Beiträge getaggt mit Design-Ponton

Deutsch-fahnig

Geht es Ihnen genauso wie mir? Diese betonte Zurschaustellung des Nationalen? Und der ganze Hype, der damit verbunden ist, also mir wird’s langsam zu viel.

Irgendein Sportler hat irgendwann einmal bei internationalen Wettkämpfen bei seinen Sieg noch vor dem Überqueren der Ziellinie eine Landes-Fahne zugesteckt bekommen und damit die Nationalität in den eigenen Erfolg mit einbezogen. Jetzt kann man Nationalismus gerne für gut befinden, doch ab einer gewissen Anhäufung nationaler Verbrämung für einen Sport, und ich betone ausdrücklich, nur für einen Sport, verkommen mir die Fahnen aller Nationen zu einem Witz.

Da spielt es keine Rolle welchen Sport sie begleiten, denn außerhalb dieser internationalen Wettkämpfe sind sie kaum zu sehen, die Symbole der Nation des Landes, in dem ein Mensch geboren wurde. Das sähe auch komisch aus, wenn man in Köln-Mühlheim nur von türkischen Fahnen umringt wäre oder in der Innenstadt und Vororten von Köln griechische, italienische oder sonst welche Nationalfahnen ständig vor’s Gesicht gehalten bekämen, wir leben schließlich in einer globalisierenden Welt. Und so ganz nebenbei, der Jesus ist für alle Europäer schließlich auch ein Ausländer, aber das zählt bei einem Gott nicht, oder? Man könnte ihn gemeinhin als Urheber der Globalisierung bezeichnen, wenn man wollte.

Aber diese ständige, immer aufdringlicher wirkende Nationaltümelei ist mir so etwas von zuwider … und noch schlimmer ist die Hure Medien. Angefangen bei den Gazetten für das bildungsresistente Präkariat bis hin zu den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten, insbesondere dem ZDF. Für diesen Fußballquatsch war man sich nicht verantwortungslos genug, die Gelder, die allen Deutschen per Gesetz mit der GEZ von egal welchem Gehalt abgeknapst wird, hat man mal eben für Hundertausende von Euros einen Design-Ponton in die Ostsee gebaut und das nicht irgendwo, sondern in dem wieder erschaffenen mondänen Heringsdorf, dem Kaiserbad, dem östlichsten Goldesel des Landes. Und das letztlich auch nur, um irgendeine Quotenfrau, die wohl viel lieber über Kleidung und dem Bimselbamsel, den Frau so um sich herum schlingt spräche, als über Fußball und das im Wechsel mit einem Olli Kahn, der selbst kaum weiß, was er sagt und das auch noch mit einem klassisch durch dekliniertem „EHM“, was ihn wohl hier insbesondere als „ZDF-Experten“ ausweist, stundenlang allen und meist besser informierten Zuschauern, denen schließlich im Zeitalter des WWW die gleichen Informationsquellen vorliegen, irgendein Hohlgeschwätz zu präsentieren, um eine Stunde Sendezeit vor jedem Spiel zu vergeuden, in denen man weitaus besseres ausstrahlen könnte.

Da wundert es keinen mehr, dass ein Notarzt im besten Fall für seinen Einsatz, bei dem es nicht selten um Leben und Tod geht, nicht einmal eine dreistellige Euro-Summe als Entlohnung bekommt, aber der Fußballer für seine Dumm-Dämlichkeit und einem KiTa-Eintrittsalter mit Millionen überhäuft wird. Denn erst durch die Medien ist es überhaupt so weit gekommen, dass wir diese Schräglage der Professions-Präverenz und Überbewertung haben.

Und dann werden die Länderfähnchen und National-Devotionialien endgültig zur Farce.

© Kariologiker

 

EDIT

Selten, dass eine Boulevard-Gazette so deutliche Worte findet:

http://www.express.de/em2012/tv-kritik-der-insel-irrsinn-der-mainzelmaennchen,1125580,16358972.html

 

Ein Auszug, der aus meiner Feder stammen könnte und mir direkt nach dem Mund spricht:

Usedom –  

Laut Fremdenverkehrswerbung ist Usedom „ein Ort, an dem die Seele Urlaub macht“. ZDF-Zuschauer wissen es besser: Seit Sonntag ist Usedom ein Ort, an dem der Verstand Urlaub macht.

Wer Usedomina Katrin Müller-Hohenstein und Grillwurst-Olli Kahn am ZDF-Fußballstrand erlebt, der fragt sich: Wo ist der Anstieg des Meeresspiegels, wenn man ihn braucht?

Einmal Flut, und alles wäre gut!

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