Sprache ändert sich, aber nicht mich.

Letztlich, genau am Tag der älteren Generation (3. April), zu der ich mich notgedrungen zählen muss, dachte ich mal wieder daran, wie sich die Sprache doch ändert.

Mittlerweile wird im Fernsehen nicht nur durch alle Kasten gekocht, was sich mir grundsätzlich gar nicht erschließt, denn man kann es über den Äther weder riechen noch schmecken und sicher getraut sich doch niemand vor der Kamera zu sagen, dass diese oft unter grausamen Umständen und von oft recht unappetitlichen Hobbyköchen – Ja, sogar Profi-Köchen – zusammen gemanschte Zutatenfülle wie ”alte Schuhsohlen” schmeckt, und damit man die immer hohe Qualität dieser Wie-auch-Immer Speisen zumindest gedanklich als vortreffliches Produkt erkennt, bekommt es eine  Qualitätsbeschreibung. 

Eine mir gänzlich unappetitliche Speise, deren Verköstigung ich schon seit 50 Jahren ablehne, ist das Risotto – neben Milchreis und anderen breiartigen Aggregatzuständen, die mir nicht nur als essbar vorgesetzt werden, sondern angeblich ganz toll schmecken sollen. Nun…

Um ein richtig gutes, ja perfektes Risotto herzustellen, muss wohl, so wird es mir zumindest vermittelt, immer kräftig gerührt werden, damit es eine Konsistenz bekommt, die sich in der höchsten Qualitätsbekundung ”schlotzig” nennt. – Meine automatische Schreibkorrektur kennt das Wort gar nicht. –

Mir am Tag der älteren Generation zu sagen, dass schlotzig etwas premierwürdiges ist, geht das dann doch zu weit. Hielt sich meine Aversion gegen diese Rezepte bislang noch in Grenzen, so wird bei dem Wort schlotzig (oder schlozig?) derart mein Nervus Vagus gereizt, dass ich dem nur mit einem Antiemetikum begegnen kann oder einem Kräuterschnaps auf Anisbasis.

Schlotzig beschreibt für mich Erbrochenes oder Sputum, wobei ich diesen beiden Abgerungenschaften oder Auswurf des Menschen niemals klassifizieren würde und schon gar nicht premieren. „Ja, Deine Spucke ist mit die schönste und so besonders schlotzig.“

Nein, ich schaue schon lange keine Kochsendungen mehr, allein schon wegen des Küchenlateins und die dazugehörige Küchenphilosophie, die mir immer wie eine Rezitation aus einer Kalendersprüchesammlung vorkommen. Das kann natürlich jeder für sich so sehen wie er es gern hat, aber etwas schlotzig zu nennen ist für mich grottig.

Meint sinnierend

Kariologiker

 

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  1. #1 von angelface am 6. Mai 2019 - 08:20

    „ei…ei…ei…verporten, was kriegst du dafür – zum Absatz:

    wird durch Werbung unterstützt“!….???:))
    von mir schon mal als Qualitätssiegel eine EINS – meine ich…
    schlotzig igitt…schüttel – du sprichst mir mit deinem beitrag direkt ausser Seeeeleeee! – lache ich:-))
    ein Wort das es a) nicht im deutschen Sprachgebrauch gibt
    und b) so grässlich klingt, dass es einen schütteln muss mitzuerleben wenn sich die „Probierer“ der köstlichsten Speisen im fernsehen diese Pampe reinsüffeln und wenn sie nicht flüssig genug ist, sofort vom Speiseplan der Geschädigten verdammen..aber aus dem vorherigen Absatz lese ich heraus, dass es schon mal eine Zeit gab in der du „hineingeschaut hast – „um dir Kochrezepte anzueignen? – ich bin davon überzeugt du kriegst herrliche Bratkartoffeln hin“!
    mittlerweile fast eine Farce der ursprünglichen Sendung die mal ganz „anständig“ anfing und wo man durchaus auch was lernen konnte. Heutzutage hauen mich die Bezeichnungen der Zubereitung einer Malzeit schon fast vom Hocker, denn ich verstehe nur noch „Bahnhof, bin also wie du ein „altes Fossil das darauf besteht die Sprache zu verwenden die man kennt!“° und nicht diese Verballhornung und Verzipfelung derselben.
    prima beitrag, ich bin gespannt welche Resonanz du drauf erhältst…(?)
    kann leider nicht darauf klicken: da ich weder in Twitter noch f bin…sondern nur hier zum mitteilen groß Beifall klatsche…
    herzlichst dat Engelschen

    • #2 von kariologiker am 6. Mai 2019 - 09:51

      Danke, Danke, leev Engelschen,
      es ist mir, wie immer, eine große Freude Deine Kommentare zu lesen und ja, ich fühle mich dann immer gebauchpinselt. (Ein seltsames Wort, das wenn auch auf Deutsch, schon etwas zusammengeschustert – wieder so eins – ist)
      Eigentlich ist es ganz einfach, sich dieser seltsamen Neologismen zu widmen, wenn man sich die Zeit nimmt sie zu hinterfragen. Mit den Anglizismen allerdings würde es bei mir auch schwer werden, aber wir sprechen ja noch Hochdeutsch. Aber, wo hört Hochdeutsch auf und fängt Umgangssprache an? Manchmal traue ich mich gar nicht mehr in den Duden zu schauen, weil die eingedeutschten Wörter schon als Hochdeutsch deklariert worden sind.
      In diesem Sinne schwaade mer esu, wie uns de Schnüss jewaase is…
      Leeven Jroß
      Kariologiker

  2. #3 von kariologiker am 10. Mai 2019 - 06:45

    Zu Deiner Frage, leev Engelschen, was ich für die Werbung bekomme … nix. Dafür ist die Seite kostenlos. Ich weiß nicht einmal, welche Werbung wem vorgesetzt wird.

    Sorry
    Kariologiker

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