen Abende vergeben hatte.

Danke, Conrad, für diese intensive Zeit.

Kariologiker

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Die Ansager fehlen mir.

Ich schaue Tatort schon lange nicht mehr, nicht weil mir die Protagonisten eventuell nicht mehr gefallen, sondern weil die Fälle oft mir oft mit ihrem Irrwitz aufgebaut sind, dass es mir einfach zu viel wird und dann letztlich langweilt, weil es zudem zu gewollt erscheint und dann seine Längen hat.

Heute habe ich mir den Tatort allein wegen Tukur angeschaut. Gut, das Thema mit der Zeitschleife ist weder neu, noch ist der Murmeltiertag zu toppen, denn das können die Amis einfach besser, aber, es war unterhaltsam genug, dass ich bis zum Ende an der Abhandlung blieb.

Wenn ich einen Film schauen möchte, möchte ich auf keinen Fall vorher die ganze Handlung wissen und schon gar nicht einen Filmcheck lesen, wie es Spiegel online macht. Mich interessiert es nicht, wie andere den Film einschätzen und mich interessiert es eigentlich nicht, welche Handlung er hat, wenn das Genre feststeht.

Was mich aber am meisten genervt hat, waren die Einblendungen für ”Die Charité”. Dafür gab es mal eine Ansage, die einen durchs Programm führte. Wollte man sie  nicht hören, drückte man den Ton auf mute und gut war es. Heute werden, und das nicht ersten den Öffentlich-Rechtlichen, mindestens einmal kleine Werbebanner für den nächsten Film eingeblendet oder, wie bei den PayTV Sendern, in Dauerbefeuerung irgendeine Sportveranstaltung beworben – meist natürlich der nicht mehr aus dem Leben wegzudenkende Fußball.

Die Ansager fehlen mir. Ich möchte sie und vermisse sie. Ich bin schon allergisch, wenn mir Werbung einfach zu einem passenden oder unpassenden Zeitpunkt in ihrer kindlichen Verblödung versucht wird unterzujubeln, Werbung, die heute wohl ohne Floskeln oder Comicfiguren, meist schlecht und weniger recht, nicht auskommt und als Ersatz für Ernsthaftigkeit mich zum Kauf einer Nichtigkeit nötigen will, den Film zerstückeln. Warum also soll ich bei Werbebanner anders reagieren, als bei Werbung? Und so schaue ich schon aus Trotz diese Filme nicht.

Eigentlich schaue ich alle diese Filme nicht mehr, denn ich habe jetzt eine Videothek, die den gleichen Inhalt werbefrei und werbebannerfrei anbietet. Und doch, sie fehlen mir, die Ansager, mehr und mehr.

 

Meint Kariologiker

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Entmenschlichung oder ich mach’ mir noch ein Bier auf

Faltig bin ich geworden, das Gesicht, stark abgebaut,
das Haupt hat an Fülle verloren, ist schwer ergraut.
Ich sehe ein mir unbekanntes, fremdes Bild
in einem viel zu großen Spiegel vor mir steh’n
ungepflegt, ganz fremd, mit viel zu langen Haaren.
Ich beschließe spontan und ganz bescheiden,
nein, diesen Kerl mag ich nicht leiden.

Gedanken preschen vor und flauen ab,
Suchen hält mich gnädig auf Trapp,
nach alten und neuen Sätzen und Gedanken
in dem bewährte Ideen noch immer ranken,
geziem geordnet, als verwelkende Fragmente.
Bald geh ich in Rente als grauer Charmeur
Nein, ich geh heut nicht zum Friseur.

Viel Kreatives steht in mir ungeniert
und kratzt mich, doch das Glück konvertiert.
Tabletten für’s Herz und für den Darm
seit langem halt’ ich nur noch meinen Harn
und brabbel altes Seemannsgarn
Fühle stumm meinen Drei-Tage-Bart.
Ich mach’s, rasiere mich zart.

