Beiträge getaggt mit Ostern

Ostern … und so.

Ohne lange mit der Copy&Paste Taste zu jonglieren, verlinken ich mich einfach mal selbst. Denn „Ostern und das mit dem Ei“ ist und bleibt mir ein Rätsel. Auch wenn mir ständig jemand ganz logisch erklärt warum was mit wem und weshalb das so sein muss … nein, ich bekomme das nicht übereinander. Deswegen bleibt es bei meiner Recherche, an der sich bis heute nichts geändert hat.

https://kariologiker.wordpress.com/2012/04/03/ostern-und-das-mit-dem-ei/

Advertisements

, , , , , ,

4 Kommentare

Ostern und das Ei

 

Ostern ist das älteste und höchste christliche Fest‘. Diese Aussage erstaunte mich schon. Dachte ich doch bis heute, dass Weihnachten mindestens einen Rang höher stünde. Nun, denn…

Alle christlichen Kirchen feiern zu Ostern die Auferstehung Jesu nach seinem Tod am Kreuze am Karfreitag. Und das macht den Christen dann froh. Frohlockend wünscht so der ordentliche Christ in einem Anflug von selbstloser, christlicher „Kum-by-yah-my-Lord-Beseeltheit“, gepaart mit jenen, nicht für jeden nachvollziehbaren Frühlingsgefühlen, die den Biorhythmus positiv verstärken, allen Mitmenschen, ohne jegliche kritisch, historische Reflektion und der damit verbundenen Unwissenheit, ein „Frohe Ostern“.

Worüber soll ich jetzt froh sein?

Nun, der dankende, reflektorische Gegengruß zeugt davon, dass der Gleichgesinnte eben genau das Selbe sagen wollte und ist vielleicht etwas dadurch irritiert, dass er nicht zuerst den Gruß ausgesprochen hat, denkt aber ebenso wenig mit verklärter, klerikaler Unanfechtbarkeit darüber nach, was denn dieser Gruß bedeutet und woher er stammt.

So kenne ich nur wenige Christen, die sich überhaupt fragen, warum Jesus immer am 24. Dezember geboren wurde, aber die Auferstehung kalendarisch stets variiert? Und das sogar sehr kompliziert errechnet. Haben sich die Consilerie des 1. Vatikanischen Konzils etwa verrechnet? Oder waren sie damals schon genauso kurzsichtig, wie unser Politiker es heute sind?

Der Ursprung des Wortes „Ostern“ ist umstritten. Vermutlich geht das Wort auf den althochdeutschen Namen eines Frühlingsfestes ostarum oder auf eine germanische Frühlingsgöttin mit dem Namen Ostara zurück. Andere vermuten den Ursprung des Wortes Ostern in dem Wort Ost, weil in dieser Richtung im Frühling die Sonne aufgeht.

Das christliche Osterfest wird abgeleitet von dem jüdischen Pascha-Fest oder Pessach-Fest, das am ersten Frühlingsvollmond (egal auf welchen Wochentag es fällt) zur Erinnerung an die wunderbare Befreiung aus der Knechtschaft der Ägypter begangen wird. Es war ursprünglich ein Hirtenfest, an dem ein Lamm geschlachtet wurde. Darauf wird auch die Verbreitung des Osterlamms zurückgeführt. Im Christentum wurde das Osterlamm mit Christus gleichgesetzt. (na, bitte, nur die Christen essen ihren Gott – aber, wem’s gefällt…)

Das Datum des Festes wurde beim Konzil von Nicäa 325 auf den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling gelegt. Wie vieles anders auf diesem Konzil auch, war es ein riesiger „Deal“, wie man heute zu sagen pflegt. Denn neben der Abmachung, das Christentum zur Staatsreligion im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation zu machen, hat man mal eben die Machtverhältnisse von Mann und Frau geregelt. Dabei wurde Maria fast nebenbei zur Hure erklärt, was dann auch erklärbar macht, warum es im Christentum nur eine Monogamie geben darf und bis heute Kondome, als Mittel der Wahl der WHO gegen AIDS in Afrika, nicht ins Konzept des Klerus passt. Da sind wir doch froh, dass die Erde keine Scheibe mehr ist, nicht wahr?

