Fishy blues

Auf eine Hinweis von Angelface bin ich auf einen Blues von Ulrich Roski gestoßen und dachte, den stelle ich noch einmal ein. Es ist zwar nur die erste Strophe, doch es gehört unabdingbar zu meiner Jugend.

 

Fisch, geruchsfrei

Wenn es um Kulinarisches geht, bei dem Fisch die Grundlage der Hauptspeise ist, begnügt sich der Rheinländer normalerweise mit Heringsstipp. Also Hering in Mayonnaise, viel Zwiebel und Äpfel untereinander gemengt … Hauptsache man schmeckt den Hering nicht heraus. Liegt dieser lange genug in dem „Sud“, schmeckt der Stipp auch jut.

Diese Form des Heringsgerichts muss es seit dem Mittelalter geben, denn damals hatten “windige” Kaufleute die Heringe, die rheinaufwärts getreidelt worden waren, in Köln für fünf Tage konfisziert und in dieser Zeit versucht die faulenden Salzheringe zu verkaufen, bis weiter transportiert wurden. (Stapelrecht)

Der letzte Hering war der billigste und vielleicht auch oder sogar der faulste und so muss eine geschickte kölsche Hausfrau zu diesem wertsteigernden Trick gegriffen haben, so dass wir bis heute dieses leckere Gericht als eines der urkölschen bezeichnen dürfen.

*

Ulrich Roski – wer kennt den noch? – einer der großen Liedermacher meiner Jugend, hatte zu diesem Thema einen netten Blues geschrieben:

Fishy-Blues

Komm nach Hause und was riech ich schon im Hausflur?

‘s gibt schon wieder Fisch.

Hab schon tausend Mal gesagt,

Ach Mutter mach nicht immer Fisch für misch.

Ja, den Fisch – an sisch – den find ich ja so widerlich,

kann ich vielleicht ma’ Fleisch ha’m mit Tomaten oder Morscheln oder nich’?

Oder stopf mich mit Eiern,

nur bei Fisch muss ich reiern

I ask you Mama is there realy no other dish vor misch, but fish?…

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  1. #1 von Drago am 30. August 2014 - 17:37

    Ein typischer „Roski“, lustvoll mit Sprache und ihren Schwächen spielend. Dafür habe ich ihn geliebt. Schade, dass man dergleichen heute kaum noch findet.

  2. #2 von kariologiker am 30. August 2014 - 20:25

    Ja, Drago,

    einer der letzten Wortjongleure … von ihm stammt auch der Satz: „Wie macht man Menschenauflauf … mit Käse überbacken?“
    Leider hat seine Tochter nach seinem Tode alle Rechte auf seine Werke … kaum etwas ist im Netz zu bekommen. Schade.

    Lieben Gruß
    Kariologiker

  3. #3 von sissi am 31. August 2014 - 09:24

    Nee, de eingelechte Hering, dat is net so mein Ding… in meiner Kindheit hab ich dann Pellmänner mit Schmand gegessen, dat war lecker.

    Den Roski kenn ich nicht…. Bildungslücke. Sein Wortakrobatik ist herrlich und ich danke dir fürs einstellen. Klasse.

    • #4 von kariologiker am 31. August 2014 - 09:37

      Danke, Sissi,
      ich kann ihn heute noch spielen (und singen) den Fishy Blues. Und ja, auch bei uns gab es Schmandkartoffeln. Die mochte ich als Kind auch lieber als Heringsstip. Am liebsten allerdings aß ich Senfeier… *lach*

      Lieben Gruß
      Kariologiker

  4. #5 von sissi am 31. August 2014 - 09:29

    Nun hab ich den Roski mal gegoogelt….
    Nee aber auch, sein Gesicht ist mir vertraut und klar kenne ich ihn. Ich hab ihn schlichtweg vergessen.
    So schnell ist es mit der Vergänglichkeit. Das gibt mir zu denken.
    Grüße in den Sonntag
    sissi

  5. #6 von kariologiker am 31. August 2014 - 10:30

    Lach… ja, Sissi,

    manchmal müssen mir auch andere wieder auf die Sprünge helfen. Das aber macht die sozialen Medien erst interessant.

    Lieben Gruß und viele lächelnde, dankbare Patienten

    Kariologiker

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