Papier scheint unendlich geduldig,
wie immer schon und manchmal
hulde ich mit Gewimmer jenen,
denen es noch schlimmer
geht, als heute und mir.
Ich öffne mir noch ein weiteres Bier,
sammele stinkende, alte Flaschen.

Manchmal und an ganz seltenen Tagen
scheint die Sonne mir mit ihren Fragen
zu gefallen, der Saft schießt ein.
Dann erinnere ich mich schmunzelnd
und entscheide mich dagegen. Nein.
Nur das Nichts werde ich nicht missen
Mist, muss schon wieder pissen.

Unvermeidlich kommt ein neuer Tag
eines alten Lebens und ich mag
das Ticken der Uhr nicht mehr hören.
Wieder werde ich alles geben,
bis mich der Zweifel der Realität
abdrängt, ich ins Unverständnis schau.
Ok, morgen kaufe ich Blumen für meine Frau.

© Kariologiker

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Denke nie gedacht zu haben

Das mit dem

Denken

Nun, dass mit dem Denken, übrigens, ist nicht so einfach wie man denkt. Niemand denkt natürlich, dass er nicht denke, was zur Folge hat, dass das Denken eine denkwürdige Angelegenheit ist. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Denken schon als Gedanke eine geistige Leistung voraussetzt, etwas in Erfahrung gebracht zu haben und es als Erfahrungen gesammelt zu haben, um … die als Grundlage des Denkens unabdingbar ist. In dieser Zeit des Sammelns und Jagen nach Informationen ist die synaptische Verknüpfung der Zeitraum, in dem Denken wohl in seiner reinsten Form vorkommt.

Ich behaupte von mir eher, dass ich die Informationen in einem, mir zur Verfügung stehenden Maß an Verstand, dazu benutze, meine Schlüsse zu ziehen. Man könnte es Denken nennen. Aber es ist nicht immer das gleiche Denken, dass den Gedanken, die man meint zu denken, auch entspricht. Vielmehr erweckt es immer häufiger den Eindruckt, dass Gedanken, die reflektiv einem Geschehen zugeordnet werden, für viele schon Denken bedeutet. Wenn es denn so sein soll, könnte ich es auch nicht ändern. Aber bevor man meint, Denkergüsse in öffentlicher Form zu „Gehör“ zu bringen, ist es vielleicht ratsam, das Denken zu überdenken. Niemand ist unfehlbar. Vielmehr aber sind wir fehlbar. Ist man sich dessen erst bewusst, wird Denken zu dem, was wir denken, das es etwas mit Denken zu tun haben könnte.

Leider gibt es eine Form von Denken, deren Gedanken scheinbar einer gezielten Desinformation dienend, eher dazu verleiten, dass man ‚das Richtige’ denkt. Denn wo kein Kläger, da auch kein Richter ist und so wird denen, die das denken, von dem wir denken, dass es Denken ist, von jenen genutzt, die denken, dass unser Denken ein Denken ist, dass sie erdacht haben. Wir denken in konditionierten Gedanken uns in eine Denkweise, das sich der Konvention entsprechend mit dem beschäftigt, was wir denken dürfen, was wir denken sollen. Doch ist das dann noch Denken?

Gäbe es noch den reinen Ansatz der Aufklärung, also jene hehren Worte von Descartes, „Ich bin, als denke ich.“, es bliebe uns einiges erspart. Vieles wäre denkbar einfacher, wenn wir wieder so denken würden, wie sich Denken als Mittel zum Zweck benutzen ließe und nicht als Gebetsmühle vorgedachter Gedanken. Dabei dürfen wir ruhig fehlbar sein und sollten uns unseres Informationsmangels nicht schämen, wenn wir denn konsequent an das Glauben, was wir bedenken.

Selbst wenn wir Gedanken anderer übernehmen, so sollte es gestattet sein, auch wenn diese Personen über jeden Zweifel erhaben sind, dass diese Gedanken nicht propagandistischen Natur zuzuordnen werden könnten und einen populistischen Zweck erfüllen, dem dieser dann gerecht wird, wenn wir ihn denn dann als kritiklos übernehmen und mit damit versuchen weiter zu denken, ihn in unsere kausale Kette aufnehmen. Scheinbar ein Falle, in die man besonders heute, in der medialen Vielfalt an Informationen unweigerlich tappen kann, wie in jedes andere beliebige Fettnäpfchen.


