Wunder

   Es gibt Begriffe, da weiß man direkt was sie bedeuten, wie z.B. Schuhanzieher. Das einzige, was man sich darunter vorzustellen wagt, ist ein Gerät, welches einem hilft in die Schuhe zu kommen. Anders ist bei so mehrdeutigen Worten, wie z.B. Wunder.

  Da ist mir ein Gedanke gekommen, der erklären könnte, warum der sprachlose Vertreter Gottes auf Erden, so wild selig und heilig gesprochen hat. Heilig wird man nur gesprochen, wenn man ein Wunder erbracht hat. Doch was meint man mit Wunder und was bedeutet Wunder? Vielleicht kommt Wunder gar nicht von „Zauberei“, sondern schlicht von der Substantivierung von wund. Wenn man also eine Wunde hatte, die an der falschen Stelle zur falschen Zeit an einem falschen Ort … ne, an dem richtigen Ort öffentlich zu sehen war, dann haben alle gesagt, „Sieh mal, ein Wunder“. Sie meinten damit bestimmt, „Schau mal, der ist verwundet“. Aber weil der Gläubige, und es gab damals ausschließlich nur Gläubige, also der Verwundete dann gebetet hatte, dass ihm geholfen werden würde … oder wie auch immer, weil es eben noch keine Handys gab, keine zehn Euro hatte und er keinen Arzt rufen konnte, haben alle geglaubt, DAS sei ein Wunder, eben nur ein Mensch, der eine Wunde hat, also ein Verwunderter ist.

Ich höre sie noch, wie sie um ihn ihr Mitleid heuchelnd herum geschlichen sind und sich gegenseitig zu geflüstert haben: “ Der Arme, der wird nicht mehr.“

„Ja, der sieht schlimm aus, ob der das überlebt … ?“

„Ja, hast Du sein Bein gesehen? Und all das Blut, also ich weiß nicht, der ist hin, das überlebt er nicht mehr.“

Wenn er dann doch überlebt, gibt es noch einmal das gleiche „Aaahhhh“ und „Ooohhh“. Wie verwunderlich Verwundungen doch Wunder bewirken können. Ob das vielleicht jemand mal dem Oberpopen gesagt hat?


Übrigens, der Ratzinger, Ex-Kardinal und Ex-Großinquisitor der heiligen katholischen römischen Kirche, hat Angst vorm Zahnarzt. – Schenkel klopf – Der soll mir mal mit seinen mittelalterlichen Kneifzangen das „Gelübde“ abnehmen. „Gestehst Du, dass Du Luzifers Gehilfe bist?“ Ja, würde ich sagen und den Fußanlasser meiner Turbine betätigen. Na, ja, ich will mal nicht so sein. Sonst wird noch seine „weiße Weste“ schmutzig, jetzt, wo er selbst zusehen muss, dass er schnell mal ein Wunder vollbringt, um verwundert fest zu stellen, dass er schon als Wunder ein Wunder ist, dass er, so wunderlich es auch sein mag, jetzt der „wunderbare“ Papst ist.

Misch wundert nix mehr.

© Kariologiker

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  1. #1 von sissi am 24. Januar 2012 - 09:38

    Wie wunderbar, wundervoll Wunder sein können. Doch irgendwie schwirrt mir der Wunderheiler im Kopf…kariologisch… ein Wundenwunder ist er, dieser Mensch.
    Es braucht ein wenig Fantasie und schon ist alles möglich. Nur nicht wundern…. dann tut auch nichts mehr weh.
    Herrliche Geschichte.

  2. #2 von Martina (mapa67) am 29. Januar 2012 - 12:44

    Das Zahnärzte Gehilfen Luzifers sind, verwundert mich nicht. Den Verdacht hege ich seit längerer Zeit und er verhärtet sich mit zunehmenden Alter ;-). Ein wirklich wunderbarer Beitrag!
    Ich gestehe, ich schaue seit einigen Tagen immer mal wieder heimlich auf deiner Seite vorbei. Kaum zu glauben, dass jemand, der bis vor kurzem nix mit Blogs oder ähnlichem im Sinn hatte, innerhalb kürzester Zeit eine wirklich tolle Seite erstellt hat. DAS grenzt auch beinahe an ein Wunder *schmunzel*.

  3. #3 von Martina (mapa67) am 29. Januar 2012 - 21:05

    Nun also der 2. Versuch zum Thema Wunder einen Kommentar abzugeben. Und dieses Mal lasse ich mich nicht von den Tücken oder dem Wunder der Technik austricksen.
    Ein wunderbarer Beitrag, der mir genauso gut gefällt wie der gesamte Blog, der hier innerhalb kürzester Zeit entstanden ist (Können, Glück oder ein Wunder?).
    Mit verwundert relativ wenig und dass Zahnärzte Gehilfen Luzifers sind, wundert mich überhaupt nicht. Den Verdacht hege ich seit langem und je älter ich werde, desto mehr verhärtet er sich ;-).
    (und jetzt langsam auf senden drücken und auf ein Wunder warten …)

  4. #4 von Martina (mapa67) am 30. Januar 2012 - 08:58

    Noch einmal ich, weil aller guten Dinge nun mal drei sind. DAS bezeichne ich jetzt als Wunder, dass ohne eine weitere Aktivität von mir, auf wundersame Weise gleich beide Kommentare, die gestern im Nichts verschwanden, heute aus dem Nichts wieder aufgetaucht sind.
    So etwas kann auch nur passieren, wenn man etwas über Wunder schreibt, an Wunder glaubt oder ein kariologischer Wunderheiler seine Finger im Spiel hat ;-)

  5. #5 von angelface am 16. April 2016 - 09:19

    ich kringel mich grad wenn ich sehe, lese , was ich im HIER alles entdecke….
    allerlei Wunderliches was niemanden wundert wenn er gewisse Schreiberlinge und Komponisten kennt, die aus geradezu allem kleine Wunder kreieren!!!!::::(können ; – um es auch zu tun…
    sie sind keine Wunderlinge, obwohl das Wort an sich schon alles sagt, ehe sie völig aus dem Rhamen fallen was niemanden verwunderte, der dies hier gelesen hat….

  1. Verwunderte Verwundete verwundern Hunderte | Dark and Cheesy

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