Bei der Gestaltung der heutigen Osterfeiern vermischen sich heidnische Bräuche und christliche Gebote. Vielen der alten Bräuchen wurden nachträglich christliche Inhalte gegeben.

Erstes Beispiel:

Der Osterhase

Bis zum 16. Jahrhundert wurden im Volksglauben die Ostereier von ganz unterschiedlichen Tieren gebracht. In einigen Regionen kam der Fuchs, in anderen der Hahn, der Storch oder der Kuckuck, aber auch der Kranich oder Auerhahn zu Ostern mit seinen Gaben. Spätestens ab dem 18. Jahrhundert ist nur noch der Hase als Frühlingsbote und Ostersymbol bekannt. Der Hase ist das Tier der Liebesgöttin Aphrodite sowie der germanischen Erdgöttin Holda. Er ist aber nicht nur Götterbote, er ist auch ein altes Zeichen für das Leben und für die Fruchtbarkeit, da Hasen im Frühjahr sehr vielen Jungen das Leben schenken. Wenn die Menschen früher die Hasenmütter mit ihren Jungen sahen, wussten sie, dass der Winter vorüber war und die Natur zu neuem Leben erwacht. Im Laufe der Zeit kamen der Osterhase und die Eier zusammen. Heute bringt er in seiner Kiepe die bunt bemalten Eier und Schleckereien.

Es gibt auch Vermutungen, der Osterhase sei eher aus Versehen der Osterbote geworden. Der Versuch eines Bäckers, ein Osterlamm aus Teig zu formen, muss etwas interpretationsreich geworden sein und so soll letztlich das Lämmchen eher wie ein (Oster)Hase ausgesehen haben. Das sich dieses missglückte Ergebnis eines Bäckers jedoch als Grundlage für einen christlichen Brauch durchgesetzt haben soll, ist wenig wahrscheinlich. Doch weiß man es?

Zweites Beispiel:

Das Ei

Dann wären da noch die Eier. Eine wahrlich kuriose Ansammlung kausaler Selbstverständlichkeit prägt das höchste Fest der Christen, besonders wenn man bedenkt, dass der Hase keine Eier legt und das Huhn nichts, aber auch gar nichts mit Ostern verbindet.

Auch hierbei sind die Eier allein heute keine Erklärung dafür, warum man sie einfärbt. Aber wenn man nahezu manisch versucht, einem Ei ein, der neuesten Mode entsprechendes Design zu verleihen, dann muss das doch irgendjemand erfunden haben. Aber warum? Ist es nur eine Laune der Natur? Ich habe etwas recherchiert.

Die Erklärung ist viel einfacher, als dass man es sich zugestehen mag. Und wieder einmal hat es einen sehr praktischen, ja, nahezu genialen Ursprung.

Die Schuld an den Brauch der bunten Eiern ist die Fastenzeit.

Und so ist es ein sehr pragmatischer, relativ plausibler, geschichtlich-materieller Hintergrund, warum es bunte Eier zu Ostern gibt. Die Menschen durften damals – und dürfen es heute eigentlich auch nicht – während der Fastenzeit kein Fleisch und keine Tierprodukte essen. Ganz abgesehen davon, dass sie ebenso nicht saufen und huren durften und überhaupt: Alles ist und war eigentlich so, wie im Ramadan, nur eben viel christlicher…

Da es bekanntlich früher weder Kühlschränke noch irgendwelche chemischen oder gentechnischen Verfahren zur Konservierung gab, hatte man mit den Hühnereiern – und allem anderen auch – ein echtes Problem der Aufbewahrung. Die Hühner scherte es eben nicht, dass die Menschen für sechs Wochen keine Eier aßen und legten unermüdlich weiter jeden Tag ein Ei – und Sonntags auch mal zwei – und ganz böse Bauern-Zungen behaupteten, dass während der Fastenzeit die Hühner immer neue Rekorde aufstellten. Tja, auch Hühner haben Frühlingsgefühle, oder etwa nicht?

