Perspektivisch

 

Sauwohl

Die dicke Sau dachte ans letzte Jahr,
als ihr Trog so voll wie nur selten war.
Das Gebimmel-Rabammel störte sie nicht,
bei so einem fetten Schlemmergericht.

Auch heut ist der Bauer so seltsam still,
im feinen Zwirn mit Hut, und will
man ihn im Stall noch einmal sehn,
dann muss man ihm entgegen gehn.

Der ganze Hof riecht nach Badezimmer,
das Glockengebimmel läutet noch immer.
Die Familie geht heut zusammen aus.
Man sagt, sie besucht jetzt ein Gotteshaus.

Dann macht dieser Gott wohl das Schlemmermahl?
Die Sau möchte gern mit geh’n zum festlichen Saal.
Sie würde zu gerne dort einmal riechen,
warum ihre Menschen so andächtig kriechen.

Doch wenn sie nachher bekommt die Reste
von diesem viel zu seltenen Feste,
dann wartet sie lieber in ihrem Bau.
„So ein Fest ist was Schönes!“, denkt die Sau.

© Kariologiker 28.11.2011

Advertisements

, , , , , , , , , , , ,

  1. #1 von klaerchen am 7. Dezember 2013 - 18:05

    Wieder saugut geschrieben und für die arme Sau fallen nur die Reste ab.
    wenn der reiche Bauer in die Kirche geht, das arme Schwein in der Warteschlange steht.
    Ein schönes Schlemmerwochenende wünscht zum 2.Advent,
    Klärchen

  2. #2 von kariologiker am 7. Dezember 2013 - 23:24

    Danke, Klärchen,

    ich möchte gar nicht erst versuchen
    aus jener Sicht, die sich betuchen,
    zu schreiben – sie werden fluchen.

    Ein Perspektivwechsel ist manchmal ganz heilsam. Und vielleicht verstehen eben auch die, die sich im Fundemtalistischen ergehen – doch ich denke, wenige werde es verstehen.

    Lieben Gruß
    Kariologiker

  3. #3 von kariologiker am 7. Dezember 2013 - 23:27

    A pro po Schlemmen … der Meister aller Suppen (meine Frau) hat mich mit einem Capucchino vom Ochsenschwanz verwöhnt … da könnt‘ isch misch rein setzen…

  4. #4 von Josef Rengaw am 8. Dezember 2013 - 10:09

    Immerhin war die arme Sau, als sie von ihrem Trog op de Domplatt zum obersten Röckchenträger („feinste Brüsseler Spitzen“) von 4711 zum festlichen Mahl trabte, nicht so ungezogen, den Träger der Würden mit „Du blödes Arschloch“ zu begrüßen. Sie grunzte lediglich und defäkierte in die Bude der Papisten. Dadurch erhielt der Weihrauchgestank eine irdische Duftnote.

    Sonntäglich
    Jupp

  5. #5 von kariologiker am 8. Dezember 2013 - 10:15

    Endlisch, Jupp,

    endlisch weiß isch, wie datt mim 4711 (op kölsch: siebenunvierchzischellef) … und wommer domma ehrlisch sein … so schleesch rüsch et janit, wemmer weiß woher et kütt. Oder?

    Breit grinsend
    Kariologiker

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: