Rings oder Lechts?

Wer kennt es nicht, dieses Seitenverdrehen?

Du musst hier rechts abbiegen … nein, nicht dieses Rechts, das andere Rechts. OK, jetzt musst Du wenden. Hier links kannst Du wenden, nein, nicht dieses Links, das ist eine Einbahnstraße, pass auf, da kommt uns einer entgegen…“

Ja, ja, ist ja schon gut, Du bringst einen aber auch ganz durcheinander. Ich weiß auch nicht, aber ich verwechsele immer links und rechts.“

Soll man da nun Mitleid haben? Nun, wenn es die eigene Verwandtschaft ist, hat man Mitleid und das kann Folgen haben, die niemals mit einkalkuliert werden.

Hat man seinen Seelenfrieden damit gefunden, dass der Partner oder Mitarbeiter rechts und links verwechselt, läuft man meist schnell noch in die Gefahr, sich im Zuge eines sentimentalen Anflugs von Solidarität mit der gleichen Irritation zu impfen und so wird aus einem scherzhaften Fehler manchmal eine schmerzhafte, nicht wieder gerade zu biegende Schwäche.

Rinks oder lechts? Dabei ändert es gar nichts, dass z.B. Sockenhersteller nun die Fußkleider mit einem meist sehr auffällig eingefärbten „R“ und „L“ versehen. Und das nun auch bei Arztsocken. Abgesehen davon, dass ich bis heute nicht weiß, woran der Unterschied zwischen einer Arzt-Socke und Nicht-Arzt-Socke fest zu machen ist, stellt sich mir zusätzlich die Frage, warum man nun auch Ärzten andenkt, dass sie links und rechts nicht auseinander halten könnten und ihnen mit dieser Markierung auf den Trichter helfen würden?

Heute Morgen habe ich eines dieser Socken, gerade neu erstanden, ohne hinzuschauen angezogen und wie ich es normalerweise zu tun pflege, messe ich dem Flusskleid einzig die Aufmerksamkeit zu, sie in der richtigen Farbe auszuwählen und sie dann blicklos anzuziehen. So blinkte dann auch direkt mir beim Schuhe anziehen auf dem rechten Fuß ein „L“ entgegen und auf dem linken ein „R“. Erstaunt zog ich die Socken aus und verglich prüfend beide Socken darauf, worin nun sich die Linke vor der Rechten unterscheiden würde und was nun der Grund dafür sei, dies rot zu markieren, dass man nur ja nicht die falsche Socke am richtigen Fuß tragen würde.

Ich fand keinen und trage nun wechselseitig die „rinke“ Socke am rechten Fleck und umgekehrt. In Kürze erwarte ich, dass auf den Ärmeln ein „R“ und „L“ uns daran erinnert, was der rechte oder linke Arm ist, die Hosenbeine gekennzeichnet werden und auf den Brillenbügeln ebenso ein solch wichtiger Hinweis uns davor bewahrt, etwas falsch herum zu tragen. Tragisch ist dabei nur, dass das grafische Accessoire nicht der reinen Verschnöckelung dient und nur als Dekoration angesehen wird, sondern tatsächlich die Haltung und Einstellung gegenüber all jenen, die noch normal in dieser Welt zu sein scheinen. Doch was ist heute noch normal? Rings oder lechts?

© Kariologiker

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  1. #1 von Gabi Schu am 20. Januar 2012 - 13:54

    Jau, das ist dann wohl ein Blog, ich lache und es ist wirklich unterhaltend…und deine rechten und unrechten Gedanken zu den Socken, grins breit, die kann ich gut nachvollziehen. Frage mich oft, was links und was rechts ist, hüstel… ich hab da sone Schwäche….
    Viele Grüße und weiter so…
    Gabi.

  2. #2 von Perdita am 22. Januar 2012 - 09:08

    Links ist da, wo der Daumen rechts ist..hat meine Oma immer gesagt…nur hat sie mir nie gesagt wie ich bei der „Kontrolle“ die Hände halten soll..lach.. amüsanter Artikel über die UNsinnigkeiten des Lebens. Toller blog…
    Lg Perdita

  3. #3 von Angelface am 23. Januar 2012 - 12:07

    hallo lieber Kario, ich schreib schon ne Weile blind vor mich hier einen Kommentar zu deinem Blog hin – ehe ich bemerke, dass NISCHTs auf dem Zettel über dem Kommentar steht, steht…lacht…ein Hallo zu dir, du hast Dich zu einem Blog entschlossen…? wouw…..nicht zu fassen, aber toll,
    dein Stil etwas zu erzählen eignet sich hervorragend um so hübsche kleine Geschichten wie die vom TRagen oder Nichttragen einer Arztsocke zu erzählen, ich habs mir vorgestellt wie du grübelnd auf das L und R guckst und dich fragst was dass denn nu wieder soll und welchen Nutzen oder sinn /Unsinn es hätte es andersrum zu versuchen, welchen Zweck es verfolgt und ob einen dann die berühmt berüchtigten Socken vielleicht sogar noch bis in den Schlaf verfolgen….? köstlich, hab mich echt schlapp gelacht…darf ich dich – auf meiner HP oder bessser gleich auf beide bittöööö verlinken…damit das auch noch andere lesen können…?

  4. #4 von Marcel am 23. Januar 2012 - 15:01

    Hallo Kario,
    ich vermisse deinen Avatar mit der Posaune(?), dem Saxophone(?). Zieht der auch hierher ?
    Ach:
    Das Bundesgesunheitsministerium warnt:
    Bloggen macht süchtig!
    Hören Sie lieber auf, solange SIe noch können.

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