So saß man schnell vor einem Haufen Eier und frustete den Entbehrungen der Fastenzeit. Um nun diese Eiere haltbar zu machen, kochte man sie. – Wie simpel, oder? Wer hätte das gedacht? – Damit man aber unterscheiden konnte, welche Eier wann gelegt worden waren, färbte man sie ein. Dazu gab man stark färbende Pflanzen zum Eierwasser und schon hatte man recht schnell eine bunte Mischung aus alten, sehr alten und ganz frischen, bunten Eiern. Wenn die Fastenzeit vorbei war, aß man natürlich die alten, zuerst gefärbten entsprechend als Erstes, wenn man denn nicht farbenblind war und das geschah eben zum Ende der Fastenzeit, also zu Ostern.

Hase und Ei

Mit dieser Kombination haben wir bei allen Traditionen und ganz unbemerkt einen Widerspruch eingehandelt, der genauso unreflektiert bleibt, wie das Osterfest als solches.

Mir erscheint es immer noch rätselhaft, warum wir heute die Eier verstecken und die Hasen essen. Hätte der Hase die Eier versteckt, wäre er der Einzige, der das Versteck kennen würde und man tötet Geheimnisträger nicht, besonders dann nicht, wenn sie als Einziger wissen, wo die wertvolle, eiweißstrotzende Nahrung zu finden ist, sollte man erfolglos die Suche beendet haben. Aber wollen wir nicht zu logisch vorgehen, denn Ostern ist ja ein Fest der Kompromisse.

So fasse ich zusammen.

Das Wort Ostern kommt aus dem Heidnischen, zumindest aber der Hase kommt aus dem Heidnischen, das Eierfärben ist eine praktikable Frischhaltemöglichkeit und übers Verstecken schweigt man sich aus. Irgendeiner hat es angefangen und alle haben es nach gemacht. Gut, damit kann ich leben.

Warum nun der Jesus mal an dem einen und im folgenden Jahr an einem anderen Tag auferstanden sein soll, um im darauf folgenden Jahr wieder an einem noch anderen Tag aufzuerstehen, erschließt sich keiner Logik. Der Klerus bediente sich zwar einer genauen Rechenmethode und wählte dazu die der Alexandriner – quasi die erste Statistik – um so genau wie nur irgend möglich festzulegen, wann der Jesus nun aus dem Grab geh’n Himmel stieg, pardon, ans Kreuz genagelt wurde, oder wie auch immer. Der dafür herangezogene Meton-Zyklus ist schlicht eine astronomische Berechnung, die über den längsten Zeitraum die sichersten Ergebnisse lieferte. Man hatte mit diesem mathematischen Berechnungssystem 19 verschiedene Monddaten ermittelt und diese genau auf 253 Monate zuordnen können. Das passt aber nur, nach meiner kurzer Nachberechnung, gerade mal für 84 Jahre. Und was kommt danach?

Interessanter erscheint mir eine hierzu gehörende, vollkommen widersprüchliche Kongruenz. In den 19 Jahren des ersten Zyklus gab es 19 verschiedene Termine für den Frühlingsanfang. Und so ergaben sich auch 19 verschiedene Daten, wann Jesus in den Himmel enteilte – oder am Kreuz sein „Always look on the bright side of life“ singen durfte. Da fasst man sich doch an den Kopf und fragt sich, wie das geschehen sein mag. Und die Lösung ist sicher wieder ganz einfach, aber auch rein fiktiv:

Nicäa im Jahre 325

Und, wie stellet sich der Herr Astronom nun vor, wie wir verfahren können?

