Deutschland atmet auf!

Ostern macht endlich wieder Spaß!

Rund 45 Jahre nach der Geburt ihrer Eltern, die als Kinder der Liebe zum lebendigen Beweis der neuen Freiheit wurden, hat die sexuelle Revolution endlich auch die Kinderzimmer ihrer Sprösslinge erreicht.

Vorbei sind die Zeiten in denen sich Hänneschen und Bärbelchen (kölsche Originale des Hänneschen Puppen-Theathers) noch über bunte Pappeier freuten und der goldumwickelte Lindor Schokohase das Herz jeden Kindes höher schlagen ließ als die Glocken der Dorfkirche. Vorbei auch die Zeiten, in denen die verzückten Eltern sich auf dem Sofa verklärte Blick zuwarfen, während sie selbst Krokant-Eier rund lutschten und dabei beobachteten, wie die lieben Kleinen zufrieden im Unterholz nach allerlei Unsinn wühlten. Dass sie bei der Suche nach Moos für das Osternest auch gleich den Rasen vertikutierten, dürfte dabei zusätzlich den Nachteil ausgeglichen haben, dass einige nicht aufgefundene hartgekochte österliche Zuwendungen das biologische Gleichgewicht im Garten jedes Jahr auf neue durch ihre chemische Farbaufbereitung ins Schwanken brachten.

In Zeiten von iPad und eBook aber lockt der tradierte Osterkult kein Kind mehr hinter seinem Tablet-PC hervor, höchstens noch ein Häppchen vom kalorienreduzierten fleischfreien Osterlamm aus ökölogisch einwandfreiem, fair gehandelten Tofu..

Das moderne Kind trägt heute in seiner  Powerpoint-basierten Präsentation seinen 8-jährigen Mitschülern die Sagen des Klassischen Altertums ebenso  vor, wie die Legenden des Erdmittelalters, jener Zeit also, in der seine Eltern lebten, in der es weder Computer noch Handy gab und in der weite Teile der unaufgeklärten Bevölkerung mangels Wikipedia noch an den Osterhasen, den Weihnachtsmann und das jüngste Gericht glaubten.

Wer also mit der Ostergeschichte unsere Kleinen noch zu erreichen glaubt, der irrt gewaltig. Die aktuelle Blue-Ray DVD mit der neuen „Zombie XII – Die lebenden Toten kehren zurück“ liegt unberührt im Regal des Zweit-Klässlers, denn der Unfug mit den herum stromernden Untoten ist inzwischen doch wirklich „Asbach“.

Es muss schlichtweg etwas Neues her. Der Markt verlangt seit Jahren nach frischen Ideen für das Osterfest, die endlich der ganzen Familie Spaß machen.

Schon erheben sich die Kleinen und machen Front gegen die immer gleichen eintönigen Rituale. Eierwerfen, Eierlaufen, Eierpunsch. Das frühreife vollverlinkte Kind verlangt nach altersgerechtem Spielzeug und macht auf Facebook Front gegen die österliche Vollverblödung.

Die Spielzeugindustrie hat auf die letzten Unruhen prompt reagiert und nun endlich das zeitgemäße Tool für alle kleinen und großen Mitspieler beim traditionellen österlichen Familienfest auf den Markt gebracht: den BLAS-FIX – das ultimative Joy-Toy für alle kleinen und großen Blasehasen!

Welch ein Spaß steht uns da ins Haus! Keine stumpfsinnig vergammelten Nachmittage mehr beim Eierschaukeln, keine gelangweilten Kleinen mehr, die blöde auf die bröselnden Eierschalen schlechter Bläser starren. Statt dessen all überall glückliche Gesichter über famose Blasergebnisse und lauter fröhlich blasende Kinder.

Der BLAS-FIX darf uneingeschränkt in einem Atemzug genannt werden mit dem bereits legendärem Familien-Original-Benutzer und läutet die Revolution auf dem deutschen Ostermarkt ein: Weitestgehend sinnfrei, in jeder Hinsicht anspruchslos, dafür aber ein Riesenspaß für Groß und Klein, passt er vorzüglich zum zeitgenössischen Kulturklima  – und ist zudem biologisch abbaubar und absolut risikolos.