Ich bin fehlbar und ich weiß das sehr genau. Zumindest denke ich es von mir. Da hilft es auch wenig sich beständig zu informieren, sich sowohl eine als auch die Gegenseite zu betrachten, das Für und Wieder abzuwägen. Doch Vorsicht. Schon der nächste Gedanke sollte auf das Denken überprüft werden und sollte er unbedacht den Hauch eines Gedankens erkennen lassen, den man vermeintlich schon kennt, ist spätestens dann die Frage berechtigt, wer diesen Gedanken zuerst gedacht hat und was er uns damit sagen will.

© Kariologiker

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2012 in review

Die WordPress.com-Statistik-Elfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2012 an.

Hier ist ein Auszug:

600 Personen haben 2012 den Gipfel des Mount Everest erreicht. Dieser Blog hat 2012 über 5.900 Aufrufe bekommen. Hätte jede Person, die den Gipfel des Mount Everest erreicht hat, diesen Blog aufgerufen, würde es 10 Jahre dauern, um so viele Aufrufe zu erhalten.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

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Angeln

Ich genieße von meiner Wohnung aus einen sehr schönen Blick auf den „Chrombacher-See“, eine Talsperre, die nicht nur der Trinkwasserversorgung dient. Man kann darauf Segeln, es gibt Tauchschulen, nebst ertrunkenen Tauchern und man angelt. Bei (fast) jedem Wetter.

Angel_Mania

Ich bin heute morgen allerdings fast aus den Latschen gekippt, als ich die Anglerschar dort sah. Was machen die da? Was will man denn in einer Talsperre angeln? Die Damen und Herren, die man auf dem Bild leider nur schlecht erkennen kann, sitzen bestimmt schon seit Stunden da, jeder für sich und doch alle zusammen, schön gleichmäßig Abstand haltend angelt man in vollkommener Kontemplation? Wer angelt dort? Meistens sind es Menschen, die sich den Golfsport nicht leisten können. Doch wenn man die Ausrüstung betrachtet, dann muss man annehmen, dass sie dafür mehr Geld ausgegeben haben als für das Entertainment-Equipment für Zuhause, inklusive dem zwei Meter in der Diagonalen messenden Flatscreen-Fernseher. Und billig ist dieser Sport dann auch nicht mehr, wobei ich die Frage, was daran Sport ist, erst gar nicht stellen möchte.

Als ich in Holland in einem Spezialgeschäft für Anglerbedarf gewesen war, hat mich fast der Schlag getroffen. Es gibt nichts, was es nicht gibt und das zu entsprechenden Preisen. Und das alles sitzt jetzt bei uns am See … und wofür? Angeln die etwas? Und was machen sie mit dem Fanggut? Essen sie es? Ich glaube es nicht. Wozu der Aufwand, wozu sich den Hintern platt sitzen? Nur um mal für ein paar Stunden aus der Sozialwohnung raus zukommen?

Wenn ich das schon nicht verstehe, dann kommt mir eins noch merkwürdiger vor. Die Angeln im Verein und sogar um die Wette. Seltsam, oder?

© Kariologiker

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Schlanke Lyrik – dick aufgetragen

 

 

Wir Menschen sind zum Posten da –

im Internet da kann man’s ja.

Doch ist es keine richt’ge Post,

eher weichgekochte Hausmannskost


So manche Lyrik

Kür ik

Wie Schuhe,

die manikür’ik

in Ruhe.

Auch wenn der Schlamm dick.


Doch wenn durch Urgewalten

Worte mehrfach um und umgefalten

Dann kann ich mich auch nicht mehr halten

Und so lass ich die geballten

Gedanken ranken,

bis sie erschlanken,

die kranken.


Wie hässlich

Unendlich grässlich

Zeilenqual

Alle mal

Ein Jammertal.

Mir egal.


© Kariologiker

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