Da haben wir es schon wieder

Und wieder habe ich es geschafft so lange zu denken, bis ich zur ultimativem Erkenntnis kam. Die Lösung ohne ein Problem.
Es mag etwas seltsam klingen, aber immer häufiger werde ich mit Lösungen belästigt, die kein Problem gefordert hat. Das Problem wird schlicht überflüssig. Wir nehmen gleich die Lösung. Ein schlichter Satz soll hier als Beispiel dienen: „Da haben wir es wieder.“ Und jedesmal erstarre ich und frage: „Was haben wir? Und warum schon wieder?“
Die Antworten sind so verquer, dass ich einfach nicht mehr dazu komme, das Grundproblem zu erkennen und so komme ich ungewollt zu der Erkenntnis, dass es entweder niemand interessiert oder gar niemand weiß. Wäre uns ein Problem bekannt, sähe die Lösung bestimmt anders aus, als nur: „Da haben wir es wieder.“
Es müsste also scheinbar eine kausale Kette voraus gegangen sein, die durch eine mehrfache Wiederholung zu dem Satz führte, dessen Ursprung entweder schon vergessen worden ist oder gar nicht bestanden hat. So wird der Satz zu einem Problem, das sicher nicht das Problem kennt, womit wir in einer Floskel drauf hinweisen wollen. Ich suche keine Lösung mehr, denn die kennen offensichtlich schon alle, sondern ein Problem. Das Problem dabei aber ist, dass ich nicht von einem Problem ausgehen kann und so bleibe ich dabei im Kreis meine Synapsen zu animieren und hoffe, dass mir irgendwann ein Problem in den Schoß fällt, zu dem genau dieser Satz passt.
Da haben wir es schon wieder und so denke ich einfach weiter.

© Kariologiker

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  1. #1 von Jupp am 23. April 2017 - 10:02

    Lieber Kario,
    müssen „gedankenlose“ Floskeln, etwa in der Kontaktphase eines Gesprächs oder bei einem Telefonat von Zeitgeistigen – „génau, génau … alles klar … kein Problem …“ – immer sinnvoll sein? Ne. Weischd. Gell. Niemand antwortet auf solche Sprachfetzen, es sei denn mit einer „gedankenlosen“ Floskel.

    Herzliche Grüße
    Jupp

    • #2 von kariologiker am 23. April 2017 - 11:29

      Lieber Jupp,

      mehr und mehr bemächtigen Floskeln sich unserem Sprachgebrauch. Wäre es nur in der Umgangssprache so, ich würde mir keine Gedanken dazu machen. Doch mittlerweile höre ich sie in der Werbung, auch der politischen Werbung und sogar in den Informations-Medien.

      Lieben Gruß
      Kariologiker

  2. #3 von Flora am 23. April 2017 - 18:29

    Mit einem Lächeln und Kopfnicken gelesen…klar, aber Floskeln hat es immer gegeben und in unserer denk- und sprachfaulen Welt werden es bald nur noch solche sein, statt gepflegter Unterhaltung…Handysprache eben. OMG ;-) z. B.
    Ich lese immer, kommentiere fast nie, Mann möge mir verzeihen
    LG Flo

    • #4 von kariologiker am 23. April 2017 - 18:35

      Danke, Flora,

      bei Floskeln, egal welchen und wie alt … ich versuche sie zu vermeiden, auch wenn ich, trotz allem Bemühen, mich selbst nicht davon frei sprechen kann und sie mir hin und wieder „durch die Lappen gehen“.

      Schmunzelnd
      Kariologiker

  3. #5 von angelface am 24. April 2017 - 10:30

    gäbe es die allseits beliebten und schnell ausgesprochenen FLOSKELN nicht, wüssten viele nicht WELCHE Worte zum Thema ihnen über die Lippen quellen! Manchmal sind auch Verlegensheitssprüche“ oder Ausbrüche““°“! schnell dahingesagt um etwas zu überspielen – um all das zu überdenken was man eigentlich sagen möchte und nicht weiss: wie?!°
    k e i n e Ahnung, doch ich denke, man kann sich nicht ganz davon frei machen!(es selbst zu tun…)und dabei zu ertappen!
    ich erinnere mich – ganz dunkel – mich mal auf einer der seltenen Beerdigungen auf der ich anwesend war so in den fettnapf getreten zu sein, dass ich hinterher blutrot gschamig den Schauplatz des verbrechens verliess und mich unsagbar schämte!
    doch es stimmt schon, deutsche Sprache schwere Sprache, seit es handys – SMS – Words App und ähnlich unsinniges gibt leidet die Sprache immer mehr, so sehr, dass man vieles überhaupt nicht mehr verstehen möchte“!°
    ebenfalls schmunzelnd über ein packendes Thema…
    dat Engelschen….ohne Spruch auf der Schnußß!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    heute gänzlich ohne Floskel….

    • #6 von kariologiker am 24. April 2017 - 11:24

      Danke, leev Engelschen,

      für Deine Gedanken zu meinem Text. Es ist sicher keine sprachdienliche Sache, wenn man einen Telegramm ähnlichen Schreibstil mit den von Dir aufgezählten Programmen nutzt, auch, wenn man selbst mit diesen Apps versucht sprachlich nicht zu verrohen.
      Bildung ist das Problem … also die Ungebildetheit, die der Nährboden für Floskeln und rudimentärem Sprachschatz ist. Wir brauchen wieder Bildung.

      Lieben Gruß
      Kariologiker

  4. #7 von angelface am 28. Mai 2017 - 09:49

    und WER vermittelt sie uns allen mittlerweile, die wohldurchdachte, immer wieder erwähnte Bildung die so manch Erwachsenen scheinbar abhanden gekommen ist oder woran liegt es denn dass so manch einer vergessen hat dass die Ellbogen auf dem Tisch beim Essen nichts darauf verloren haben!
    ach, ich könnt grad mal schrein….
    herzlichst in deinen alten Texten und Geschichten wühlend und findend…angels Engelschen im Koppp

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