So ist der BLAS-FIX bei seiner Verwendung keiner Einschränkung unterworfen und darf daher unbedenklich bei Spielen jeder Altersklasse eingesetzt werden. Das ist Spaß für die Mutter, für den Vater, für das Kind. Der Phantasie sind hier keinerlei Grenzen gesetzt. Gerade aufgeklärten Eltern mit Interesse an alternativen Erziehungsmodellen dürfte daher das Herz aufgehen, wenn ihre lieben Kleinen – ganz im Sinne der Maria Montessori – sich gegenseitig helfen, es selbst zu tun…

Doch damit nicht genug: auch der Erziehungsansatz der konservativen,  leistungsorientierten Familie findet im BLAS-FIX ihren perfekten Helfer bei der Frühförderung des bilingualen, multiaktiven Super-Sprößlings, denn die Produzenten haben bei der Entwicklung dieses Superspielzeugs keinerlei Kosten und Mühen gescheut und selbstverständlich den natürlichen Hang zum Lernen des Kindes an sich umfassend berücksichtigt. Die natürliche angeborene Neugierde jedes Kindes, die unsere Kleinen allesamt zu hochmotivierten Natur-Forschern prädestiniert, wird hier auf ideale Weise spielerisch befriedigt und so die spätere Berufsauswahl erleichtert.

Während Papa und Mama es sich dann beim Eierlikörchen im Whirlpool gemütlich machen und ein paar bunte Seifenblasen in die österliche Frühlingsluft steigen lassen, spielen die Kinder entspannt im Gras und die Welt ist fast wieder so frei und schön wie damals vor 45 Jahren.

Einfach einzigartig.

Ei ei ei.

© GeSa-Voir

Hier bläst der Heinzelmann, wo Mutti nur noch saugen kann

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  1. #1 von Josef Rengaw am 6. April 2012 - 15:38

    Lieber GeSa-Voir,

    Entgegen Deiner sonst so ungewöhnlich ausgeprägten Klarsicht schreibst Du:
    „Das moderne Kind trägt heute in seiner Powerpoint-basierten Präsentation seinen 8-jährigen Mitschülern die Sagen des Klassischen Altertums ebenso vor, wie die Legenden des Erdmittelalters, jener Zeit also, in der seine Eltern lebten, in der es weder Computer noch Handy gab und in der weite Teile der unaufgeklärten Bevölkerung mangels Wikipedia noch an den Osterhasen, den Weihnachtsmann und das jüngste Gericht glaubten.“
    Ich frage, wie kommst Du zu dieser praxisfernen Behauptung? Hat bei Dir womöglich schon die „Facebook Front gegen die österliche Vollverblödung“ ihre Wirkung entfaltet? Das moderne Kind trägt bei seiner Powerpoint- Präsentation selbstverständlich – als Frucht seiner Totalverblödung – „the Best from Dieter“ und die Sendezeiten der Casting-Kotzkübel der letzten 5 Jahre und die Bestsellerliste der Gewinner der Peepshow „Deutschland sucht den geilsten Hintern“ vor.

    Absolut richtig sind dagegen Deine Ausführungen über „BLAS-FIX – das ultimative Joy-Toy für alle kleinen und großen Blasehasen!“ In der Zeit der Zwangfixierung auf Silikongeformte bläst doch jedes Alter sein Häschen gerne. Der Bläsersegen hat möglicherweise sogar die stillschweigende Zustimmung des Vatikan, da bei dieser Form der zwischenmenschlichen Begegnung die virgo intacta nicht beschädigt wird.

    Österliche Grüße
    Jupp

  2. #2 von Stefan Wehmeier am 11. April 2012 - 22:15

    „Man bedenke, es handelt sich nur um einen Roman. Die Wahrheit wird – wie stets – weit erstaunlicher sein.“

    Arthur C. Clarke, Vorwort zu „2001“

    Vor über 40 Jahren visualisierten Stanley Kubrick und Arthur C. Clarke nicht nur die voraussichtlichen technologischen Möglichkeiten im Jahr 2001. Heute hängen wir weit hinter diesen Möglichkeiten zurück und befinden uns in einer globalen Wirtschaftskrise, die aufgrund der atomaren Bedrohung das Ende der Menschheit bedeuten kann. Die Ursache ist eine künstliche Programmierung des kollektiv Unbewussten, die uns seit jeher davon abhält, die Makroökonomie zu verstehen:

    (Genesis 2,15-17) Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte. Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben.

