Atommüll

Definitionsgemäß im Sinne des Wortes, ist es der Abfall von oder vom Atom. So, wie der Hausmüll der Abfall vom Haus ist. Etwas anderes gesagt: Müll entsteht immer dort, wo eine Verpackung oder Umhüllung unnütz für den Gebrauch geworden ist, so dass nahezu jeder Müll dadurch entsteht, dass etwas in die Nutzlosigkeit überführt wird und sich gleichzeitig in ein fast harmloses, für den Menschen ungefährliches Wegwerfprodukt wandelt.

Nicht so beim Atom. Der Begriff Atommüll verschleiert geschickt die Tatsache, dass es sich um ein bestimmtes Atom handelt. Denn Müll, den ein Atom, an und für sich, entledigt, ist recht unkomplizierter Müll, der sich recht unauffällig für den Menschen selbst entsorgt. Nahezu alle Atome haben mit ihrem Müll keine Sorgen und die Menschen, die diese Atome haben, benutzen oder mit ihnen in unmittelbarer Nachbarschaft leben, auch nicht.

Ganz anders verhält es sich bei Atom der Energiegewinnung. Die Atome, die nun mit Atommüll eine etwas verharmlosende Bezeichnung bekommen haben, sind gar kein Müll. Sie sind immer noch aktiv. In diesem Fall wäre eine Begriffserweiterung in „aktiver Atommüll“ viel treffender, doch am besten ist der Begriff „reaktiver Atommüll“. Wie auch immer der kleine Mistkerl von Atom auch heißen mag, denn wen interessiert das schon, so muss man ihn derart gut kennzeichnen, dass es schon verwundert, eine recht neutrale Kennzeichnung als Benutzungsbegriff zu etablieren.

So gefährlich dieses Atom auch für den Menschen ist, so unbefangen gehen Politiker damit um. Ab in die Kiste „Castor“ und schnell weg damit nach Le Hague. „Bitte lasst Euch Zeit mit der Aufbereitung, Ihr Froschköppe, wir wissen eh nicht wohin damit“, höre ich ins Geheim den Röttgers beten.

Solch gefährliche Atome brauchen ein Endlager und nicht irgendeines, denn wenn in zehn oder zwanzig Generationen einer unserer Nachfahren in dieses Endlager geht, muss er damit rechnen, dass er immer noch vor sich hin strahlende Kumpanen des Atoms vorfindet, die nicht minder gefährlich sind als jene, die wir heute irgendwo verscharren. Doch noch ist es nicht so weit, denn die Politiker haben gar kein Endlager auf Lager und in ihrer unendlichen Weitsicht ist dem Herrn Röttgers jetzt, nach Jahrzehnten der Suche, doch tatsächlich eingefallen, mal die Wissenschaftler zu befragen. Und diese Wissenschaftler werden dem Politiker, egal welcher Couleur, dann sagen müssen, dass wir nirgends einen geeigneten Platz haben, um den Mist ihrer Energiepolitik zu vergraben.

© Kariologiker

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  1. #1 von silberperlen am 18. März 2012 - 14:20

    Interesssant Deine Assoziationen und die spielerische Herangehensweise an die „Leere“ und das „Nichts“ *schmunzel*

  2. #2 von Claus Karst am 19. März 2012 - 10:06

    Wie wahr, Kario. Deshalb hoffe ich, dass der erwähnte Minister im Mai von den Wählern eine deutliche Ansage bekommt. In NRW brauchen wir ihn nicht und sein Karriere wird dann so beschädigt sein, dass er auch in Merkelhausen ordentlich beschädigt wird.

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