Eure Heiligkeit, wir hätten da zwei Möglichkeiten.“

Ach, ja, so spreche er!“

Nun, da wäre der Sonntag, der dem Pessach-Fest folgt …“

Und? Weiter, weiter, nun rede er schon!“

Oder wir richten uns nach dem Frühlingsanfang, das wäre dann nach dem Meton-Zyklus…“

Auf keinen Fall etwas Jüdisches! Wir nehmen den Meton … eh … Zyklon.“

Zyklus“

Von mir aus. Dann eben Zyklus. – So … und wann gibt es endlich die versprochene Zerstreuung?“

© Kariologiker

 

, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

5 Kommentare

Ostern und das mit dem Ei

Ostern ist das älteste und höchste christliche Fest‘. Diese Aussage erstaunte mich schon. Dachte ich doch bis heute, dass Weihnachten mindestens einen Rang höher stünde. Nu, denn…

Alle christlichen Kirchen feiern zu Ostern die Auferstehung Jesu nach seinem Tod am Kreuze am Karfreitag. Und das macht den Christen dann froh. Frohlockend wünscht so der ordentliche Christ in einem Anflug von selbstloser, christlicher „Kum-by-yah-my-Lord-Beseeltheit“, gepaart mit jenen, nicht für jeden nachvollziehbaren Frühlingsgefühlen, die den Biorhythmus positiv verstärken, alle Mitmenschen an und wünscht ihnen, ohne jegliche kritisch, historische Reflektion und der damit verbundenen Unwissenheit, ein „Frohe Ostern“.

Der dankende, reflektorische Gegengruß zeugt davon, dass der Gleichgesinnte eben genau das Selbe sagen wollte und ist vielleicht etwas dadurch irritiert, dass er nicht zuerst den Gruß ausgesprochen hat, denkt aber ebenso wenig mit verklärter, klerikaler Unanfechtbarkeit darüber nach, was denn dieser Gruß bedeutet und woher er stammt.

So kenne ich nur wenige Christen, die sich überhaupt fragen, warum Jesus immer am 25.Dezember geboren wird (festgelegt durch den Schutzpatron der Latrinenreiniger, Julius I.), aber die Auferstehung kalendarisch stets variiert? Und das wird sogar sehr kompliziert errechnet. Haben sich die Consilerie des 1. Vatikanischen Konzils etwa verrechnet? Oder waren sie damals schon genauso kurzsichtig, wie unser Politiker es heute sind?

*

Der Ursprung des Wortes „Ostern“ ist umstritten. Vermutlich geht das Wort auf den althochdeutschen Namen eines Frühlingsfestes ostarum oder auf eine germanische Frühlingsgöttin mit dem Namen Ostara zurück. Andere vermuten den Ursprung des Wortes Ostern in dem Wort Ost, weil in dieser Richtung im Frühling die Sonne aufgeht.

Das christliche Osterfest wird abgeleitet von dem jüdischen Pascha-Fest oder Pessach-Fest, das am ersten Frühlingsvollmond (egal auf welchen Wochentag es fällt) zur Erinnerung an die wunderbare Befreiung aus der Knechtschaft der Ägypter begangen wird. Es war ursprünglich ein Hirtenfest, an dem ein Lamm geschlachtet wurde. Darauf wird auch die Verbreitung des Osterlamms zurückgeführt. Im Christentum wurde das Osterlamm mit Christus gleichgesetzt. (na, bitte, nur die Christen essen ihren Gott – aber, wem’s gefällt…)

Das Datum des Festes wurde beim Konzil von Nicäa 325 auf den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling gelegt. Wie vieles anders auf diesem Konzil auch, war es ein riesiger „Deal“, wie man heute zu sagen pflegt. Denn neben der Abmachung, das Christentum zur Staatsreligion im „Heiligen römischen Reich Deutscher Nation“ zu machen, hat man in einem Aufwasch die Machtverhältnisse von Mann und Frau geregelt. Dabei wurde Maria mal eben zur Hure erklärt, denn irgendwie kam den Oberen des Klerus damals auch das mit der unbefleckten Empfängnis komisch vor, was dann auch erklärbar macht, warum es im Christentum nur eine Monogamie geben darf und bis heute Kondome, als Mittel der Wahl der WHO gegen AIDS in Afrika, nicht ins Konzept des Klerus passt. Da sind wir doch froh, dass die Erde keine Scheibe mehr ist, nicht wahr?