    Wer nicht weiß, was Gerechtigkeit ist, darf auch nicht wissen, was Ungerechtigkeit ist, um eine Existenz in „dieser Welt“ ertragen zu können. Zu diesem Zweck gibt es die Religion, die so erfolgreich war, dass sie die systemische Ungerechtigkeit der Erbsünde bis heute aus dem allgemeinen Begriffsvermögen der halbwegs zivilisierten Menschheit ausblenden konnte, während das Wissen seit langer Zeit zur Verfügung steht, um diese „Mutter aller Zivilisationsprobleme“ endgültig zu eliminieren.

    Bis heute ist unsere „moderne Zivilisation“ auf der Religion aufgebaut, und mit einem hatte Karl Marx Recht, auch wenn er als Ökonom keine Leuchte war: Die Religion ist das „Opium des Volkes“. Doch der „Unglaube“ ist gegenüber dieser schlimmsten aller Drogen wirkungslos, weil Gott existiert – als ein Programm im Unterbewusstsein. Auf subtile Weise steuert „Gott“ unser Verhalten, unsere tiefsten Sehnsüchte, Hoffnungen und Ängste, ohne dass wir bisher eine Möglichkeit hatten, uns dieser Beeinflussung zu entziehen. Solange wir das „Programm Genesis“ nicht erkannt und verstanden haben, sind wir Untertanen eines vor über drei Jahrtausenden programmierten Hirngespinstes, ob wir wollen oder nicht. Sich selbst von der Religion zu befreien, ist in „dieser Welt“ so gut wie unmöglich, denn „über den Rand der Welt zu fallen“, macht den Allermeisten mehr Angst als alles andere! Nur zwei Persönlichkeiten in der bekannten Geschichte konnten den künstlichen Archetyp Jahwe aus eigener Kraft erkennen: die Propheten Jesus und Mohammed.

    Heute können wir wählen, ob wir zu den „Gewöhnlichen“ gehören wollen, die bis zum bevorstehenden, eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation „halbwegs glücklich“ in seliger Unwissenheit verbleiben, oder zu den „Einzelnen und Auserwählten“, die schon vor dem Jüngsten Tag aus der religiösen Verblendung auferstehen.

    (Offenbarung 21,1) Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr.

    http://www.juengstes-gericht.net

  3. #3 von kariologiker am 12. April 2012 - 09:49

    Verehrter Herr Wehmann,

    vielen Dank für den interessanten Kommentar. Da nun alle Genesis Variationen in der Bibel nicht die selbe Sprache sprechen und somit auch dort eine gewisse Annäherung nur nach dem Geschmack des Lesers statt findet, bleiben bei allen berechtigten und unberechtigten Zweifeln die Fragen offen: Ist Gott und Teufel die gleiche Person und warum gibt es einen Teufel? Funktioniert Religion ohne Teufel nicht?
    Meine nicht ganz ernste Frage verbinde ich – etwas widersprüchlich – mit der Reihe: „Die Depressionen des T.“, welche man im Archiv dieses Blogs unter Februar findet.

    Ist es richtig zu verstehen, dass „Das Programm Genesis“ eine Indoktrination unsere Sozialisation ist? Dann gehöre ich wohl zu denen, die, wie Sie postulieren: „…zu den “Einzelnen und Auserwählten”, die schon vor dem Jüngsten Tag aus der religiösen Verblendung auferstehen.“

    Ich kenne keinen Gott, habe keine Vorstellung davon, wie man erhellt wird, verstehe Propheten nur als Missionare und glaube jenen kein Wort. Für mich sind religiöse Dinge nur ein Trugschluss, den man leben darf – jeder Jeck is anders – aber anderen nicht aufdrängen sollte. Darin ist das Christentum fast noch unerbittlicher, als der Islam. Feuer und Schwert hat keine andere Religion mehr genötigt, als das Christentum.

    Für mich sind Christen Fantasten, die ihren eigenen Gott essen: „Nehmed hin meinen Leib und trinket mein Blut“.
    Guten Appetit.

    Lieben Gruß
    Kariologiker

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