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Achtung!

Achtung, die; mit Abstand der doppeldeutigste Begriff, und damit gleichzeitig im Gebrauch wohl eine gegensätzlichere Definition, als dass man sie nur manchmal, vielleicht gar nicht wahr nimmt oder nur selten seine diametral konträre Bedeutung erkennen kann.

So ist die Achtung jemandem gegenüber durchaus eine Respektbekundung, die man sich sehr wohl mit Konsequenz und Glaubwürdigkeit erarbeiten muss.

Nicht selten aber dreht sich durch eine kleine Unachtsamkeit dieses sehr positive Attribut vollkommen ins Gegenteil um und man erfährt eine Achtung, die der einer Verbannung gleich kommt. Wird einem die Ächtung zuteil, fährt man gerne in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Dort leckt man sich sein Wunden, schreibt eine Wunddokumentation mit taktischem Hintergrund und steuert nach einer geschätzten Halbwertszeit für politisches Fettnäpfchen treten von ca. 4 Wochen wieder in das Land, in dem flächendeckend an jeder denkbaren und undenkbaren Ecke oder Autobahn – usw. – ein Schild zu sehen bekommt, auf dem „Achtung!“ steht.

Mit diesem Schilderwald nun hat niemand, der den Auftrag für die Positionierung in Auftrag gegeben hat daran gedacht, die Menschen damit aufzufordern, Herrn von und zu „Gutmensch“ wieder Achtung entgegen zu bringen, sondern ausnahmsweise soll auf eine Gefahrensituation aufmerksam gemacht werden.

Doch auch das scheint nicht immer so durchdacht zu werden, wie Schilder aufgestellt worden sind. Und hier zitiere ich gerne Volker Pispers, der zurecht das Schild „Achtung Nebel“ mit Hohn überschüttet:

Entweder es ist nebelig, dann sieht man das Schild nicht oder es ist kein Nebel, dann braucht man es nicht.“

Im nahen, angrenzenden Europa heißen solche Vorsichtsauforderungenschilder:

Rappel, Let op, Attenzion, Attenzione, Attention Please … und so weiter und sofort…

© Kariologiker

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