IS DES MOASS SCHO VOLL?

Jetzt heißt’s wiada landauf, landab: O’zapft is … und mir wird schlecht.
Nicht nur, dass dieses Oktoberfest schon die Pest ist, die Brutstätte für geistigen Dünnschiss, dammblödelnder Musik (außer der wirklich klassischen Blasmusik) und den Dauerbesaufen, oder auch Flatrate-Saufen genannt.
Wäre es nur ein lokal begrenztes Phänomen und beschränkte sich lediglich auf beschränkte Bayern, es würde mir am selbigen vorbei gehen. Doch mittlerweile überfluten Oktoberfeste das ganze Land, es wird in jedem Dorf gedirndelt und man lederhost sich hübsch, schmückt sich rot kariert ein und schuhplattlert sich am Biertisch warm. Hinzu kommt die überall gleiche Ballermannbelustigungsgeräuschkulisse, die saudämliche Texte exhumiert und somit gerade mal ab 1,5 Promille erträglich wird und auch dann erst zündet, wenn nur noch die Hohlraumversiegelung des Gehirns als letztes aktiv ist.
Wäre es nicht ein altehrwürdiges Volksfest, das in seiner Blütezeit einen ganz anderen Flair hatte, ich könnte über vieles hinwegsehen. Doch da Dummblödellei heute nicht nur rechtes Gedankengut aktiviert, sondern auch auf fast jedem Fest diese Abart man sich feste was auf die Mütze gibt, ist dieser Brauchtum derart entartet, dass man sich tunlichst weit davon entfernt aufhalten sollte, doch das Gegenteil ist der Fall. Honoratioren treffen sich hier auf ein Stell-Dich-Ein und so stellt man sich nicht nur zusammen, sondern auch darauf ein, was für den nächsten Wahlkampf, der bekannterweise ehe als Lügenkampf benannt werden müsste, taktisch sagen muss, um das saufende Dummvolk zu den Urnen zu locken und sich gewiss zu sein, dass sie alle auch nur ja das Kreuz an der richtigen Stelle machen.
Man könnte, wenn man es böse sagen will, diesen Herdenauftrieb der Saufdämmel als Exportschlager der CSU betrachten, aber das wäre selbst für eine Partei, die den Klüngel besser beherrscht als jeder noch so depperte Kölner, dann doch etwas übertrieben.
So bleibt nur noch die Flucht in die eigene Unzufriedenheit und begnügt sich am häuslichen Fernsehapparat mit den gesellschaftlich wertvollen Sendungen, wie (Putz)Frauentausch oder PromiBigBrother.
Deutschland, wo biscum?

© Kariologiker

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  1. #1 von Jupp am 3. September 2015 - 13:24

    Lieber Kario,

    man könnte sich mit dem alten Motto „panem et cirenses“ beruhigen, überschwemmte uns nicht die hirnlose Scheiße – Du schilderst es treffend – mit dem intellektuellen Gehalt einer rachitischen Tiefseemolluske. Für diejenigen, die sich für die Elite halten, ist das Treffen im Zelt von „Käfer“ beim Oktoberfest ein „must“, wie es so scheußlich auf Neudeutsch heißt. Die „Pissrinnen“, Schramm nennt die Öffentlich-rechtlichen Zwangsgebühreneintreiber so, pflegen die Quote als Heilige Kuh. Sie seifen uns mit der kruden Mischung von Talkshow, Quiz, Krimi und Großem Fest des Volkslieds mit der Jodel-Marianne aus Altötting ein. Als ob sie den Auftrag zur Verblödung hätten.

    Herzliche Grüße
    Jupp

  2. #2 von kariologiker am 3. September 2015 - 13:52

    Lieber Jupp,

    diese Idee, dass man den Sendeanstalten durch die Bank den Auftrag erteilt habe zur Volksverdummung, den hege ich schon lange. Ich wage es selten diesen Gedanken ernsthaft weiter zu spekulieren, doch scheint die Spirale in die Verdummung tatsächlich immer weiter zu gehen und ja, der mündige, besorgte Bürger ist voll darauf reingefallen und wir Fragenden dürfen die Suppe auslöffeln.

    Danke für Deinen engagierten Kommentar
    Kariologiker

  3. #3 von Dr.Ulrike Lupi-Fuß am 4. September 2015 - 13:44

    Lieber Kario,
    das Oktoberfest ist ein Exportschlager für Dummköpfe, die nach bayerischen Weihen gieren. Ausserdem regt es den Konsum an: von Dirndln und Lederhosen, von Wadenwärmern, der Weisswurst und dem Lebkuchenherzen. Leider scheint es so zu sein, dass solche Exportschlager nicht blöd genug sein können, um dem Volke zu gefallen. Alles Wählerstimmen! Genau das haben die Politiker erkannt, uns so schwenkt selbst Mutti im feinen Zwirn (nicht auszudenken, dass sie sich in ein Dirndl presste!) den Maßkrug.
    Das Fernsehen ist da leider keine wirkliche Alternative – da ist schon eher eine Pissrinne notwendig, um den Druck zu entlasten.
    Ulrike

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