*

Bei der Gestaltung der heutigen Osterfeiern vermischen sich heidnische Bräuche und christliche Gebote. Vielen alten Bräuchen wurden nachträgliche christliche Inhalte gegeben.

 

Erstes Beispiel:

 

Der Osterhase

 

Bis zum 16. Jahrhundert wurden im Volksglauben die Ostereier von ganz unterschiedlichen Tieren gebracht. In einigen Regionen kam der Fuchs, in anderen der Hahn, der Storch oder der Kuckuck, aber auch der Kranich oder Auerhahn zu Ostern mit seinen Gaben. Spätestens ab dem 18. Jahrhundert ist nur noch der Hase als Frühlingsbote und Ostersymbol bekannt. Der Hase ist das Tier der Liebesgöttin Aphrodite sowie der germanischen Erdgöttin Holda. Er ist aber nicht nur Götterbote, er ist auch ein altes Zeichen für das Leben und für die Fruchtbarkeit, da Hasen im Frühjahr sehr vielen Jungen das Leben schenken. Wenn die Menschen früher die Hasenmütter mit ihren Jungen sahen, wussten sie, dass der Winter vorüber war und die Natur zu neuem Leben erwachte. Im Laufe der Zeit kamen der Osterhase und die Eier zusammen. Heute bringt er in seiner Kiepe die bunt bemalten Eier und Schleckereien.

Es gibt auch Vermutungen, der Osterhase sei eher aus Versehen der Osterbote geworden. Der Versuch der Bäcker, ein Osterlamm aus Teig zu backen, habe letztlich eher wie ein Osterhase ausgesehen. Das sich dieses missglückte Ergebnis jedoch als Vorstellung durchgesetzt haben soll, ist wenig wahrscheinlich. Doch weiß man es?

 

Zweites Beispiel:

 

Das Ei

 

Dann wären da noch die Eier. Eine wahrlich kuriose Ansammlung kausaler Selbstverständlichkeit prägt das höchste Fest der Christen, besonders wenn man bedenkt, dass der Hase keine Eier legt und das Huhn nichts, aber auch gar nichts mit Ostern verbindet.

Nun, nur die Eier allein sind heute keine Erklärung, warum man sie einfärbt. Aber wenn man nahezu manisch versucht, einem Ei ein, der neuesten Mode entsprechendes Design zu verleihen, dann muss das doch irgendjemand erfunden haben. Aber warum? Ist es nur eine Laune der Natur? Ich habe nachgeforscht.

 

Die Erklärung ist viel einfacher, als dass man es sich zugestehen mag. Und wieder einmal hat es einen sehr praktischen, nahezu genialen Ursprung.

Schuld an den bunten Eiern ist die Fastenzeit.

Und so ist es ein sehr pragmatischer, relativ plausibler, geschichtlich-materieller Hintergrund, warum es bunte Eier zu Ostern gibt. Die Menschen durften damals – und dürfen es heute eigentlich auch nicht – während der Fastenzeit kein Fleisch und keine Tierprodukte essen. Ganz abgesehen davon, dass sie ebenso nicht saufen und huren durften und überhaupt: Alles ist und war eigentlich so, wie im Ramadan, nur eben viel christlicher …

Da es bekanntlich früher weder Kühlschränke noch irgendwelche chemischen oder gentechnischen Verfahren zur Konservierung gab, hatte man mit den Hühnereiern – und allem anderen auch – ein echtes Problem der Aufbewahrung. Die Hühner scherte es eben nicht, dass die Menschen für 6 Wochen keine Eier aßen und legten unermüdlich weiter, legten jeden Tag ein Ei und Sonntags auch mal zwei und ganz böse Bauern-Zungen behaupteten, dass während der Fastenzeit die Hühner immer neue Rekorde aufstellten. Nun, auch Hühner haben Frühlingsgefühle, oder etwa nicht?

