Archiv für die Kategorie Lyrik

Musik für Conrad Cortin

Animiert durch die Lyrik des Conrad Cortin habe ich immer wieder gerne zur Gitarre gegriffen und eine Untermalung zu seinen gelesenen Werken komponiert. ”Die Rote“ habe ich erst nur selbst gelesen und dann vertont, eh ich sie selbst aufs Band gesprochen habe.

Die Bandbreite seiner Lyrik hat mich immer auf gewagte Ideen gebracht. So habe ich den Sphärenklang mit drei einzelnen Orgelpfeifen und einer Software erstellt, ebenso, wie ich die Instrumente der Partymusik alle selbst gespielt habe (Trompete, Klavier und Kontrabass)

Diese Stücke sind 2015 in einer Literatursendung zu hören gewesen – und durch das niemals vergessende Internet immer noch auffindbar.

Euer

Kariologiker

https://literaturradiohoerbahn.com/sendung/lyrik-conrad-cortin-und-kario-kariologiker/

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Katjas Baby Doll

Wie es genau dazu kam, ist mir gar nicht mehr im Kopf geblieben, aber eines Tages hatte ich Aufnahmen von Katja Kortin, die Conrad Cortin liest. Eine davon habe ich nachvertont und bei Baby Doll war es mir eine besondere Freude.

Das Bild, das ich für das Cover gewählt habe, hat Conrad gemalt.

Heute höre ich es zwar mit etwas Wehmut, aber sich mit einer gewissen Freude

Euer Kariologiker

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Russe

Luise schläft gern in den Vormittag hinein. Auch wenn ich sie besuche bleibt sie liegen. Im Haus meiner Großeltern nimmt man es nicht so genau. Heute ist Luise gar nicht aufgestanden. Draußen wird es schon dunkel. Ich sitze an ihrem Bett. Viel lieber legte ich mich neben sie. Jedoch einer Bayern hätte sie schon als Liebhaber. Bloß keinen Russen. Das freut Boris, den sportlichen, blonden Russen mit der kurzgeschorenen Frisur. Er erzählt ihr von Russland. Luise ist nicht abgeneigt, mit Boris nach Russland zu reisen. Sie zieht das feurige Temperament des Russen dem intellektuellen Feuerwerk vor, das ich ihr biete.

Conrad Cortin

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Conrad Cortin – der große Freigeist

Conrad Cortin, ein Poet und Lyriker der alten Schule ist Montag, den 26. August diesen Jahres verstorben.

Ich bewundere diesen Freigeist noch heute und werde ihn immer in mir tragen. In dem Lyrik-Band ”Das Spiel ist nicht aus”, das 1985 unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Stuhlmann erschienen ist, finde ich ein Gedicht, in dem seine Lyrik sich treffend darstellt.

*

Strom des Lebens

ich sehe

den Strom des Lebens

in dem die Wesen

sich verwandeln

keines bleibt wie es ist

aus Stieren werde Pferde

Menschen wachsen Flügel

Frauen sehen mich an

mit Antilopenblick

und während sie schauen

sinken ihre Leiber

in die Fluten zurück

*

Danke, Conrad, wir hatten unsere Zeit, unsere schöne Zeit und unser Leid, unser großes Leid. Wir haben uns beide so verstanden, dass ich Deine Erlaubnis hatte Deine Gedichte zu vertonen. Du wirst in Deinen Texten weiter leben.

Dein Freund

Kariologiker

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Karambolage

 

Auf‘s Croissant gefaltete Marmelade

kitzelt an Harmonien meines Gaumensegel.

Palisaden aus Sonnenstrahlen 

Fallen mir ins Gemüt.

 

Wie ein Stehgeiger genieße ich

die Wolken der Sinnesexplosion

und tauche tief in das Morgen

eines wollüstigen Sonnentages.

 

© Kariologiker 8/18

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Nur ein Tag

An einem Tag ohne Regen ertrage ich den Sonnenschein.

Er platzt in meine Lieder, die ohne den letzten Ton verklingen,

lässt die Farbe trocknen, noch während das Bild entsteht,

formt sich in dem Ton, bevor die Skulptur zu sprechen lernt 

und wärmt viel zu schnell die Tristesse des Wohlseins.

 

An einem Tag, an dem der Regen die Sonne verdeckt

lasse ich mich in das Rauschen fallen und singe mit,

dann komponieren meine Hände im Ton das Gesicht,

das sich mit Musik der Haut nähert und den Bauch streichelt,

bis die Trunkenheit mich müde in Kissen der Träume sinken lässt.

 

An einem Tag ohne Regen lebe ich nur den Sonnenschein.

Er zerrt an meinen Liedern, die mich ohne Ton verschlingen,

die Kreide bleibt trocken, noch während ein Bild blendet,

formt sich immer noch ein Ton, bevor die Skulptur zu singen lernt 

und wärmt dennoch die Tristesse des Wohlseins.

 

An jedem Tag suche ich den Regen und weiß, 

dass ich ohne Sonne nicht sein will.

 

© Kariologiker 5.5.2018

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Redwine Dance

Mit großer Freude habe ich im Tonstudio von Bernward Koch mit meinem Freund Sabia da Costa zusammen diese Komposition von mir aufgenommen. Als ich Christoph Becker eine Kopie davon zuschickte kam eine Antwort der besonderen Art zurück, die Freude darüber kann ich kaum beschreiben. Aber, hört selbst.

Redwine Dance, Gitarre – ich selbst, Sabia da Costa – Perc, Christoph Becker – Sax, Aufnahme – Bernward Koch.

 

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