Der Baum steht schief

 

M athematische Unschärfe der

Weihnachtsbaumpositionierung

Wie stellt man einen Weihnachtsbaum auf und wann steht dieser …eh … so, wie die beste aller Ehefrauen es beliebt als richtig zu betrachten, was einer Betrachtung grundsätzlicher Art zur Folge hat.

„Der steht doch total schief! Guck doch mal, siehst Du das denn nicht?“
Ich habe geguckt und versucht die physikalisch-biologisch-mathematischen Grundlage als Argument für meine Ausrichtung des Weihnachtsbaum heran zu ziehen:


„Liebschen, so einfach ist das nicht und einen Weihnachtsbaum wird man niemals gerade aufstellen können. In Folge des chaotisch-dynamischen Wachstums eines Gewächses, das wir ganz allein der Sonne zu verdanken haben, aber auch den Umweltbedingungen und der Bodenbeschaffenheit, die in Monokulturen nicht selten sehr fragwürdig erscheint, kann dieser, wie jeder andere Baum, den Du gekauft hättest, nur einer Symmetrie nach aufgestellt werden, die rein emotional zu betrachten ist. Folgte man nun mathematisch geometrischen Urinstinkten, wie wir sie in der dritten Klasse gelernt haben, dann müssten die Zweige, die der Chaostheorie nach als gerade gewachsen zu betrachten sind, aber dadurch jeder geometrischen Norm trotzen gekürzt werden. Mit jedem Versuch jedoch, in die Natur begradigend einzugreifen vergrößern wir nur das Chaos und wir werden entweder keinen Baum haben oder einen ohne Äste – und das passt doch nicht zur heiligen Symmetrien des Festes.“
„Hmmm. Aber die Spitze! Die ist doch viel zu lang. Die muss ab!“
„Auch das mag unserem natürlichen Drang nach Symmetrie durchaus gerecht werden, doch wenn wir auch nur einen Zweig oder Teile des Stammes beschneiden, wird der Baum weder schöner noch bleibt er natürlich, was natürlich gegen jede Vernunft wäre, da wir uns doch dazu bekennen die Natur so nehmen zu wollen, wie sie sich uns präsentiert.“
„Ok, Du hast ja recht, aber dann machst Du die Spitze drauf.“


„Ich … ich widme mich jetzt dem geradezu grandiosem Geschenk der Natur und gehe Schnee schieben.“

© Kariologiker

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  1. #1 von sissi am 17. Dezember 2013 - 07:23

    Den perfekten Menschen gibt es nicht, warum also den perfekten Weihnachtsbaum. Die Spitze abschneiden geht gar nicht … da fühlt sich so ein Baum doch amputiert … lach.
    Dann lieber Schnee schieben und die Holte wird es richten… Immer diese Frauen … lach.
    Lieben Gruß sissi

  2. #2 von kariologiker am 17. Dezember 2013 - 09:07

    Dann, liebe Sissi,

    bist Du die erste, die Perfektion vs Natur richtig versteht, denn Natur ist perfekt.

    Lieben Gruß
    Kariologiker

  3. #3 von Josef Rengaw am 17. Dezember 2013 - 09:58

    Leven Kario,

    machmal fraare isch misch in ächt, nein ich habe schon die Antwort: wer sich ein solches Liebschen zulegt, hat die Bescherung.

    Gejandrte helzriche Glüße

  4. #4 von kariologiker am 17. Dezember 2013 - 15:08

    Et jibt eben nie, watt mer will… *lach

    Kariologiker

  5. #5 von Tommy S. Aus Z am 9. Januar 2014 - 20:51

    Hihi. Erinnert mich an Ulrich aus Musils Mann ohne Eigenschaften.

    Auch den genauen Weihnachtszauberwert kann man berechnen. Die Formel lautet: Der familiäre Glücksfaktor (Durchschnittswert der individuellen Glücksfaktoren der zum Fest geladenen Familienmitglieder inkl. der Wurzel der individuellen Glückfaktoren der nicht eingeladenen Familienmitglieder) mal 2,465 minus die Krümmung der Weihnachtstanne.

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