So saß man schnell vor einem Haufen Eier und frustete dem Schmacht der Fastenzeit. Um nun diese Eier haltbar zu machen, kochte man sie. – Wie einfach, oder? – Aber, damit man unterscheiden konnte, welche Eier wann gelegt worden waren, färbte man sie ein. Dazu gab man stark färbende Pflanzen zum Eierwasser und schon hatte man eine bunte Mischung aus alten, sehr alten und ganz frischen bunten Eiern, wenn die Fastenzeit vorbei war. Natürlich aß man die alten zuerst, wenn man nicht farbenblind war und das geschah eben zu Ostern.

Mir erscheint es jedoch immer noch rätselhaft, warum wir heute die Eier verstecken und die Hasen essen. Hätte der Hase die Eier versteckt, wäre er der Einzige, der das Versteck kennen würde und man tötet Geheimnisträger nicht, besonders dann nicht, wenn sie als Einziger wissen, wo die wertvolle, eiweißstrotzende Nahrung sich befindet. Aber wollen wir nicht zu logisch vorgehen, denn Ostern ist ja ein Fest der Kompromisse.

 

Also, fassen wir zusammen.

Das Wort Ostern kommt aus dem Heidnischen, zumindest aber aus der Hase kommt aus dem Heidnischen, das Eierfärben ist eine praktikable Frischhaltemöglichkeit und übers Verstecken schweigt man sich aus. Irgendeiner hat es angefangen und alle haben es nach gemacht. Gut, damit kann ich leben.

Warum nun der Jesus mal an dem einen und im folgenden Jahr an einem anderen Tag auferstanden sein soll, um im darauf folgenden Jahr wieder an einem noch anderen Tag aufzuerstehen, erschließt sich keiner Logik. Der Klerus bediente sich zwar einer genauen Rechenmethode und wählte dazu die der Alexandriner – quasi die erste Statistikberechnungsgrundlage – um so genau wie nur irgend möglich festzulegen, wann der Jesus nun aus dem Grab geh’n Himmel stieg, pardon, ans Kreuz genagelt wurde. Der dafür herangezogene Meton-Zyklus ist schlicht eine astronomische Berechnung, die über den längsten Zeitraum die sichersten Ergebnisse lieferte. Man hatte mit diesem mathematischen Berechnungssystem 19 verscheiden Monddaten und diese genau auf 253 Monate errechnen können. Das waren aber gerade mal nur 84 Jahre. Und danach?

Interessanter erscheint mir eine vollkommen widersprüchliche Kongruenz. In den 19 Jahren des ersten Zyklus gab es 19 verschiedene Termine für den Frühlingsanfang. Und so ergaben sich auch 19 verschiedene Daten, wann Jesus in den Himmel enteilte – oder am Kreuz sein „Always look on the bright side of life“ singen durfte. Da fasst man sich doch an den Kopf und fragt sich, wie das geschehen sein mag. Und die Lösung ist sicher wieder ganz einfach, aber rein fiktiv:

 

Nicäa im Jahre 325

 

Und, wie stellet sich der Herr Astronom nun vor, wie wir verfahren können?

Eure Heiligkeit, wir hätten da zwei Möglichkeiten.“

Ach, ja, so spreche er!“

Nun, da wäre der Sonntag, der dem Pessach-Fest folgt …“

Und? Weiter, weiter, nun rede er schon!“

Oder wir richten uns nach dem Frühlingsanfang, das wäre dann nach dem Meton-Zyklus…“

Auf keinen Fall etwas Jüdisches! Wir nehmen den Meton … eh … Zyklon.“

Zyklus“

Von mir aus. Dann eben Zyklus. – So … und wann gibt es endlich die versprochene Zerstreuung?

 

© Kariologiker

 

 

, , , , , , , ,

6 Kommentare

%d Bloggern gefällt das: